Hand in Hand für mehr Sicherheit am Bahnübergang: Heike und Peter Stoner sind regelmäßig vor Ort.
+
Hand in Hand für mehr Sicherheit am Bahnübergang: Heike und Peter Stoner sind regelmäßig vor Ort.

Initiative ist zufrieden

Bahnübergang besteht Bewährungsprobe

  • VonSabine Schramek
    schließen

Automatische Schranken und neue Ampeln an der Oeserstraße

Der erste Teil der Umbaumaßnahmen für den Bahnübergang in Nied, an dem im Mai 2020 eine 16 Jahre alte Fußgängerin tödlich verunglückt und zwei weitere Menschen schwer verletzt wurden, ist seit einem Monat in Betrieb und wird weitgehend akzeptiert. Die Bürgerinitiative ist regelmäßig vor Ort.

Es klingelt warnend, bevor sich die Schranken am Bahnübergang Nied schließen. Signalampeln zeigen erst gelb, dann rot. 32,4 Sekunden lang ist für Passanten Zeit, die Fußwegschranken zu queren. Sichtlich erleichtert stoppen Heike und Peter Stoner die Zeit, betrachten die Lichtsignale und hören zu, wenn das akustische Signal ertönt. Das Rauschen der Züge ist gleich geblieben. Nachts wird der Übergang beleuchtet, um ihn sicherer zu machen. "Ich habe schon mehrmals vorbeigeschaut und es wird immer besser", sagt die Initiatorin der Bürgerinitiative "Die Schranke in Nied muss weg".

"Es ist auch sehr gut, dass der Bahnübergang regelmäßig überwacht wird." Nicht nur aus dem roten Container heraus, der das ehemalige Wärterhäuschen ersetzt und freien Blick auf die automatisierte Anlage gibt, sondern auch aus einem Wagen neben den Schranken heraus, in dem ein Mann alles genau registriert.

"Der Verkehr läuft deutlich flüssiger als vorher und die Leute scheinen es akzeptiert zu haben", so Heike Stoner. Die Schranken öffnen und schließen sich. Züge rauschen vorbei. Aus der Birminghamstraße ist das Abbiegen nur nach rechts auf die Oeserstraße erlaubt. "Das ist ein bisschen blöd gelöst, weil man weiter unten irgendwo drehen muss, um zur Sportanlage der SG zu kommen", sagt Peter Stoner. "Aber das war schon vorher so."

Im selben Moment fährt ein Wagen plötzlich geradeaus über die Schienen auf den Platz der Niddahalle. Beide schütteln den Kopf. "Eigentlich müsste noch ein Verkehrspolizist her, damit die, die es immer noch nicht lernen wollen, doch noch lernen", sagen sie.

Eine Frau, die mit zwei Kindern zu Fuß unterwegs ist, zeigt auf die beiden Kleinen und bemängelt, dass es keine Ampelanlagen für sie gibt. "Es ist wirklich alles schon viel besser geworden, aber sie rennen halt automatisch los, wenn kein Zebrastreifen oder keine Fußgängerampel da ist, wenn sie alleine die Straßenseite wechseln wollen." Stoner verspricht ihr, darauf hinzuweisen, damit sie sicher zum und vom Sport kommen können. Die Signalanlagen zeigen gelbes und rotes Licht nach dem Warnton bevor die Schranken schließen.

Erste von drei Stufen ist erfüllt

Die Bürgerinitiative kämpft weiter. Der erste Teil des dreistufigen Plans der Deutschen Bahn ist erfüllt, den sie zusammen mit der Stadt Frankfurt im Oktober 2020 vorgestellt hat. Nach dem tragischen Tod der 16-jährigen Cindy und zwei schwer Verletzten am 7. Mai 2020, die von einem Zug erfasst wurden, weil die Schranke nicht schloss, wurde die Bürgerinitiative gegründet. Sie zählt mittlerweile 1503 Mitglieder und bleibt bei ihrer Forderung, dass die Schranke weg muss.

Seit 60 Jahren ist die Gefahr bekannt, immer wieder wurde vor tödlichen Gefahren am Bahnübergang gewarnt. Erst auf Druck der Bürgerinitiative nach dem tragischen Unfall kam Bewegung in die Sache. Der von der Bahn und der Stadt vorgestellte Plan sieht im nächsten Schritt nun den Bau einer Unterführung für Fußgänger bis 2023/2024 vor und bis 2027 auch eine Unterführung für Fahrzeuge. Auf Anschreiben an die Stadt werde seit einiger Zeit allerdings nicht reagiert, beklagt Stoner.

Am kommenden Donnerstag hat die Bürgerinitiative ihre Vorstandssitzung. "Da werden wir weitere Ideen sammeln und die nächsten Schritte planen. Wir geben nicht auf, damit nie wieder so grauenhafte Unfälle passieren können." Froh sind beide darüber, dass die neue Anlage funktioniert, konsequent überprüft wird und von den Leuten angenommen wird.

Lob für ihre Arbeit und Hartnäckigkeit erntete die Bürgerinitiative übrigens vom Oberbürgermeister persönlich: "Sie hat den Umbau maßgeblich vorangetrieben", erklärte Peter Feldmann (SPD) in seiner Leistungsbilanz-PK für den Frankfurter Westen am Mittwoch. Sabine Schramek

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare