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Halil D. vor Gericht im Januar 2016.

Straftäter Halil D.

Bericht: "Bombenbastler von Oberursel" setzt sich in Türkei ab

Laut einem Medienbericht hat sich Halil D. ins Ausland abgesetzt. Wegen Terrorverdachts wurde er 2016 zu einer Haftstrafe verurteilt.

Der als "Bombenbastler von Oberursel" verurteilte Straftäter Halil D. hat sich "Spiegel"-Recherchen zufolge in die Türkei abgesetzt. Die Polizei Essen, die für Halil D. zuletzt zuständig war, habe die Ausreise bestätigt, hieß es in dem Bericht vom Dienstag. "Wir gehen auch davon aus, dass er das Land verlassen hat", hieß es am Dienstag auf dpa-Anfrage aus Sicherheitskreisen und bei der Polizei Essen. Halil D. stand vor einigen Jahren zeitweise unter Terrorverdacht. Dem "Spiegel"-Bericht zufolge leben die Frau und die gemeinsamen Kinder des Mannes schon seit einigen Monaten in der Türkei.

Halil D. war im Juli 2016 wegen Verstößen gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz vom Landgericht Frankfurt zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. In seinem Keller im Frankfurter Vorort Oberursel war außer verschiedenen Waffen eine funktionsfähige Rohrbombe gefunden worden. Im Mai 2015 wurde deshalb ein traditionsreiches Radrennen in Frankfurt kurzfristig abgesagt.

Der als Islamist geltende Mann war unter Terrorverdacht festgenommen worden. Im Prozess konnten allerdings keine konkreten Anschlagspläne nachgewiesen werden.

Im Oktober 2017 war Halil D. in die Psychiatrie eingewiesen worden, da es Hinweise auf eine mögliche psychische Erkrankung gab. In einem Beschwerdeverfahren beim Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt stellte ein medizinischer Sachverständiger danach fest, dass keine psychische Erkrankung vorliege. Der zu diesem Zeitpunkt 38 Jahre alte Mann wurde aus der Psychiatrie entlassen.

Für Halil D. galten zwar nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministeriums Meldeauflagen. Danach musste er sich einmal wöchentlich bei der Polizei in Essen melden. In der Stadt lebte er zuletzt. "Diesen Meldeauflagen ist Halil D. nach unseren Erkenntnissen regelmäßig nachgekommen", hieß es am Dienstag auf dpa-Anfrage aus dem Ministerium. Nach seiner Haftentlassung sei er weiter im Fokus der Sicherheitsbehörden gewesen. "Es gab jedoch keine Hinweise auf eine von ihm ausgehende Anschlagsgefahr." Eine Ausreiseverbotsverfügung habe gegen ihn nicht vorgelegen. Im Rahmen der justiziellen Führungsaufsicht habe er lediglich die Verpflichtung gehabt, Auslandsaufenthalte anzuzeigen.

(dpa)

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