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Franziska Weigel und Jan Wolf sind ein eingespieltes Team.

Country-Nacht

Beim Line Dance wird in einer Reihe angetreten

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Seit mehr als 30 Jahren lädt der 1. Nieder Carneval Club 1969 einmal im Jahr zur Country-Nacht in die Stadthalle Nied ein. Dieses Mal tanzten dort rund 300 Mitglieder aus 15 Vereinen Line Dance. Das ist ein Tanzstil aus den Vereinigten Staaten, bei dem sich die Tänzer in Reihen aufstellen und gemeinsam verschiedene Choreografien performen.

Dass Jan Wolf (36) ein Berliner ist, hört man sofort, wenn er erzählt, warum er gerne Line Dance tanzt. „Es ist wie eine große Familie und zu jedem Song gibt es mindestens eine Choreografie“, sagt er. Line Dance hat seine Wurzeln in den Vereinigten Staaten. Es ist ein Stil, der auf Country-Musik getanzt wird und mit seinen unterschiedlichen Choreografien abwechslungsreich ist. Vor allem aber kann Line Dance auch ohne festen Tanzpartner getanzt werden. Jung und Alt können gleichermaßen mitmachen, der Tanzstil verbindet die Generationen.

Auf dem schwarzen Hemd von Jan Wolf steht auf der Rückseite mit weißer Schrift „White Eagles“, der Name des Vereins, in dem er aktiv tanzt. „Wir kommen aus Merenberg. Das liegt in der Nähe von Weilburg“, erzählt er. Wolf und seine Mitstreiter sind an diesem Abend in die Stadthalle Nied gekommen. Wie viele Besucher des Tanzereignisses trägt er einen passenden Cowboy-Hut auf dem Kopf.

Der 1. Nieder Carneval Club (NCC) 1969 organisiert dort jährlich eine Country-Night mit Line Dance. „Der Termin ist immer eine Woche vor Fastnachtssamstag“, weiß Heike Stoner. Seit zehn Jahre stellen sie und ihr Mann Peter, der auch Vorsitzender und Sitzungspräsident des Vereins ist, das Tanzereignis in der Stadthalle zusammen mit einem großen Team an Mitgliedern des 1. NCC auf die Beine. Aus Zeitgründen war es ihm nicht möglich, die Choreografien im Line Dance zu lernen und zu tanzen, sagt das Ehepaar. 300 Tanzbegeisterte aus 15 Vereinen sind für das Ereignis angereist.

„Angefangen haben wir damit im Jahr 1987“, sagt Margot Becker. Sie ist Schatzmeisterin des Vereins und sitzt wie immer zu diesem Anlass am Eingang an der Kasse und empfängt die Gäste. Becker erinnert sich: „Auslöser war ein zweitägiges Country-Festival des Hessischen Rundfunks in der Stadthalle.“ Dies sei bei den Besuchern sehr gut angekommen. „Wir dachten damals, dass sei auch etwas für den 1. NCC“, sagt Becker. „Wir“ das waren, neben ihr, Vereinsmitglied Manfred Büttner und ihr Mann Gerd. Das Trio hatte die Idee zur Country-Night des 1. NCC.

Büttner hatte selbst eine Country-Band mit dem Namen “ The Roving Gamblers“, die in den Anfängen der Country-Night auf der Bühne stand und für die musikalische Untermalung sorgte. „Früher gab es mehrere Country-Bands im Stadtteil, die zu diesem Anlass live gespielt haben“, so Becker. Auf der Bühne steht an diesem Abend der US-amerikanische Countrysänger Doug Adkins mit seiner Band. Später tritt noch die Band „Louisiana on Tour“ auf. Live-Musik gehört beim Line Dance einfach mit dazu. „Sowohl mein Mann Gerd als auch Manfred Büttner leben nicht mehr“, sagt Margot Becker. Das von ihnen mitbegründete Tanzereignis aber geht weiter.

Jan Wolf tanzte bereits Line Dance in Berlin. Als er beruflich nach Hessen kam, suchte er sich wieder einen Verein. Wolf ist ganz in Schwarz gekleidet, trägt einen Cowboyhut und war kurz zuvor noch auf der Tanzfläche. „Über den Line Dance lernt man schnell neue Leute kennen und kommt ins Gespräch“, weiß er. Franziska Weigel von den „Sulzheimer Luckys“ aus Rheinhessen, bestätigt dies. „Es ist immer eine tolle Atmosphäre und man versteht sich schnell mit den anderen, auch wenn man sich vorher noch gar nicht kannte“, beschreibt sie ihre Eindrücke.

Unterdessen haben sich mehr als hundert Tänzer vor der Bühne aufgestellt. Unter ihnen sind auch Hilde Weber, Gaby Franke und Ellen Goldmann vom „Country- und Western-Club Bommersheim“. Nach ein paar Tänzen legen die drei eine Verschnaufpause ein und erzählen, warum sie sich für Country und Line Dance begeistern: „Ich bin mit der Musik aufgewachsen“, sagt Hilde Weber. Sie erinnere sich noch gut an die Zeit ihrer Jugend mit der US-amerikanischen Besatzung. „Diese Zeit hat mich geprägt.“ Gaby Franke hat selbst einmal in Los Angeles gelebt. Dort wurde ihr Interesse für Country-Musik geweckt. „Ich habe Spaß an der Musik und am Tanzen.“

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