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Pendler hetzen, Autos drängeln, und Bagger bereiten das nächste Betonbett für die Gleise der Straßenbahn am Hauptbahnhof vor.

Weitere Tunnelsperrung droht

Baustellen und Chaos in Frankfurt

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Die Ferien sind vorbei, der S-Bahn-Tunnel ist wieder offen. Doch Frankfurt ist noch immer eine Baustelle. Am gravierendsten sind noch immer die Baustellen der Verkehrsgesellschaft Frankfurt vor dem Hauptbahnhof und in der Eckenheimer Landstraße. Jetzt droht noch eine Sperrung des Theatertunnels.

Stau und Stress sind Autofahrer gewohnt. „Zu Wochenanfang brauchte ich drei Stunden von Mainz hierher zum Hauptbahnhof“, schimpft Bernd, der an der roten Ampel die Scheibe seines Dienstautos heruntergekurbelt hat. Autobahn bis Frankfurt Süd, dann via Kennedyallee, Stresemannallee und Friedensbrücke Richtung Baustelle. „Klar ist das nervig. Aber heute ging es schneller.“ Eben ist die Ampel umgesprungen, der Wagen vor ihm fährt an, Bernd muss Gas geben.

Der Verkehr lief gestern früh wie täglich zah, aber flüssig, trotz der Baumaßnahme der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF), die am Hauptbahnhof die Straßenbahngleise erneuern lässt. Anders als am Montag, als sich die Autos noch in Sachsenhausen stauten. Grund war, wie berichtet, dass die Straßensperren des Museumsuferfests nicht rechtzeitig entfernt werden konnten. Die Straßen sind so überlastet, dass die kleinste Störung alles zum Zusammenbrechen bringt.

Um so schlimmer, dass noch während der laufenden Baumaßnahmen am Hauptbahnhof (bis zum 11. September) der Theatertunnel einige hundert Meter weiter östlich geschlossen werden soll. Wie berichtet, können Autos vom 5. September bis 31. Oktober Autos im Tunnel nicht in Richtung Osten (Römerberg) fahren. Nur in Richtung Westen (Gutleutviertel) ist der Verkehr unter dem Willy-Brandt-Platz möglich. Zu Staus wird es jedoch noch aus einem anderen Grund kommen: Der Tunnel wird stundenweise für beide Richtungen gesperrt. Zum ersten Mal ist dies für Montag, 12. September, 11 bis 14 Uhr, angekündigt. In beide Richtungen wird der wichtige Tunnel auch vom 1. bis 15. November gesperrt sein. Grund für den Autofahrer-Ärger sind Baumaßnahmen in der Berliner Straße. Auf dem Gelände des ehemaligen Bundesrechnungshofes entstehen die Kornmarkt-Arkaden.

An der VGF-Baustelle am Hauptbahnhof indessen sind die Schienenarbeiten im Zeitplan. „Wir haben in der Münchener Straße schon die neuen Schienen geschweißt, hier in der Straße Am Hauptbahnhof wird es auch bald so weit sein“, sagte Hamadi Cerimovic gestern, Polier auf der Baustelle. In zwei Schichten wird gearbeitet.

Bernd Conrads, Sprecher der VGF, versichert: „Bis jetzt läuft alles nach Plan. Wenn es so weitergeht, enden die Arbeiten am 11. September, und am 12. verkehrt die Straßenbahn wieder normal.“ Kalamitäten indes sind bei Bauarbeiten nie ausgeschlossen. So wie vor einigen Tagen, als die VGF die Großbaustelle in der Eckenheimer Landstraße nicht beenden konnte. „Aber auch da werden wir den – neuen – Plan 10. Oktober einhalten“, so Conrads.

Die Straße am Hauptbahnhof bleibt während der gesamten Bauzeit befahrbar.“ Auch dann, wenn die Gleisverbindung von der Münchener Straße zur Station Am Hauptbahnhof gelegt, die Straße von der Baustelle gequert wird. Eine der beiden Spuren bleibe immer in Betrieb.

Auch die Straßenbahn-Passagiere müssen sich derzeit orientieren. Große, gelbe, Schilder hängen an den Fußgängerampeln, weisen die Fahrgäste darauf hin, wo die Tram jetzt abfährt. Anneliese Kresse ärgert sich trotzdem ein wenig. „Ich wusste das alles nicht, es ist der erste Tag nach meinem Urlaub“, sagt die Sozialarbeiterin. Statt wie gewohnt am Hauptbahnhof in die 21 Richtung Uniklinik einzusteigen, muss sie an der Südseite des Hauptbahnhofs in der Mannheimer Straße auf die Tram warten. Zum Glück ist sie früh zuhause losgefahren, kommt wahrscheinlich nicht zu spät zur Arbeit.

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