Die schmuddeligen Wände der Unterführung sollen bald der Vergangenheit angehören.
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Die schmuddeligen Wände der Unterführung sollen bald der Vergangenheit angehören.

Ortsbeirat

Bahnhof-Unterführung in Rödelheim soll verschönert werden

Kahle graue Wände und hier und da Schmierereien mit Farbsprays: Die Unterführung am Bahnhof Rödelheim fristet ein trostloses Dasein. Das soll sich nun ändern – zumindest, wenn es nach dem Willen des Ortsbeirats 7 geht.

Schon kurz nach Fertigstellung des Rödelheimer Bahnhofs hatte sich eine Arbeitsgruppe zur Verschönerung der dortigen Unterführung gegründet. Doch die Idee, Graffiti-Boards an den Wänden zu befestigen, die abwechselnd von verschiedenen Rödelheimern künstlerisch gestaltet werden, wurde nicht realisiert. „Der Grund dafür war, dass die Gewährleistung erloschen wäre, wenn in der Unterführung Platten an die Wände gebohrt worden wären“, so Arbeitsgruppen-Vorsitzende und Quartiersmanagerin Heike Hecker. Nun ist die Gewährleistung ausgelaufen – und der Ortsbeirat 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen) hat sich erneut für eine künstlerische Gestaltung stark gemacht.

„Die Unterführung ist schmuddelig und unansehnlich vollgeschmiert“, sagt Ortsvorsteherin Michaela Will (SPD). „Dagegen würden wir gern etwas tun.“ Durch eine künstlerische Gestaltung der Unterführung erhofft sich der Ortsbeirat eine Vermeidung von wilden Graffitis und sonstigen Verunreinigungen, die nicht nur unschön sind, sondern auch erhebliche Beseitigungskosten erfordern. In einer Anfrage bat der Ortsbeirat den Magistrat deshalb um die gemeinsame Durchführung eines Ideenwettbewerbs zur Verschönerung der Unterführung. Angedacht war, dass Künstler ihre Ideen, inklusive eines Plans, wie das Ganze realisiert werden kann, einreichen. Eine Jury würde aus diesen Ideen die besten drei aussuchen, die ein Preisgeld in Höhe von jeweils 1000, 500 und 250 Euro erhalten. Darauf sollte eine mögliche Auftragsvergabe an einen der Wettbewerbsteilnehmer erfolgen. Doch der Magistrat hat diesen Vorschlag nun in einer Stellungnahme abgelehnt.

„Für eine künstlerisch professionelle Gestaltungsmaßnahme muss mit Investitionskosten von mindestens 15 000 Euro gerechnet werden. Das Kulturamt kann dafür kein Geld zur Verfügung stellen“, heißt es dort. Und weiter: „Das Kulturamt empfiehlt, die Nachhaltigkeit der Maßnahme vorab durch das Stadtplanungsamt und das Amt für Straßenbau und Erschließung prüfen zu lassen.“ Wandmalerei und beauftragte Graffitis führten als Anti-Graffiti-Maßnahme sehr oft nicht zum erwarteten Erfolg.

Beispielhaft dafür sei die Neugestaltung der Frankfurter U-Bahn-Haltestelle Ostendstraße. Hier wurde eine längere Sperrung für Bauarbeiten dafür genutzt, das bekannte Frankfurter Künstlerduo „Case McLaim“ gemeinsam mit dem niederländischen Künstler „DOES“ die Tunnelfassade gestalten zu lassen. „Nur kurze Zeit nach der Wiedereröffnung der Haltestelle war das Kunstwerk bereits heimlich übermalt.“

Das Bauwerk der Unterführung ist Eigentum der Deutschen Bahn, die Wände gehören dem Amt für Straßenbau und Erschließung. „Das Dezernat entscheidet dementsprechend über die Zulässigkeit von Gestaltungsmaßnahmen“, heißt es in der Stellungnahme weiter. Wenn die Flächen zur Gestaltung freigegeben würden, würde das Kulturamt den für Kunstwettbewerbe üblichen Verfahrensweg einschlagen. Alternativ könne der Ortsbeirat einen Direktauftrag an ansässige professionelle Graffiti-Künstler vergeben. Die Kosten müssten so oder so vom Ortsbeirat getragen werden.

Der Ortsbeirat 7 wird nun das weitere Vorgehen in seiner heutigen Sitzung besprechen. „Wir müssen schauen, ob es auf der Grundlage eine Möglichkeit zur Verschönerung der Unterführung gibt“, sagt Ortsvorsteherin Will. Die Sitzung ist öffentlich und findet ab 19.30 Uhr im Pflegeheim Praunheim, Alt-Praunheim 48, statt.

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