Giuseppe Balducci und sein Chefkoch Maurizio Manzella.
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Giuseppe Balducci und sein Chefkoch Maurizio Manzella.

Restaurant-Tipp Frankfurt

Das „Balducci“ ist jetzt auch in Sachsenhausen

„Io non parto più“ – ich geh nicht mehr weg, nennt sich ein Lied aus dem Repertoire von Giuseppe Balducci. Und fast scheint es, als hätten diese Worte einen tieferen Sinn für ihn.

„Io non parto più“ – ich geh nicht mehr weg, nennt sich ein Lied aus dem Repertoire von Giuseppe Balducci. Und fast scheint es, als hätten diese Worte einen tieferen Sinn für ihn. Schließlich ist der singende Gastronom, der vor Kurzem das Balducci in Sachsenhausen eröffnete, schon seit 1974 in Deutschland. „Ich war gerade einmal 15 Jahre alt, als ich meine Koffer gepackt habe“, erinnert sich der gebürtige Italiener. Damals seien die beruflichen Aussichten in seiner Heimat nicht gerade rosig gewesen. Hier dagegen hat er schnell eine Stelle gefunden, und zwar im Ristorante da Claudio in Walldorf.

Zu seinen Kollegen gehörte Chester Sauri, der sich nicht nur zu einem guten Freund, sondern auch zu einem langjährigen Kompagnon entwickelte. Gemeinsam haben sie mehrere Lokale betrieben: Den Auftakt ihrer Geschäftsbeziehung bildete die Leiter, das Kultrestaurant in der Kaiserhofstraße. Anschließend folgten die Bella-Donna-Lokale in Sachsenhausen, Bockenheim und Westend. Er brachte die Mainterrasse in Seligenstadt auf Vordermann und konnte das Balducci in der Frankfurter Innenstadt ebenso erfolgreich etablieren wie den Ableger in Eschborn. Weil er aus gesundheitlichen Gründen etwas kürzer treten muss, will er sich in Zukunft aber nur noch auf ein Lokal konzentrieren.

Und das befindet sich in der Oppenheimer Landstraße 49. In den Räumen des früheren L’Angoletto hat er für frische Farbe gesorgt und die ehemals nackten Tische mit hellen Tüchern eingedeckt. „Das wirkt auf die Gäste wesentlich einladender“, so der Inhaber. Die gemütliche Atmosphäre verstärkt er in den Abendstunden durch viele Kerzen. Hinter den Kulissen hat er ebenfalls einiges geändert. Über die einwandfrei funktionierende Küche freut sich besonders Chefkoch Maurizio Manzella: „Er hat vor mehr als 15 Jahren bei mir angefangen und seither alle Eröffnungen mitgemacht“, sagt Balducci.

Seine mit dem Küchenchef zusammengestellte Speisekarte präsentiert eine breite Auswahl italienischer Klassiker. Während der Mittagszeit kommt unter dem Motto „Presto Presto“ ein Zwei-Gänge-Menü auf den Tisch (9,50 bis 13,50 Euro). Wer mehr Zeit und Hunger hat, gönnt sich ein weiteres Gericht. Auf der Rechnung stehen dann 22,50 Euro. Wechselnde saisonale Empfehlungen ergänzen das Angebot für mittags und abends. Und wie sieht es mit der Qualität aus? Durch die „Antipasto Balducci“ (14,50 Euro) können sich die Gäste einen schönen Einblick in landestypische Vorspeisen verschaffen. Auf einem großen Teller finden sich gegrillte Auberginen und Zucchini, Paprika aus dem Backofen, Tomaten und Mozzarella, Rucola und Parmesan, Vitello Tonnato und Crevettensalat. An den Produkten gibt es nichts zu meckern. Allerdings hätte das Ganze etwas mehr Würze vertragen können. Weiter geht’s mit Kalbsleber, die der Chefkoch in mundgerechte Stückchen schnippelt, danach mehliert und mit Zwiebeln und Weißwein anbrät (19,50 Euro). Das Ergebnis ist butterzart und lässt genauso wie die Gemüsebeilage solides Handwerk erkennen. Für Pastafans hingegen dürfen es Tagliolini mit Wintertrüffeln sein (16,50 Euro). Frischer Parmesan krönt die fachkundig gegarten Bandnudeln und die in Stifte geschnittenen Pilze. „Dadurch können sie ihr Aroma besser entfalten“, erklärt der Betreiber. Wintertrüffel seien im Geschmack ja nicht ganz so intensiv.

Um die italienischen Momente im Leben richtig genießen zu können, braucht es natürlich noch die entsprechenden Weine. Im Keller von Balducci reihen sich Erzeugnisse aus allen wichtigen Regionen aneinander. Seine Kollektion umfasst sowohl Produkte von kleinen Winzern als auch von großen etablierten Weinbauern – darunter etwa die Antinoris, die berühmte Familie aus der Toskana. Zur Kalbsleber empfiehlt der Inhaber übrigens einen Le Volte von Tenuta dell’Ornellaia (44 Euro). Eine gute Wahl, denn mit ihren würzig-fruchtigen Aromen kann sich die Cuvée aus Merlot, Sangiovese und Cabernet Sauvignon problemlos behaupten. Fehlt nur noch die passende musikalische Untermalung, die am authentischsten klingt, wenn sie vom Betreiber kommt. Denn Balducci ist nicht nur Gastronom, sondern auch passionierter Sänger. Und ein Lied, das ihm sehr am Herzen liegt, trägt den Titel „Io non parto più“.

Balducci, Sachsenhausen, Oppenheimer Landstraße 49, Tel. 66408861, , Di–So 11.30–15 + 17.30–23 Uhr, Mo Ruhetag.

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