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Bahnen und Busse bieten Fahrgästen mehr Platz

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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Der Vier-Wagen-Zug von vorn bis hinten durchgängig begehbar: Vom Fahrplanwechsel an in zehn Tagen ist der längste Stadtbahnzug der Welt in Frankfurt unterwegs, als erstes auf der U4.
Der Vier-Wagen-Zug von vorn bis hinten durchgängig begehbar: Vom Fahrplanwechsel an in zehn Tagen ist der längste Stadtbahnzug der Welt in Frankfurt unterwegs, als erstes auf der U4. © Peter Jülich

Zum Fahrplanwechsel wird das ÖPNV-Netz in Frankfurt ergänzt. Der Schnellbus fährt dann auch ins östliche Umland.

Auf unter 60 Prozent ist die Nachfrage im Nahverkehr aufgrund der vierten Welle der Covid-19-Pandemie in Frankfurt zurückgegangen - wohl auch wegen der neuerlichen Home-Office-Pflicht. Im Sommer hatten die Fahrgastzahlen zwischenzeitlich bereits wieder 80 Prozent des Vor-Corona-Niveaus erreicht, erklärt Tom Reinhold, Geschäftsführer der städtischen Nahverkehrsorganisation Traffiq.

Dennoch weitet die Stadt zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember das Angebot bei U-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen aus. "Das Ziel ist, dass die Menschen mit einem guten Gefühl einsteigen", erklärt Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne).

Deshalb sei die Sicherheit oberstes Ziel, weshalb die Stadt auch das Einhalten der 3G- und Maskenpflicht mit intensiven Kontrollen durchsetze. Da nahezu alle Fahrgäste Masken korrekt trügen und die Bahnen und Busse gut belüftet seien, sei auch die Ansteckungsgefahr nicht höher als auf dem Fahrrad oder im Auto, erläutert Majer. Diese Erkenntnis hatte im Frühjahr eine Studie von Fachleuten der Berliner Charité offenbart.

Mehr Platz wird den Fahrgästen ab dem neuen Fahrplan unter anderem in der U-Bahn geboten. So gehen die ersten von 23 neuen Mittelwagen für U4, U6 und U7 in Betrieb. Sie sollen sieben 3-Wagen-Züge von 75 Metern Länge zu bilden, sowie acht 4-Wagen-Züge. Letztere sind 100 Meter lang und die längsten durchgängig begehbaren Stadtbahnzüge der Welt. Die erste XXL-U-Bahn soll am 13. Dezember mit der ersten Fahrt der U4 am frühen Morgen unterwegs sein.

Mehr Platz gibt es auch auf der U2: Dort rollen Vier-Wagen-Züge morgens auf zwei Umläufen, auf denen die Nachfrage besonders groß ist, kündigt Tom Reinhold an. U6 und U7 fahren zwischen 19 und 21 Uhr im 10-Minuten-Takt. Bisher rollen sie bis 20 Uhr im engen 7,5er-Takt, danach nur noch halb so oft. Samstags gilt der 10-Minuten-Takt eine Stunde länger bis 21 Uhr - bequem für alle, die vom Shopping auf der Zeil kommen oder ins Nachtleben starten wollen. Öfter fahren zudem die Straßenbahnen der Linien 11 und 21 an Sonntag: Sie fahren schon ab 11 statt ab 13 Uhr im 10- statt im 15-Minuten-Takt.

46er fährt viel öfter, Linien werden verlängert

In größerem Stil ausgeweitet wird das Angebot auf drei Buslinien:

Linie M46: Der Bus vom Hauptbahnhof ins Europaviertel - Vorläufer für die U5 - wird zur Metrobuslinie, verkehrt damit rund um die Uhr. In der Rush-hour rollen die Busse alle drei bis vier Minuten, nachts alle halbe Stunde. Die Verlängerung des 64er-Busses ins Europaviertel wird im Gegenzug aufgegeben. Die 64 gebe von Angebot und Nachfrage die Aufwertung zum Metrobus nicht her, sagt Reinhold, weshalb auch die zwischenzeitlich geplante Verknüpfung beider Linien nicht kommt.

Linie 54: Der Bus von Sindlingen via Höchst zum Bahnhof Griesheim wird via Waldschulstraße bis zu Rebstockbad und Leonardo-Da-Vinci-Allee im Rebstock verlängert. Die Linie solle nur das Rebstock-Gebiet anschließen, erklärt der Traffiq-Geschäftsführer auf Nachfrage, warum die Linie zwar das geschlossene Bad anfährt, aber nicht zu den in der Nähe liegenden S- und U-Bahn-Umsteigestationen Messe oder Festhalle.

Linie 69: Der Bus wird vom Weißen Stein über Kurhessenstraße bis Markus-Krankenhaus verlängert und bietet eine schon lange geforderte Verbindung zwischen Ginnheim und Eschersheim und zur U-Bahn-Hauptstrecke mit den Linien 1, 2, 3 und 8.

Eine ebenfalls von den Stadtverordneten zur Prüfung vorgeschlagene Verlängerung der Linie M32 vom Ostbahnhof via Honsellbrücke und Deutschherrnviertel zum Südbahnhof kommt hingegen zum Fahrplanwechsel nicht. "Darüber denken wir nach", erklärt Tom Reinhold.

An den Start geht die neue Expressbuslinie X95 von Büdingen über Erlensee via A66 zur U-Bahn-Station-Enkheim. Zwischen Erlensee und Enkheim spart sie über eine halbe Stunde Fahrzeit und ist mit 28 Minuten fast so schnell wie eine Fahrt mit dem Auto, wirbt der zuständige Rhein-Main-Verkehrverbund (RMV).

Expressbus droht im Stau zu stecken

Die Linie könnte Pendler aus dem Umland ansprechen, die bisher per Auto durch die chronisch überlastete Hanauer Landstraße oder die Straße Am Erlenbruch fahren. Jedoch fährt der X95 bloß im Stundentakt, am Wochenende nur alle zwei Stunden. Und am Autobahnende Borsigallee drohen die Busse im Stau zu stecken.

Eine Busspur auf der A66 einzurichten hatte Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) als rechtlich nicht möglich abgelehnt. Dezernent Majer erklärt, der RMV sei zuständig, das Thema noch von seinem Vorgänger betreut worden. Er wolle dies nun "mit dem RMV erörtern".

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