+
Bis zu 80 Gäste werden bei der Veranstaltung im Begegnungszentrum Nieder-Eschbach bewirtet.

Begegnungszentrum

Ben-Gurion-Ring: Profis und Ehrenamtliche organisieren Restaurant-Abende

70 bis 80 Gäste werden viermal pro Jahr im „Restaurant im Viertel“ im Begegnungszentrum am Ben-Gurion-Ring bewirtet. Das Drei-Gänge-Menu kann sich auch deshalb fast jeder leisten, weil viele Ehrenamtliche helfen.

Nachdenklich mustert Joachim Sturm die Brotkörbchen, die seine Helfer Beate Preuß und Haiko Stefan gerade mit fein säuberlich geschnittenen Baguette-Scheiben bestückt haben. Gut 80 Gäste sind an diesem Abend im „Restaurant im Viertel“ im Begegnungszentrum am Ben-Gurion-Ring zu bewirten. Acht stattliche Baguettes hat er dafür mitgebracht – ob das genügt? Nein, entscheidet der Küchenleiter des Frankfurter Verbands: „Haiko, kannst du noch mal zwei oder drei Brote kaufen? Es wäre blöd, wenn’s heute nicht reicht.“ Der Angesprochene nickt und macht sich gleich auf den Weg.

Eine solche Situation würde wohl in vielen Restaurantküchen für Hektik und Anspannung sorgen. Nicht so im „Restaurant im Viertel“, das der Frankfurter Verband seit 2012 im Begegnungszentrum Nieder-Eschbach organisiert. Fünfmal im Jahr werden dort 70 bis 80 Gäste mit einem Drei-Gänge-Menü verwöhnt, für das sie gerade mal vier Euro zahlen müssen. Möglich ist das auch durch die Hilfe vieler Ehrenamtlicher, wie Joachim Sturm, der sich als Küchenleiter um zwei Häuser des Frankfurter Verbands in Sachsenhausen und Fechenheim kümmert, oder das Rentner-Ehepaar Erika und Manfred Kramer, das an diesem Abend für den Service eingeteilt ist. Beide haben gleich noch ihren Enkel Dominik Viola mitgebracht, der ebenfalls tatkräftig anpackt.

Jeannette Nold, die Leiterin des Begegnungszentrums am Ben-Gurion-Ring, muss für jeden Restaurant-Abend acht bis zehn Ehrenamtliche sie zusammentrommeln – „und es gibt immer Engel, die von irgendwoher kommen und mithelfen“. Das liegt wahrscheinlich auch an der guten Stimmung unter den Helfern. „Wir sind ein super Team hier und machen was Gutes für die Leute, das ist so schön“, freut sich Erika Kramer. Auch alle anderen Helfer, die in ihren schicken roten Schürzen und roten Halstüchern wie professionelle Restaurant-Angestellte wirken, schwärmen von ihrer Arbeit. „Wir machen das mit Liebe“, sagt Aniza Mihetec. „Es macht mir Freude, mit vielen Leuten in Kontakt zu kommen, da kommt sehr viel zurück. Man fühlt sich einfach wohl.“

Küchenchef Sturm widmet sich mittlerweile der Vorspeise und zeigt seiner Helferin Rosa-Maria Schoefer, wie die Chicoréeblätter und Gurkenscheiben für den gemischten Salat auf den Tellern angerichtet werden. Ein großer Topf mit Brühe und Tafelspitz für die Hauptspeise dampft schon auf dem Herd vor sich hin. „Der muss sechs Stunden kochen, deshalb habe ich den schon vorher bei mir in der Küche gemacht“, sagt Sturm. Das gilt auch für die Grüne Soße, die zum Tafelspitz gereicht wird, die Rucola-Creme, die als „Gruß aus der Küche“ auf die Tische kommt, und die Rote Grütze fürs Dessert.

Für die anderen Ehrenamtlichen bleibt trotzdem noch genug zu tun. Schon zwei Wochen vor dem Restaurant-Termin treffen sie sich zur Vorbesprechung, bei der die Menüfolge festgelegt und die Aufgaben verteilt werden. Einen Tag vorher werden Tische eingedeckt, Servietten gefaltet, Bestecke poliert.

Haiko Stefan ist mittlerweile mit den gekauften Broten eingetroffen und macht sich gleich ans Aufschneiden. Joachim Sturm zählt inzwischen die für die Vorspeise dekorierten Teller durch: 66 – zu wenige. Jetzt ist Improvisieren gefragt. Doch den Küchenchef bringt das nicht aus der Ruhe. Dann bekommen einige Teller eben nur zwei statt drei Chicoréeblätter und Gurkenscheiben, entscheidet er. Für Rosa-Maria Schoefer heißt das umdekorieren. „Reine Schikane“, murrt sie mit einem Augenzwinkern, als sie sich ans Werk macht.

Jeannette Nold und die ehrenamtliche Helferin Aniza Mihetec sperren inzwischen die Eingangstüre auf, vor der schon etliche Besucher warten. Alle werden mit einem herzlichen Händedruck willkommen geheißen, für viele gibt es auch Umarmungen und Küsschen, bevor sie an die Tische begleitet werden. „Hallo, mein Schatz“, begrüßt Aniza Mihetec eine ältere Frau. „Schick siehst du aus.“

Die

Herzlichkeit kommt an

. Etwa bei Dagmar Braun, Thomas Herean, Isolde Sparr und Helga Runge, die zu viert an einem Tisch sitzen: „Wir sind jedes Mal dabei. Die Menüs sind ganz toll, und auch die Leute sind sehr nett.“ Thomas Herean und Isolde Sparr loben vor allem die gemütliche Atmosphäre bei den Restaurant-Abenden: „Man freut sich immer schon aufs nächste Mal.“ Denn, bestätigt Jeannette Nold: „Wer einmal da war, der kommt immer wieder.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare