Die Fußballer wünschen sich hier eine Klubkneipe.
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Die Fußballer wünschen sich hier eine Klubkneipe.

Laute Musik

Partylärm in Oberrad: Bar am Sportplatz nervt die Fortuna-Kicker

  • Stefanie Wehr
    VonStefanie Wehr
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Das Vereinsheim "Grüne Scheune" im Frankfurter Stadtteil Oberrad ist mit Partys und Musik-Veranstaltungen wie ein Fremdkörper auf dem neuen Fußballplatz.

Frankfurt - Die "Grüne Scheune", das umgebaute Vereinsheim des FC Fortuna an der Gerbermühlstraße, steht in der Kritik, weil dort offenbar zu laut und zu lange gefeiert wird. Anwohner am Feldrand in Oberrad sowie Nutzer des benachbarten Tennisclubs beschweren sich über Partys, die am Wochenende teilweise bis frühmorgens gefeiert werden.

Nicht nur die Anlieger, auch die Nutzer des erst vor kurzem wieder eröffneten Fußball-Geländes inklusive des neuen Kunstrasens sind nicht glücklich mit dem Konzept des Pächters. "Was dort samstags vor sich geht, inklusive Drogenkonsum und lauter Musik, geht unserer Ansicht nach gar nicht" sagt Stefan Uhl, Vorsitzender des Fußballvereins Oberrad 05. Die "05er" nutzen ebenfalls den Fußballplatz an der Gerbermühlstraße. Dort tragen die Jugendmannschaften und die Mädchen und Frauenmannschaften zumeist samstags ihre Spiele aus.

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Dann ist die Grüne Scheune geöffnet, bietet aber den Spielern und Gästen kein sportgerechtes Angebot, sondern lockt eher abseits ein ganz anderes Publikum an. Zu der mit Holzpaneelen beschlagenen Scheune mit Sitzgelegenheiten auf Sandboden kommen weniger die Mitglieder der Vereine, sondern vor allem externe Gäste. Die Scheune, die vor zwei Jahren dort eröffnet hatte, hatte vor Corona viel Publikum zu ihren Partys angezogen.

Pächter des Vereinsheims ist Kai Abicht, der in Oberrad das erste Haus am Platz, das Restaurant "Grüne Soße und mehr", am Buchrainplatz betreibt. Er sieht sich zu Unrecht beschuldigt. Dass bis spät in die Nacht dort gefeiert werde, streitet er ab. "Wir sind ein Barbetrieb, und wir halten uns an die Öffnungszeiten, die wir haben, nämlich am Wochenende von 14 bis 22 Uhr. Länger können wir gar nicht öffnen, weil wir gar nicht dürfen", sagt Abicht. Er achte stets darauf, dass die Musik leise sei. Zwischenzeitlich war wegen eines Versehens von Amtsseite keine Ausschanklizenz vorhanden. Die liege inzwischen aber wieder vor.

Als Vereinsgaststätte könne er von Getränken und Würstchengrill und lediglich mit Einnahmen von Vereinsmitgliedern nicht leben, erklärt Abicht. Deshalb und weil es ohnehin keinen Ort gebe, an dem junge Leute aus dem Stadtteil gehen können, habe er das Bar-Angebot erdacht. Zuweilen legten DJs auf, die Gäste hielten sich bei gutem Wetter draußen auf, auch wegen Corona.

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Doch eben dieses Bar-Konzept ist der Fortuna selbst inzwischen ein Dorn im Auge. Spätestens seit der Wiedereröffnung des Geländes mit neuem Kunstrasen und Rasenplatz passe die Grüne Scheune so nicht mehr zum Verein. "Dass die Scheune so ist, wie sie ist, hat sich über die Zeit so ergeben. Vor Corona hatten wir hier eine Baustelle, der Platz wurde deshalb nicht genutzt, und während der Pandemie sowieso nicht. Da war es okay, hier Partys zu feiern. Aber jetzt nicht mehr," so Ohrt. Es passe nicht gut zusammen, wenn etwa samstagnachmittags Jugendmannschaften spielen, vorne aber der Eingang von einem Tisch mit Kasse blockiert sei für Veranstaltungen in der Scheune. Denn dort finde nicht nur regulärer Barbetrieb statt, sondern auch Events, die Eintritt kosten. Veranstalter sei dann etwa ein DJ, der Geld verlangt. "Das geht nicht, dass die Zuschauer der Fußballspiele und die Spieler selbst erst an der ,Tür' erklären müssen, dass sie aufs Vereinsgelände wollen", findet der Vorsitzende.

Der Außenbereich im Sommer 2020.

"Wir wünschen uns ein Angebot, das den Vereinsmitgliedern mehr zugute kommt und auch unter der Woche Getränke und Essen bereitstellt", so Ohrt. Immerhin: Würstchen vom Grill bietet inzwischen donnerstags ein mobiler Imbisswagen auf dem Gelände.

Die Fortuna hat Kai Abicht deshalb längst gekündigt. Aber erst Ende nächsten Jahres wäre regulär das Pachtverhältnis beendet. "Wir stehen aber in Gesprächen und versuchen, eine Lösung zu finden", so Ohrt. Abicht ist enttäuscht, dass "der Kultur im Stadtteil kein Raum gegeben wird". Musikveranstaltungen wie kürzlich das Benefiz-Konzert für die Flutopfer auf dem Buchrainplatz würden wegen Lärmbeschwerden abgebrochen, Lesungen fänden kaum noch statt, für junge Leute gebe es kein Angebot. "Wo sollen die Leute hingehen?" (Stefanie Wehr)

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