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Menschen warten am 27.07.2015 in der U-Bahnstation vom Hauptbahnhof in Frankfurt am Main (Hessen) auf die passende U-Bahn. Ohne größere Probleme ist der Berufsverkehr im Rhein-Main-Gebiet trotz der Sperrung des zentralen S-Bahntunnels unter der Frankfurter Innenstadt angelaufen. Foto: Christoph Schmidt/dpa (zu dpa/lhe/lrs "Erster Werktag ohne S-Bahntunnel in Frankfurt - Bauarbeiten im Plan" vom 27.07.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Neues Nachtnetz

Bald fahren in Frankfurt Busse und Bahnen rund um die Uhr

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Am Wochenende fahren künftig viele Busse und Bahnen die ganze Nacht hindurch. Die Ablösung des bisherigen Nachtbusnetzes lässt sich die Stadt rund 2,4 Millionen Euro pro Jahr kosten. Zum Fahrplanwechsel im Dezember kommen außerdem weitere Verbesserungen.

Der Pilotbetrieb startete im vergangenen Dezember: Seitdem fahren zwei U-Bahn-Linien in den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag ohne Pause die ganze Nacht hindurch. Dieses Angebot kommt so gut an, dass die Stadt jetzt eine Ausweitung plant. Vom kommenden Dezember an gibt es am Wochenende Nachtbetrieb auf fast allen U- und Straßenbahnstrecken sowie auf vielen Buslinien (siehe Übersicht rechts). Damit werden die in den 90er-Jahren eingeführten Nachtbusse abgelöst, die künftig nur noch wochentags unterwegs sind. Hinzu kommt ab August der vom Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) angekündigte Nachtverkehr auf fast allen S-Bahn-Linien.

„Wir demonstrieren damit, dass Frankfurt nicht nur gefühlt eine Metropole ist, sondern auch real“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) am Dienstag bei der Vorstellung des neuen Angebots, das sich die Stadt rund 2,4 Millionen Euro pro Jahr kosten lässt. „Wir hoffen, dass wir einen Teil dieser Summe durch zusätzliche Fahrgeldeinnahmen decken können“, sagte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD).

Geld wird nicht nur für Fahrer, Strom und Diesel aufgewendet, sondern auch für zusätzliches Sicherheitspersonal. Dieses soll vor allem auf den Außenästen mitfahren, wo nicht mehr so viele Fahrgäste unterwegs sind.

„Wir bekommen ein hervorragendes Angebot“, sagte Oesterling, der den Nachtverkehr in Berlin oder Paris als Vorbild nannte. Die Städte reagierten damit auf das veränderte Freizeitverhalten. „Perspektivisch denken wir darüber nach, das Angebot auf die ganze Woche auszudehnen“, sagte Oesterling. „Aber jetzt sammeln wir erst einmal Erfahrungen.“ Er rechnet nicht damit, dass sich Anwohner in größerer Zahl über den Lärm des Nachtbetriebs beschweren werden. „Das geht im Rauschen des Individualverkehrs unter.“

Für den Fahrplanwechsel im kommenden Dezember kündigte Oesterling weitere Verbesserungen an. So werde die vor einigen Jahren stillgelegte Straßenbahnlinie durch die Kleyerstraße wieder in Betrieb genommen. Sie soll ganztägig von der Linie 14 bedient werden. „Die neuen Wohngebiete im Gallus führen zu einer zusätzlichen Nachfrage“, sagte Oesterling. Den derzeit von der Linie 14 bediente Streckenast zum Bahnhof Louisa übernimmt die Linie 18. Auf der Linie 11 wird eine neue Haltestelle an der Bethmannstraße eingerichtet.

Noch fehlen für die geplanten Angebotserweiterungen die Fahrzeuge, so dass vorübergehend auch ältere, nicht barrierefreie Wagen eingesetzt werden müssen. Doch nach einer Ausschreibung wurde laut Oesterling jetzt der Zuschlag für den Kauf von 38 neuen Straßenbahnen erteilt. Wer diese liefern wird, durfte er noch nicht sagen, weil die Einspruchsfrist unterlegener Bewerber noch läuft. Nur so viel verriet er: Die neuen Straßenbahnen werden ganz anders aussehen als die vorhandenen.

OB Feldmann hat unterdessen noch ganz andere Ideen für die Straßenbahn: Er kann sich vorstellen, dass auch den Gleisen künftig auch Güter transportiert werden – um die Zahl der Lieferfahrzeuge zu reduzieren.

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