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Bauboom hält auch 2017 an

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Von: Thomas Remlein

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Der Bauboom in Frankfurt ist ungebrochen: Das ?Winx?, ein 110 Meter hoher Büroturm auf dem Maintor-Areal, soll Ende 2017 fertig sein. Allerdings zeigt sich eine Trendwende. Die Zahl der Bürotürme ist rückläufig, vielmehr liegen Wohntürme im Trend.
Der Bauboom in Frankfurt ist ungebrochen: Das ?Winx?, ein 110 Meter hoher Büroturm auf dem Maintor-Areal, soll Ende 2017 fertig sein. Allerdings zeigt sich eine Trendwende. Die Zahl der Bürotürme ist rückläufig, vielmehr liegen Wohntürme im Trend. © Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA

„Henninger-Turm“, „Porsche-Design-Tower“ oder Grand Tower“: Wohnhochhäuser liegen im Trend. Grundsätzlich ist der Bauboom im neuen Jahr ungebrochen.

In keiner anderen deutschen Großstadt wachsen Neubauten so in den Himmel wie in Frankfurt. Und so bekommt die Hochhausfamilie auch 2017 wieder Zuwachs. Das 110 Meter hohe „Winx“ auf dem Maintor-Areal wirdzwar Ende des Jahres fertig, die Büroräume werden aber erst Anfang kommenden Jahres bezogen. Eines fällt beim Blick auf die Bautätigkeiten in der Stadt grundsätzlich auf: Anders als Bürohochhäuser haben derzeit Wohntürme Konjunktur.

Und so werden der neue Henninger-Turm (Sachsenhausen) ebenso bezogen wie das 19 Stockwerke hohe „Praedium“ (Europaviertel). Der „Grand Tower“ wächst neben dem Skyline-Plaza in die Höhe. Und sichert Frankfurt den nächsten Rekord: Mit 172 Metern Höhe wird er Deutschlands höchster Wohnturm sein. Fertig sein soll das Gebäude nach zweijähriger Bauzeit. Außerdem entstehen auf dem einstigen Telenorma-Gelände ein 90 Meter hoher Turm und im Europaviertel der „Porsche-Design-Tower“ sowie auf dem früheren Telekom-Areal in der Stiftstraße (Innenstadt) drei Türme mit Höhen zwischen 40 und 85 Metern.

Natürlich werden nicht nur Wohn- und Hochhäuser in der Stadt gebaut: Der 53 Millionen Euro teure Neubau des Historischen Museums wird im März fertig und den Neubau des Jüdischen Museums wird man in diesem Jahr noch wachsen sehen. Der Bau des Romantik-Museums im Großen Hirschgraben startet 2017. Und auch die ersten Häuser der neuen Altstadt werden, wenngleich sie erst im kommenden Jahr bezogen werden, fertig sein.

Kosten für Bühnensanierung

Mit Spannung erwartet wird das Gutachten für die Sanierung der städtischen Bühnen am Willy-Brandt-Platz. 50 Experten arbeiten daran. Vor allem die Frage, wie viel die Sanierung kostet, beschäftigt Politik wie Bürger: Bislang stehen Summen zwischen 180 und 400 Millionen im Raum. Ende März, Anfang April gibt es endlich Klarheit.

Investiert wird auch weiter in die Verkehrs-Infrastruktur. Das größte Projekt, der Bau der U-Bahn ins Europaviertel, geht Ende des Jahres in eine entscheidende Phase. Dann sollen die riesigen Maschinen, mit denen die beiden 1,4 Kilometer Röhren unter dem Güterplatz gebohrt werden, in Betrieb gehen. Voraussichtlich im Jahr 2022 sollen die ersten Züge auf der neuen Strecke fahren. Wann mit dem Bau der Regionaltengente West begonnen wird, ist noch unklar – 2017 soll aber das Planfeststellungsverfahren starten. Mit dem viergleisigen Ausbau der Strecke zwischen dem Westbahnhof und Bad Vilbel will die Deutsche Bahn in der zweiten Jahreshälfte beginnen. Ob das klappt, ist aber wegen zahlreicher Klagen von Anwohnern fraglich.

Mit weniger Platz in der Eschersheimer Landstraße müssen Autofahrer auf dem Abschnitt zwischen Hügelstraße und Weißer Stein auskommen. Die Hauptverkehrsstraße wird in jede Richtung von zwei auf eine Fahrspur verengt, die Arbeiten beginnen im April. Schon im Februar wird der Kaiserleikreisel umgebaut, damit der Verkehr dort reibungsloser als bislang fließen kann.

Abgefahren ist allerdings der Zug für den Umbau der unterirdischen Ebenen des Hauptbahnhofs im Jahr 2017. Aber zumindest die überarbeiteten Pläne für die Neugestaltung des Bahnhofs-Vorplatzes sollen im kommenden Jahr präsentiert werden.

Das politische Jahr in Frankfurt startet übrigens am 12. Januar mit dem Neujahrsempfang im Römer. 1200 Gäste werden erwartet. Noch im Januar steht die Wiederwahl des amtierenden Gesundheitsdezernenten Stefan Majer (Grüne) auf dem Programm – das Ergebnis der Wahl dient als Stimmungsbarometer für die Befindlichkeit der schwarz-rot-grünen Koalition im Römer. Mit Spannung erwartet wird die Bundestagswahl im September, bei der sich entscheidet, wer als direkt gewählter Abgeordneter Frankfurt in Berlin vertritt. Im Wahlkreis 182 tritt Matthias Zimmer (CDU) gegen Oliver Strank (SPD) an, im Wahlkreis 182 fordert Bettina Wissmann (CDU) Ulli Nissen (SPD) heraus. Inwieweit die 2018 anstehende Wahl des Oberbürgermeisters die Arbeit der Römer-Koalition beeinträchtigt, wird sich zeigen – sowohl Peter Feldmann (SPD) als auch sein Herausforderer, Bürgermeister Uwe Becker (CDU), sind schon im Wahlkampfmodus.

Zwei neue Schulen

Gleich zwei neue Gesamtschulen gehen zum neuen Schuljahr 2017/2018 an den Start: Die Integrierte Gesamtschule (IGS) Kalbach-Riedberg und die Kooperative Gesamtschule (KGS) in Niederrad. Der Unterricht ist zunächst noch an provisorischen Standorten, der Fahrplan für die geplanten Neubauten steht aber schon.

Die „Senckenberg Night“ am 28. Januar ist der Auftakt für zahlreiche Veranstaltungen zum 200-jährigen Bestehen der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Der große Festakt zum Jubiläum steigt im August, bis dahin soll zumindest ein Teil der früheren Uni-Gebäude, die für die Naturforscher komplett umgebaut werden, fertig sein. Das Festprogramm kann unter im Internet abgerufen werden. 20 Jahre gibt es mittlerweile das Papageno-Theater. Theater-Chef Hans-Dieter Maienschein bringt das „Liverpool Oratorio“ von Sir Paul McCartney in der Originalfassung auf die Bühne. Das heißt: über 200 Mitwirkende, internationale Gesangsgrößen und vielleicht sogar der Ex-Beatle im Publikum.

(mu,tre,ing)

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