Der Alte Bahnhof ist schon lange dem Untergang geweiht, im November soll er abgerissen werden, teilt die Deutsche Bahn mit. Sie braucht den Platz für die Baustelle.
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Der Alte Bahnhof ist schon lange dem Untergang geweiht, im November soll er abgerissen werden, teilt die Deutsche Bahn mit. Sie braucht den Platz für die Baustelle.

Strecke durch Niederrad

Bauarbeiten der Bahn: Lärmschutz geht vor

  • vonStefanie Wehr
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Im Herbst beginnen die Vorbereitungen für die Trassenerweiterung. Der Krach ist programmiert.

Die Bahnstrecke zwischen Niederräder Eisenbahnbrücke und Frankfurt Stadion wird von vier auf sechs Gleise erweitert. Vor Herbst wird nichts passieren, heißt es bei der Deutschen Bahn, doch der Ortsbeirat 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) weiß: Wenn nicht jetzt schon Weichen gestellt werden dafür, dass die Anwohner nicht unter Bau- und Verkehrslärm auf der vierspurigen Bahnstrecke Frankfurt-Mannheim leiden, dann ist es zu spät. Deshalb wurde in der letzten Legislaturperiode noch ein gemeinsamer Antrag verabschiedet, der vor allem eins im Blick hat: Bei den Bauarbeiten zum Ausbau der Bahntrasse durch Niederrad müssen die Anwohner vor Lärm geschützt werden. Der Ortsbeirat will mitreden: Das Gremium fordert eine Projektleitung aus Bahn, Stadtverordnetenversammlung und Ortsbeirat für die Projekt- und Bauzeit, die gemeinsam entscheidet.

Der Knotenpunkt Frankfurt-Stadion, so der Arbeitstitel der Streckenerweiterung bei der Bahn, wird ausgebaut, weil er überlastet ist. Auf einer Strecke von vier Kilometern von der Brücke bis zum Knotenpunkt Frankfurt-Stadion kommen zu den bestehenden vier Gleisen noch zwei dazu. Das bedeutet: Überführungen über Straßen vor allem in Niederrad müssen verbreitert werden, die Gleise rücken näher an die Wohnbebauung heran. Der Zeitplan ist auf zehn Jahre angesetzt, Bauende wäre 2029.

Noch ist das Planfeststellungsverfahren für die zweite Baustufe im Gang. So viel steht fest: Los gehen soll es mit den Bauarbeiten im Herbst dieses Jahres. Allerdings erst mit "Vorlaufarbeiten", wie es die Bahn nennt. Das Baufeld wird freigeräumt, Bäume zurückgeschnitten und Versickerungsbecken gebaut. "Im Niederräder Bahnhof bauen wir ein und passen dort die Oberleitung an. Außerdem sollen die Arbeiten an den Eisenbahnüberführungen Goldsteinstraße und Golfstraße sowie der Rückbau der Eisenbahnüberführung Schwanheimerstraße beginnen", erläutert eine Sprecherin der Deutschen Bahn auf Anfrage.

Im November geht es auch dem Gebäude des Alten Bahnhofs Niederrad, wo das gleichnamige Restaurant untergekommen war, das wegen des angekündigten Streckenausbaus schon vor Jahren schließen musste, an den Kragen. "Das ehemalige Empfangsgebäude des Bahnhofs Niederrad soll ab Ende November 2021 abgebrochen werden", bestätigt die Sprecherin.

Lange und hohe Schallschutzwände

Die Bahn verspricht Lärmschutz: Eine 1400 Meter lange und vier bis sechs Meter hohe Schallschutzwand soll entlang der Ostseite der neuen Strecke gebaut werden. Entlang der Strecke Forsthaus-Niederrad wird eine 520 Meter lange und drei Meter hohe Schallschutzwand gebaut.

Ein Schallschutzwand ist aber nicht genug, denn zunächst werden vor allem die Bauarbeiten im Stadtteil extrem laut. "Viele in Niederrad können sich noch nicht vorstellen, was das bedeutet", sagt Johst Oldenbourg vom SPD-Ortsverein. Der Kampf habe noch gar nicht richtig begonnen, doch Mietminderungen, Forderungen nach Hotelunterbringung während der heißen Bauphase, auf all das werde sich die Bahn gefasst machen müssen.

Der Ortsbeirat fordert durchgehende Lärmschutzwände auf beiden Seiten der Gleise schon während der Bauzeit. Für die Niederräder wird es zudem unbequem, wenn wegen der Bauarbeiten Straßen und die Unterführungen Goldsteinstraße, Golfstraße, Adolf-Miersch-Straße und Uferstraße gesperrt werden. Die Überführungen dürften nicht gleichzeitig gesperrt werden, sondern nur nacheinander. Das Stadtteilgremium fordert zudem, dass die Bevölkerung über anstehende Bauphasen umfassend aufgeklärt wird. Die Bahn gibt an, dass die ersten Infoveransaltungen für Herbst 2021 angesetzt werden, sobald der Planfeststellungsbeschluss vorliegt. Stefanie Wehr

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