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Derzeit können am Bahnhof Berkersheim die Gleise noch ebenerdig überquert werden. Nach dem Ausbau ist das nicht mehr möglich. Foto: Weis

Nur für den landwirtschaftlichen Verkehr

Berkersheim: Brücke soll keine Abkürzung nach Harheim werden

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Eine Brücke soll beim Ausbau der Main-Weser-Bahn den Berkersheimer Bahnübergang ersetzen. Nun hat der Ortsbeirat einen neuen Vorschlag: Um Schleichverkehr zu vermeiden, soll sie in den Feldern östlich von Berkersheim enden.

Wenn die Main-Weser-Bahn von zwei auf vier Gleise ausgebaut wird, kann der Berkersheimer Bahnübergang wegen des dichten Schienenverkehrs nicht mehr genutzt werden. Als Ersatz favorisiert die Deutsche Bahn eine Omegabrücke, ebenso wie in der Vergangenheit mehrheitlich auch der für Berkersheim zuständige Ortsbeirat 10. Nun haben die Stadtteilpolitiker einen neuen Vorschlag: Statt einer Omegabrücke, die im Ort selbst an die Berkersheimer Bahnstraße angebunden ist, solle lieber eine Brücke entstehen, die in die Felder östlich von Berkersheim führt.

Der Grund für diesen neuen Vorschlag sind Bedenken vieler Berkersheimer, dass eine Brücke neuen Schleichverkehr durch den Stadtteil bewirke, nämlich zwischen Berkersheim und Harheim. Statt von Preungesheim im großen Bogen über Bonames nach Harheim zu fahren, würde die direkte Verbindung über Berkersheim wieder attraktiv, wenn Autofahrer nicht mehr an der oft geschlossenen Schranke an der Berkersheimer S-Bahn-Station warten müssen, so die Befürchtung. Dass die Straße durchs Niddatal sowie die schmale Niddabrücke für Durchgangsverkehr gesperrt seien, halte viele Autofahrern nicht ab, die Abkürzung trotzdem zu nutzen. Auch von Bad Vilbel-Heilsberg aus wäre der Weg über Berkersheim dann für viele eine willkommene Abkürzung.

Auf der Nordseite der Gleise im Niddatal soll die Brücke wie bisher geplant an den Harheimer Stadtweg führen. Da sie aber „allein dem landwirtschaftlichen Verkehr“ als Querung der Gleise dienen soll, müsse sie nicht an die Bahnstraße angebunden werden. Stattdessen soll sie an den parallel zu den Gleisen in Richtung Bad Vilbel verlaufenden Feldweg anschließen.

Die Breite der Brücke soll sich „an der größtmöglichen Fahrzeug- und Ladungsbreite der landwirtschaftlichen Fahrzeuge“ orientieren, so der Ortsbeirat. Den Landwirten reiche die Anbindung an die Felder völlig aus, erklärt Ortslandwirt Volker Illig in der Sitzung des Ortsbeirats. Sie habe sogar Vorteile, denn dann müssen sie sich nicht mit schweren Fahrzeugen durch den engen alten Berkersheimer Ortskern zwängen, um ihre Felder oder die Straßen nach Bad Vilbel und Preungesheim zu erreichen.

Während BFF, CDU, Linke und SPD den gemeinsam gestellten Antrag unterstützten, gab es Kritik von Grünen und FDP. „Alle Möglichkeiten einer Querung wurden im Verlauf des Planfeststellungsverfahrens ausgiebig diskutiert, auch diese“, sagt der in Berkersheim lebende FDP-Ortsbeirat, Julian Langner. „Zudem wird die Brücke durch diesen Vorschlag ja nicht kleiner.“ Sie greife „massiv in den Grüngürtel ein, so dass eine entsprechende Planänderung gar nicht möglich ist“. Das sei sicher auch der Bahn bewusst, die nicht riskieren werde, dass gegen eine solche Brücke geklagt wird.

„Ich sehe den Vorteil der neuen Brücke nicht“, kritisiert Grünen-Ortsbeirat Klaus Georg. Die Omega-Brücke sei ein großer Eingriff in die Landschaft, ebenso die neue Brückenvariante. „Auch dass die Omega-Brücke mehr Verkehr anzieht, sehen wir nicht.“ Wer eine Abkürzung suche, nutze auch Feldwege. Das habe sich gezeigt, als am Dachsberg gebaut wurde und Autofahrer über Feldwege versuchten, die Baustelle zu umgehen. Außerdem wollten die Grünen über die Brücke den von Harheim kommenden Bus bis zur Endhaltestelle der Buslinie 39 am Kalten Berg verlängern. „Das geht mit der neuen Brücke nicht.“

Weil die ursprünglich geplante Unterführung wegen des hohen Grundwasserspiegels zu teuer und die Rampen einer geraden Brücke zu weit nach Berkersheim hinein führen würden, hatte der Ortsbeirat sich mehrheitlich für eine Omegabrücke ausgesprochen.

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