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Louis Becker, Wolfgang Kirsch, Markus Frank und Udo Steffens (v. l.) legen den Grundstein für die neue Frankfurt School an der Adickesallee.

Frankfurt School of Finance

Bauen für die Banken-Elite der Zukunft

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Bis 2017 will die kleine, private Frankfurt School of Finance einen Neubau für 95 Millionen Euro errichten. Gestern wurde der Grundstein gelegt.

2000 Studenten will die Frankfurt School of Finance & Management in einigen Jahren ausbilden – 600 mehr als gegenwärtig – und in die „Top 5“ der Business Schools weltweit aufsteigen. Momentan schafft sie es schon auf Platz 5 des „Handelsblatt“-Rankings. Es sind ehrgeizige Ziele, die die privat finanzierte Frankfurt School auch erreichen könnte. Eine Voraussetzung ist ein großes und angenehmes Gebäude. Gestern ist es mit der Grundsteinlegung an der Adickesallee näher gerückt.

36,60 Meter hoch und 152 Meter lang soll die neue Hochschule an der Adickesallee auf dem Gelände der ehemaligen Oberfinanzdirektion werden. Die Breite variiert: 56 Meter an der Westseite in Richtung Polizeipräsidium, wo sich das Audimax befindet, und 36 Meter an der Ostseite (Richtung Hauptfriedhof). Nachdem die Gewinner des Architekturwettbewerbs, Henning Larsen Architects aus Kopenhagen, ihren Entwurf vorstellten, gab es Ärger mit dem Denkmalschutz der Stadt. Denn dass das Gebäude aus verschiedenen einzelnen Türmen bestehen soll statt wie die denkmalgeschützte, aber abgerissene Oberfinanzdirektion eine geschlossene Fassade zu bilden, passte eigentlich nicht zu den Vorstellungen der Denkmalschützer. Professor Udo Steffens, Präsident der Frankfurt School, sagte gestern indessen, dass diese Schwierigkeiten behoben seien. Dass die Hochschule trotz begonnener Bauarbeiten nur eine Teilbaugenehmigung hat, habe andere Gründe.

95 Millionen Euro will die private Hochschule in den Bau investieren – kein einziger Euro öffentliche Mittel, wie Steffens sagte. Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) ist sich sicher: „Sie lehren nicht nur Controlling, sie können es auch selbst ausüben.“ Die Baukosten dürften dann im Rahmen der Kalkulation bleiben.

Stadtrat Frank berichtete, er sei kaum zwei Wochen im Amt gewesen, da lief die Hiobsbotschaft um, die Frankfurt School wolle die Stadt verlassen und antichambriere in Bad Vilbel und Offenbach. Die Stadt hat dann das Gelände der ehemaligen Oberfinanzdirektion und des benachbarten Arbeitsgerichts von Bund und Land gekauft. Die Frankfurt School erhielt das 18 550 Quadratmeter große Grundstück der Oberfinanzdirektion für 6,3 Millionen Euro.

Das neue Gebäude soll 2017 bezogen werden. Es wird 38 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche haben, die Türme werden im Erdgeschoss durch eine „Zeil“ verbunden. Wie Steffens anmerkte, ist das Gebäude in der Sonnemannallee nahe der EZB, in dem die künftigen Banker derzeit studieren und das ebenfalls im Eigentum der Frankfurt School ist, rasch zu klein geworden. Wolfgang Kirsch, der Vorsitzende der DZ Bank und Mitglied im Stiftungsrat der Schule, sagte, die Baumaßnahme passe gut zu der auf dem nahe gelegenen Campus Westend der Universität und dem Städel: „Überall spielen Stifter eine große Rolle.“ Die Stifter im Fall der Frankfurt School sind Banken, die sich aber, so Bankchef Kirsch, „gegenwärtig neu erfinden müssen“. Da sei die Investition in „gut, praxisnah und international ausgebildete Mitarbeiter um so lohnender.

Die Frankfurt School ist eine kleine, aber feine Kaderschmiede für Finanzexperten. Sie ging im Jahr 2007 aus der Bankakademie und der Hochschule für Bankwirtschaft hervor und wird von Stiftern, überwiegend Banken, getragen. Sie lassen dort ihren Führungsnachwuchs aus- und weiterbilden. Im Wintersemester 2013/14 hatte die Frankfurt School 1376 Studenten und 5000 Teilnehmer in den berufsbegleitenden Programmen. Dem standen 492 Mitarbeiter gegenüber, davon 53 Professoren.

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