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Keinen LKW-Parkplatz zeigt dieses Foto, sondern einen Baulaster, der in der Berkersheimer Bahnstraße an einem anderen vorbei will.

Sicherheit

Berkersheimer Bahnstraße: Gefährliche Begegnungen an der Tagesordnung

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Nach einem Unfall zweier Laster in der Berkersheimer Bahnstraße fordert Robert Lange (CDU) von der Deutschen Bahn, zur Sicherheit der Einwohner den „Baustellen-Wahnsinn“ zu stoppen.

Fast täglich bekommt Robert Lange, Vorsteher des Ortsbezirks 10, E-Mails und Anrufe aus Frankfurts kleinstem Stadtteil. Stets geht es dabei um die Baulaster, die den Dachsberg, die Obergasse und Bahnstraße entlang durch Berkersheim zur Baustelle an der Bahntrasse fahren. Immer wieder komme es zu gefährlichen Situationen, weil die Gassen zum Teil keinen Bürgersteig haben oder Laster auf vorhandene Bürgersteige fahren, um Entgegenkommenden auszuweichen. Zumal die schmalen Gassen auch der Weg zu Kindergarten und Grundschule sind.

Verkehr sofort einstellen

Immer wieder steht Lange daher mit der Deutschen Bahn, die ihren Schienenstrang von zwei auf vier Gleise erweitert, in Verbindung. Er mahnt die Bahnvertreter, für mehr Sicherheit zu sorgen, bevor etwas Schlimmes passiert. Nun platzte dem Lokalpolitiker der Kragen. „Unterbinden Sie schleunigst diesen Bauverkehrs-Wahnsinn!“, schrieb er gestern in einer E-Mail an die Projektverantwortlichen. „Die Straßenverhältnisse in Berkersheim sind für diese unglaubliche Nutzungsweise nicht geeignet! Ich erwarte die umgehende Einstellung des Bauverkehrs und Klärung der unglaublichen, vermutlich als sehr fahrlässig einzustufenden Handlungsweise“, schreibt Lange. Die Bahn als Bauherr riskiere „sehenden Auges“, dass Menschen zu Schaden kommen.

Das Fass zum Überlaufen brachte aus Langes Sicht ein Unfall am Freitagmorgen. Zwischen sechs und sieben Uhr sei der Schwerverkehr besonders intensiv gewesen, erzählen Anwohner. Dabei fuhr ein Brotlieferant vor dem kleinen Lädchen, Ecke Berkersheimer Bahnstraße / Am Hohlacker, auf einen Baulaster auf. Eine Stunde habe es gedauert, bis die Polizei kam, um den Unfall aufzunehmen. So lange blockierten die Fahrzeuge eine Seite der Bahnstraße. Für anderen Baulaster, die vorbei wollten, wurde es eng. Anwohner zufolge kamen Fußgänger in dieser Zeit an den Fahrzeugen kaum vorbeigekommen.

Radfahrer gejagt

Ein Mann schreibt dem Ortsvorsteher, ein Lastwagen sei „nur 20 Zentimeter“ an ihm vorbei gefahren, eine Frau beschreibt wie ein Laster einen Radfahrer durch dichtes Auffahren quasi die Bahnstraße hinaufjagte. Eine andere Frau sei mit ihrer Tochter zusammen auf dem Weg zur Schule fast überfahren worden. Und weil es so eng und die Straßen manchmal schlecht einsehbar seien, müssten die Laster bei Gegenverkehr oft rangieren – ohne zu sehen, was hinter ihnen ist. Berkersheims Reiter berichten, dass sie ihre Tiere kaum halten können, wenn sie den lauten Lastern begegnen.

Zurzeit sei der Weg durch Berkersheim die einzige Zufahrt zur Baustelle – und es seien auch nicht 100 Laster am Tag unterwegs wie von manchen Berkersheim gesagt, sondern 20, jeweils hinauf und hinab, erklärt ein Bahnsprecher. Mit dieser Zahl habe die Bahn immer gerechnet. „Wir verfolgen die Situation auch, Abhilfe ist aber schwierig. Wir können nur mit den Firmen und Fahrern sprechen und ihnen zureden, vorsichtiger zu sein.“

Mindestens ein halbes Jahr wird es noch dauern, bis zusätzlich die Niddabrücke in Harheim als Zufahrt genutzt werden kann. Auch die Zufahrt entlang des Bahndamms sei ebenso wenig fertig, wie die Behelfsabfahrt von der B 3a aus.

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