Gericht

Basler verklagt Rot-Weiss Frankfurt

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Ärger mit Mario Basler, das ist nichts Neues für Rot-Weiss Frankfurt. Nun will der frühere Nationalspieler laut "Bild" die angeblich ausstehende Zahlung von 5000 Euro für sein Engagement als Trainer einklagen.

Als Mario Basler im Oktober 2017 mit einer 45-minütigen Show-Pressekonferenz beim damaligen Fußball-Hessenligisten Rot-Weiss Frankfurt vorgestellt wurde, gab es natürlich auch Fragen nach der Finanzierung eines so prominenten Trainers. Schließlich war längst bekannt, dass der Verein in finanziellen Schwierigkeiten steckte. Damals fiel von Basler der Satz: „Das ist ein Freundschaftsdienst für einen Traditionsverein. Ich bin schon froh, wenn ich mein Spritgeld zusammenkriege.“

Der damals gerade gewählte Präsident Ersan Dincer saß seinerzeit mit am Tisch, und auch Johny Baez war dabei, Spielerberater, Basler-Freund und im ebenfalls ganz neu zusammengestellten Aufsichtsrat von Rot-Weiss vertreten. Beide betonten, dem Verein würden keine Kosten entstehen, denn Baslers Engagement werde „von Privatleuten finanziert“. Jetzt pöbelte Baez bei der „Bild“ gegen den Verein, sprach von „Trotteln“ und „Voll-Amateuren“. Gleichzeitig verkündete er dort seinen angeblichen Rücktritt aus dem Rot-Weiss-Aufsichtsrat.

Ersan Dincer, der gestern Abend bei der Jahreshauptversammlung am Brentanobad seine neue Vorstandsmannschaft vorstellte und auf die Zustimmung der Mitglieder hoffte (die Sitzung war bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht beendet), wollte ob des laufenden Verfahrens „keinen Kommentar“ zur Sache abgeben. Zwei Dinge aber konnte er klarstellen: Erstens gibt es am 13. Oktober tatsächlich eine Verhandlung im „Fall Basler“, allerdings sei das Verfahren von dessen Berateragentur angestrengt worden. Und zweitens sei von einem Rücktritt von Johny Baez bei Rot-Weiss nichts bekannt. Er könne sich aber durchaus vorstellen, dass es bei der Jahreshauptversammlung Anträge zum Ausschluss des in Frankfurt geborenen Spaniers geben könnte, so Dincer.

Basler war mit viel Tamtam vorgestellt worden, hatte aber wegen anderweitiger Verpflichtungen seinen Traineraufgaben nicht wie gewünscht nachkommen können. Auftritte in Fernsehsendungen und Sponsorentermine standen der Arbeit mit der Mannschaft immer öfter im Weg. Basler beharrte zwar nach dem Ende seines Engagements immer wieder darauf, es sei alles so abgesprochen gewesen. Bei den „Roten“ aber zeigte man sich angesichts der geringen Anwesenheit des Cheftrainers überrascht.

Johny Baez betonte damals wie heute, Basler hätte Rot-Weiss in Image-Fragen und bei der Sponsoren-Gewinnung helfen können. Und das hatte man am Brentanobad in der Not wohl auch gehofft. Stattdessen entpuppte sich die Zusammenarbeit als ein einziges Missverständnis. Basler, offenbar in seiner Ehre gekränkt und um seinen Ruf besorgt, ließ mit Hilfe von Baez immer wieder über seine „Lieblingszeitung“ seine Sicht der Dinge verbreiten. So wie auch jetzt. „Schade für einen Traditionsverein, der von solchen Leuten in den Abgrund geführt wird“, zitiert die „Bild“ den 49-Jährigen. Ob der tatsächlich Ansprüche hat oder nicht, wird nun also das Gericht klären. Und dann ist das unsägliche Kapitel „Mario Basler und Rot-Weiss Frankfurt“ hoffentlich endgültig beendet.

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