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Sport verbindet. Das wissen auch die Macher des ?Slam-Dunk-Turnier für Integration? und luden zum gemeindsamen Sport. Beim Basketball hatten die Teilnehmer großen Spaß und vesrandten sich gut..

Beim Sport neue Freunde finden

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Das Ziel eines Basketball-Events in der Halle des TSV Bonames war es, das Kontakteknüpfen zwischen jungen Menschen verschiedener Kulturen zu erleichtern.

Das Teamspiel mit drei völlig Fremden hätten sich Taha (18) und Mosharrof (19) ganz anders vorgestellt. Seit Samstagmittag sind die beiden jungen Flüchtlinge aus dem Sudan und Bangladesh in der Halle, spielen gemeinsam in Viererteams mit Sportlern des TSV Bonames sowie Stipendiaten der Stiftung Polytechnische Gesellschaft und der Frankfurter Start-Stiftung. „Das mit dem Team hat von Anfang an ganz wunderbar geklappt. In wenigen Minuten hatten alle in ihre Rolle gefunden“, schwärmt Mosharrof, als er zwischen zwei Spielen eine Pause macht.

Gespielt wird beim „Slam-Dunk“-Turnier (benannt nach einer bestimmten Wurfart im Basketball) in der Halle des TSV auf zwei verschiedenen Spielfeldern. „Auf der einen Seite gibt es Basketball, auf der anderen eine Mischform aus Football und Basketball, wo ein eiförmiger Softball im Team hin und her gepasst und auf den Korb geworfen wird“, erklärt die Geschäftsführerin der Start-Stiftung Andrea Bartl. 60 Sportler waren dabei und hatten Gefallen an der Mischform. „Weil die besonders gute Zusammenarbeit im Team erfordert, hatten wir eigentlich damit gerechnet, dass es für die Mannschaften schwieriger wird, aber bisher haben wir wirklich nur Lob gehört.“

Das Hertie-Stiftungsprojekt, das Bartl hier vertritt, ist jedoch nur einer der Initiatoren hinter dem Turnier. „Gemeinsam mit der Stiftung Polytechnische Gesellschaft haben wir Anfang 2015 die Initiative „Wir in Frankfurt“ ins Leben gerufen. Für heute dazugekommen sind zusätzlich die Verantwortlichen des TSV Bonames sowie der AWO Flüchtlingsunterkünfte, die ihre Schützlinge auf unsere Veranstaltungen Aufmerksam machen“. Die T-Shirts der Initiative, die an diesem Nachmittag alle tragen, hat ein engagierter Frankfurter in Auftrag gegeben. „Es ist bemerkenswert, wie gut dieses Netzwerk schon bei unserer zweiten großen Veranstaltung funktioniert“, betont Bartl. Das erste Treffen von Stipendiaten und Flüchtlingen hatte es im Oktober 2015 am Alten Flugplatz gegeben.

Wie viele Nationen an diesem Nachmittag durch den Sport vereint werden, ist nicht nur für Bartl schwer zu sagen: „Wer genau woher kommt, spielt an einem Nachmittag wie diesem für uns auch gar keine große Rolle“, sagt Dr. Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. „Bei den Veranstaltungen unserer Initiative geht es darum, dass die Jugendlichen Kontakte knüpfen und gemeinsam Spaß am Sport haben“, sagt er während ein Brummen ertönt. Das Geräsuch zeigt an, dass die neun Minuten Spielzeit beendet sind und die Spieler wechseln die Plätze.

Zu den Stipendiaten, die Kaehlbrandts Stiftungsteam an diesem Tag mitgebracht hat, zählen aktuelle und ehemalige Stadtteilbotschafter sowie Studenten, die dem Förderprogramm „Main Campus“ angehören. Dabei sind auch die 17-jährigen Zwillinge Kaan und Can, deren Eltern aus der Türkei kommen. „Wir waren bereits in der dritten Klasse in einem Stipendienprogramm der Polytechnischen Gesellschaft und haben uns vor einiger Zeit an die Stiftung gewandt, weil wir dafür gerne etwas zurückgeben wollten. Man bot uns an, Stadtteilbotschafter zu werden“, fasst Kaan zusammen, wie sie zu dem Turnier gekommen sind. Ihr Ziel neben einem spaßigen Nachmittag ist es, möglichst viele der Flüchtlinge auf ihr Bornheimer Stadtteilbotschafter-Projekt „Deutsch Verbindet“ aufmerksam zu machen.

Auch die Start-Stipendiaten wollen sich mit ihrem Einsatz für das Engagement der Stiftung bedanken: „Für mich ist es ganz selbstverständlich hier dabei zu sein“ sagt Studentin Ouaissima (20), die aus Marokko stammt und von der Stiftung durchs Abitur begleitet wurde. Der 16-Jährige Mosambikaner Aurelio hat die Oberstufe noch vor sich und ist erst seit diesem Jahr im Programm, aber auch für ihn ist das Turnier heute Ehrensache: „Und schließlich freuen auch wir uns, durch Veranstaltungen wie diese neue Leute kennenzulernen.“

Auch Taha aus dem Sudan hat an diesem Samstagnachmittag schon einige Nummern von Gleichaltrigen aufgeschrieben, mit denen er sich auch außerhalb des Projekts bald wieder treffen möchte. Für den jungen Mann, der für seine gut 18 Monate in Deutschland schon hervorragendes Deutsch spricht, sind Freunde vor Ort nämlich das A und O. „Ich fühle mich in Frankfurt inzwischen richtig wohl“, sagt er, bevor der Brummton dafür sorgt, dass er sich für sein nächstes Match bereithalten muss. Für ihn steht jetzt Basketball auf dem Programm.

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