Waren das noch Zeiten, als man unbeschwert und dicht an dicht auf der Berger feiern konnte. FOTO: menzel
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Waren das noch Zeiten, als man unbeschwert und dicht an dicht auf der Berger in Frankfurt feiern konnte.

Wegen Corona

Berger Straßenfest in Frankfurt ist endgültig abgesagt

  • Matthias Bittner
    VonMatthias Bittner
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Wegen Corona ist das Berger Straßenfest in Frankfurt jetzt abgesagt. Massenansturm und Gedränge seien derzeit undenkbar. Doch jetzt fehlt Geld.

Frankfurt – Nach 2020 wird es auch in diesem Jahr kein Berger Straßenfest im Nordend geben. Ursprünglich sollte eines der größten Feste in Frankfurt Ende September über die Bühne gehen, doch die Stadt Frankfurt hat keine Genehmigung dafür erteilt. Kaweh Nemati, Vorsitzender der veranstaltenden Interessengemeinschaft Untere Berger Straße (IGUB), hat sogar Verständnis für diese Entscheidung. Und gesteht: "Angesichts zuletzt deutlich steigender Inzidenzzahlen hätten wir das Fest sogar selber abgesagt."

Berger Straßenfest in Frankfurt wegen Corona abgesagt: Gesundheit ist wichtiger

Der erneute Ausfall sei zwar bitter, aber letztlich doch unausweichlich gewesen. Denn die Gesundheit der Menschen habe oberste Priorität. Für die körperliche Unversehrtheit hätte aber kein Garantieschein ausgestellt werden können. Hätten sich viele Menschen beim Besuch auf dem Fest angesteckt, wäre das negativ ausgelegt worden. Nemati geht davon aus, dass der IGUB für diesen Fall vorgeworfen worden wäre, dass sie sich aus Geldgier habe bereichern wollen. Der gute Ruf der IGUB und vor allem die Gesundheit der Menschen seien ihm aber wichtiger, weshalb die IGUB das Fest abgesagt hätte.

Dabei könnte die Interessengemeinschaft die Einnahmen aus dem Berger Straßenfest dringend gebrauchen. Weil die meisten IGUB-Mitglieder während der Corona-Pandemie ums nackte Überleben kämpfen müssten, sei in diesem Jahr kein Mitgliedsbeitrag erhoben worden. "Die Kasse ist bis auf eine eiserne Reserve leer", sagt Nemati. Aus diesem Grund habe die Interessengemeinschaft 2021 voraussichtlich auch kein Geld, um entlang der Berger Straße die Lichterkette während der Adventszeit anzubringen - dies sei stets mit den Einnahmen aus dem Straßenfest finanziert worden. 2020 und 2021 wurden und werden aber keine Einnahmen erzielt, rechnet Nemati vor. Ortsbeirat und Stadt seien gefragt, ansonsten bleibe die Berger in diesem Jahr dunkel.

Berger Straßenfest in Frankfurt ist Werbung für das Quartier

Er hatte zuletzt mehrmals darauf hingewiesen, dass das Verhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben nicht mehr stimme. Fixkosten in Höhe von 120 000 Euro für die Organisation des Berger Straßenfestes müssten erst erwirtschaftet werden. Weil sich immer weniger Wirte mit einem Stand am Fest beteiligten, da sie in ihren Sommergärten hohe Umsätze erzielten, reduzierten sich die Einnahmen für die IGUB, hatte Nemati erklärt. Mittlerweile sei aber der Punkt erreicht, dass sich das Straßenfest zumindest finanziell nicht mehr rechne.

An ein dauerhaftes Aus für das Berger Straßenfest will der Vereinsvorsitzende aber nicht denken. "Das wäre ein enormer Image-Verlust für uns", sagt er. Denn das Berger Straßenfest und damit auch die Berger Straße seien im Umkreis von 50 Kilometer um Frankfurt ein Begriff. Das locke durchaus auch Kunden ins Nordend. Und deshalb appelliert Nemati an die Wirte und Geschäftsleute in der Einkaufsstraße, die Interessengemeinschaft zu unterstützen und sich möglichst auch mit einem Stand an dem Straßenfest zu beteiligen. Nur so hätten auch sie eine rosige Zukunft. (Matthias Bittner)

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