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Deutsche Bahn gibt grünes Licht: Bahnhofs-Toilette in Höchst öffnet wieder

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Von: Holger Vonhof

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Die Toilette im Bahnhof Höchst (Frankfurt) öffnet wieder. Organisiert wird die Stadtteil-Aktion von der Ludwig-Erhard-Schule, ihrem Förderverein, der Caritas, dem Nachbarschaftsverein Unterliederbach, dem Gesundheitsamt Frankfurt und dem Regionalrat Unterliederbach.
Die Toilette im Bahnhof Höchst öffnet wieder. Organisiert wird die Stadtteil-Aktion von der Ludwig-Erhard-Schule, ihrem Förderverein, der Caritas, dem Nachbarschaftsverein Unterliederbach, dem Gesundheitsamt Frankfurt und dem Regionalrat Unterliederbach. © Maik Reuß

Die Bahnhofs-Toilette in Frankfurt-Höchst darf wieder öffnen. Die Deutsche Bahn erteilt dafür eine Erlaubnis. Nun wird renoviert.

Frankfurt – Zum 1. März soll die WC-Anlage im Empfangsgebäude des Höchster Bahnhofs wieder geöffnet werden. Möglich machen das die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) und die Stabsstelle Sauberes Frankfurt. Die Toilettenanlage war zum Jahreswechsel geschlossen worden, weil die SFG gGmbH, die "Servicegesellschaft für Frankfurt und Grüngürtel", unter deren Dach die dort tätigen Mitarbeiter beschäftigt waren, in Insolvenz gegangen ist (wir berichteten).

Künftig soll die Toilettenanlage nun von der FES betrieben werden, in deren Betreuung sich neben etwa 30 WCs in U- und S-Bahnhöfen auch das an der Straßenbahnendhaltestelle Zuckschwerdtstraße befindet.

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Derzeit wird der Toilettentrakt in dem denkmalgeschützten, aber sehr heruntergekommenen Jugendstil-Gebäude, das 1914 erbaut und 1920 offiziell eröffnet worden ist, von Mitarbeitern der FES renoviert. "Mehrere Tausend Euro", so berichtet FES-Sprecher Stefan Röttele, würden investiert. Zwar könne die Toilettenanlage nicht komplett saniert werden, doch seien in der vergangenen Woche die Maler zugange gewesen und es habe zum Teil neue Fliesen und eine neue Beleuchtung gegeben. Gestern sind neue Klodeckel und neue Toilettenpapier-Halter montiert worden. Die Bahn hat als Gebäude-Eigentümer zumindest ein marodes Abwasserrohr instand setzen lassen.

Zusammen mit der Stabsstelle Sauberes Frankfurt habe man seit Anfang Dezember nach einer Lösung gesucht, berichtet Röttele, und Ziel sei es gewesen, eine Lösung schon zu Jahresbeginn zu präsentieren. Dass das nicht geklappt habe, sei "der komplexen Abstimmungssituation geschuldet".

Die sieht so aus: Die Stabsstelle Sauberes Frankfurt hatte die nun insolvent gewordene SFG schon seit mehr als zehn Jahren für die Toiletten-Dienstleistungen bezahlt - was eigentlich als Überbrückungslösung gedacht war, weil die Deutsche Bahn selbst sich weitestgehend aus dem Thema heraushält und sich nicht in der Pflicht sieht, ihren Fahrgästen eine Toilette anzubieten - bei täglich bis zu 45 000 Fahrgästen, denn der Höchster Bahnhof gilt als wichtigster Umsteigeknoten für Pendler aus dem Westen der Stadt und dem Main-Taunus-Kreis. Mit dem Bau der Regionaltangente West (RTW) wird eine noch weit höhere Fahrgast-Frequenz erwartet.

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Das Empfangsgebäude befindet sich in weiten Teilen im Eigentum der Deutschen Bahn, nur der östliche Gebäudeteil - zur Bruno-Asch-Anlage hin - ist an die städtische Beteiligungsgesellschaft Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH (KEG) verkauft worden ist. Auch die Toilettenanlage gehört der Deutschen Bahn; dass andere nun in ihrem Haus auf eigene Kosten diese Toiletten betreiben, hat die Bahn mit einem "Gestattungsvertrag" erlaubt.

Für die ersten drei Monate soll wieder die Stabsstelle Sauberes Frankfurt die Kosten tragen; deren Leiterin Claudia Gabriel allerdings das seit mehr als einer Dekade existente Finanzierungs-Provisorium beenden möchte und darauf hofft, dass das Amt für Bau und Immobilien (ABI) die Anlage in seine städtische Toiletten-Infrastruktur übernimmt. Betrieben werden soll sie weiter von der FES - mit Mitarbeitern aus der Müllentsorgung, die wegen gesundheitlicher Einschränkungen nicht mehr auf Leerungs-Tour geschickt werden können und so bis zu ihrer Pensionierung weiterbeschäftigt werden.

Wann die schon mehrfach von der Bahn verschobene Sanierung des Bahnhofsgebäudes beginnt, ist noch nicht klar. Zumindest soll dort inzwischen jedoch eine Toilettenanlage in den Plänen ausgewiesen sein. (Holger Vonhof)

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