Kämpfen für eine Sperrung des Heiligenstockwegs: Günther Häfner, Klaus Böttger und Klaus Arend (v.l.).
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Kämpfen für eine Sperrung des Heiligenstockwegs: Günther Häfner, Klaus Böttger und Klaus Arend (v.l.).

Schleichverkehr

Berkersheim: Stadt lehnt Pförtnerampel am Heiligenstock ab

  • vonFriedrich Reinhardt
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Seit fünf Jahren kämpft die Bürgerinitiative vergeblich für eine Verkehrsberuhigung Berkersheims.

Berkersheim -In der langen Diskussion über den Schleichverkehr auf dem Heiligenstockweg hat die Stadt nun erneut eine Pförtnerampel abgelehnt. "Nach einem Erlass des Hessischen Verkehrsministeriums ist die Installation sogenannter Pförtnerampeln zum Zwecke der Verkehrslenkung unzulässig", begründete der Magistrat die Absage.

Der jüngste Vorstoß in dieser Sache kam von der Bürgerinitiative "Berkersheim gerecht" und aus dem Ortsbeirat 10 (Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Frankfurter Berg, Preungesheim). Die FDP-Fraktion hatte gefordert, im Rahmen des Luftreinhaltungskonzepts für die Friedberger Landstraße auch Pförtnerampeln für den Heiligenstockweg und den Frankfurter Bogen einzurichten, um so den Durchgangsverkehr zu regulieren. Der Feldversuch von 2015 habe bewiesen, dass Pförtnerampeln ein wirksames Mittel seien.

Bei dem dreimonatigen Versuch wurde auf dem Heiligenstockweg eine Ampel aufgestellt, die in der morgendlichen Hauptverkehrszeit etwa alle zwei Minuten für nur zehn Sekunden auf Grün schaltete. So sollte der Strom der Berufspendler ausgebremst werden, die den Staus auf der Friedberger Landstraße ausweichen wollen und daher über den Heiligenstockweg nach Berkersheim und über die Straße "Am Dachsberg" weiterfahren.

Den Versuch von 2015 hatte das Verkehrsdezernat mit einer Untersuchung begleitet. Ergebnis: Nur etwa fünf Prozent weniger Autos rollten mit Ampel durch Berkersheim als ohne Ampel. Berkersheimer Bürger beobachteten jedoch, dass Fahrzeuge im Pulk und nicht einzeln durchfuhren. In Phasen ohne Verkehr konnten Anwohner so von ihren Grundstücken fahren und Fußgänger zügig den Dachsberg überqueren.

Nur fünf Prozent weniger Autos

Intensiv setzt sich auch die Bürgerinitiative "Berkersheim gerecht" für die Pförtnerampel ein. Günther Häfner, Mitbegründer der BI, kämpft seit mehr als fünf Jahren für eine Sperrung des Weges. "Mir geht es vor allem um die Verkehrsberuhigung, weil viele Wetterauer den Heiligenstockweg als Schleichweg nutzen", sagte er.

Häfner hatte dazu beigetragen, dass der jüngste Vorstoß die Pförtnerampel über den Luftreinhalteplan begründete. "Der Sprecher des Wirtschaftsministeriums, Wolfgang Harms, hatte 2015 erklärt, dass im Rahmen des Luftreinhalteplans solche Pförtnerampeln nicht ausgeschlossen werden", erklärte Häfner den Gedanken. Da widersprach das Verkehrsdezernat im Februar. Um die Pförtnerampel als Teil des Luftreinhalteplans zu legitimieren, fehle es nicht nur an Verkehr, sondern auch an dauerhaft überschrittenen Stickoxid-Grenzwerten. Auch Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) hatte in der Vergangenheit kritisiert, dass die Ampeln die schmutzigen Dieselfahrzeuge genauso treffe wie saubere Elektroautos.

In der weiteren Begründung für die jüngste Absage wies der Magistrat daraufhin, dass die Maßnahmen zur Luftreinhaltung im Luftreinhalteplan beschrieben wurden und "weitere Maßnahmen zurzeit nicht erforderlich sind". So sieht der Luftreinhalteplan etwa Tempolimits vor, damit Autos weniger Schadstoffe ausstoßen. Innerhalb des Anlagenrings wurde bereits flächendeckend Tempo 40 angeordnet. msr

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