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Susanne Serke ist die Ortsvorsteherin des Ortsbeirats 6. Der tagte bis zum Beginn dieses Jahres meist im Bolongaropalast hinter ihr. Dass er nun saniert wird, ist ein Thema auch für die Lokalpolitiker.

Ortsvorsteherin Serke blickt auf das Jahr

Von Baustellen, Schulen und Verkehr

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Der „Sechser“ ist der größte aller Frankfurter Ortsbeiräte. Und geführt wird er von einer Frau: Susanne Serke. Die Christdemokratin erklärt, welche Themen sie in diesem Jahr auf die Stadtteil-Politiker zukommen sieht.

Zugeparkte Siedlungen, falsch abgestellte Autos, dazu immer wieder Raser in Durchgangs- und in Wohnstraßen: Ein Dauerbrenner im Ortsbeirat 6 (Frankfurter Westen) ist der Straßenverkehr, und die Zahl der Beschwerden steigt. „Es gibt regelmäßig Klagen über den Verkehr, Geschwindigkeitsüberschreitungen, aber auch wegen fehlender Parkplätze“, sagt Ortsvorsteherin Susanne Serke (CDU). Sie kennt die Probleme von ihrem Wohnort Sossenheim, aber auch von Nied, wo sie aufgewachsen ist. „Die Kontrollen müssen intensiviert werden“, fordert sie. „Ein Erfolg aus dem letzten Jahr ist die Anschaffung des sogenannten ,Enforcement Trailers‘. Denn mit dem mobilen Blitzgerät kann auch nachts kontrolliert werden.“

„Enforcement Trailer“, das heißt so viel wie „Durchsetzungs-Anhänger“ und bezeichnet ein System zur Geschwindigkeitsüberwachung des Herstellers Vitronic. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es an beliebigen Orten nahezu autonom betrieben werden kann – unzerstörbar und ohne Personal, deswegen auch nachts. Nach einem Antrag Susanne Serkes wurde die mobile Blitzfalle schon mehrfach im Frankfurter Westen eingesetzt, etwa in Alt-Sossenheim, auf der Pfaffenwiese in Zeilsheim oder auf der Oeserstraße.

„Auch für den Parkdruck müssen Lösungen her. Die Stadt muss endlich Farbe bekennen, wie es mit dem Bewohnerparken weitergeht“, sagt Susanne Serke. Seit Jahren fühle sie sich bei Anfragen hingehalten. Ein weiteres Ärgernis für die Ortsvorsteherin sind die vielen gewerblich genutzten Transporter, die Parkplätze in den Wohngebieten blockieren. Doch dagegen hat sie noch keine Unterstützung aus den anderen Fraktionen erfahren.

Weg vom Verkehr: „Es werden dringend neue Schulplätze im Frankfurter Westen benötigt“, sagt Susanne Serke – da werden ihr alle anderen Fraktionen zustimmen. Querelen gibt es derzeit nur wegen des Wann und Wie: Unterliederbach etwa benötigt dringend eine neue Grundschule. Geplant war, in den Räumen der auslaufenden Karl-Oppermann-Schule eine solche einzurichten. „Nun verschiebt sich der Plan aber um ein Jahr. Und auch zu einem neuen Gymnasium im Frankfurter Westen gibt es bisher keine Neuigkeiten, stattdessen wird das Gymnasium, das an den Römerhof gebaut werden soll, als Erfolg für den Frankfurter Westen gefeiert“, ärgert sich Susanne Serke. Sie fragt sich, was das etwa Schülern aus Zeilsheim oder Sindlingen bringen soll.

Aktuell seien viele wichtige und große Bauvorhaben umgesetzt oder begonnen worden, etwa der Neubau der Henri-Dunant-Schule, der Höchster Kliniken, die Sanierung des Bolongaropalasts, der Umbau der südlichen Vorplätze am Bahnhof Höchst, sagt Serke. Und mit dem Kreisverkehr in Sossenheim stehe ein neues großes Projekt in den Startlöchern.

„Hier gilt es für uns im Ortsbeirat, am Ball zu bleiben und sowohl den Baufortschritt als auch die Probleme und Schwierigkeiten, die solche umfangreichen Baumaßnahmen mit sich bringen, im Auge zu behalten“, sagt Susanne Serke. „Nehmen wir etwa die Henri-Dunant-Schule: Wir freuen uns, dass es mit dem Neubau vorangeht, müssen aber auch aufpassen, dass der Schulweg für die Kinder mit dem Baustellenverkehr sicher bleibt.“

Ein weiteres großes Projekt für dieses Jahr sei die Regionaltangente West, bei der noch einige Knackpunkte auszuräumen sind: „Sie wird von einer breiten Mehrheit im Ortsbeirat befürwortet“, sagt Serke. Allerdings müsse die Trassenführung so verträglich wie möglich sowohl für die Nutzer als auch für die Anwohner gestaltet werden. „Hier gibt es noch Optimierungsmöglichkeiten, etwa die Zusammenlegung der Haltepunkte Dunant-Siedlung und Sossenheim Bahnhof.“

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