Trixi Mohn hatte die Idee zum Konzept der Galerie, die 2017 erstmals ihre Türen öffnete. Während des Lockdowns können Kunstbegeisterte aber auch nur die Schaufenster bewundern und sich anschließend auf der Internetseite informieren. Foto: sauda
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Trixi Mohn hatte die Idee zum Konzept der Galerie, die 2017 erstmals ihre Türen öffnete. Während des Lockdowns können Kunstbegeisterte aber auch nur die Schaufenster bewundern und sich anschließend auf der Internetseite informieren.

Sachsenhausen: Galerie

Besondere Kunstschau in den Fenstern

  • vonAlexandra Flieth
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Kollektiv in der Brückenstraße bleibt mit seinem Publikum in Kontakt

Eine Mutter mit ihren beiden kleinen Kindern steht vor dem Schaufenster der Galerie Brücke 54, benannt nach der Adresse der Ausstellungsräume in der Brückenstraße. Die Knirpse drücken sich sprichwörtlich die Nasen an der Glasscheibe platt und bestaunen die bunten, fröhlich wirkenden Figuren von Pia Grambart-Delalic, die dort unter anderem zu sehen sind. Es sind tierische Darstellungen mit menschlichen Zügen, die die beiden Kinder in ihren Bann ziehen. Nachdem die kleine Familie weitergezogen ist, macht eine ältere Dame Halt, um ebenfalls einen Blick ins Schaufenster der Galerie zu werfen. Die Fotografien von Aroon Nagersheth haben es ihr angetan, seine Sicht auf die Mainmetropole gefällt ihr gut. In Zeiten der Pandemie werden die Schaufenster der Galerie Brücke 54 zur Ausstellungsfläche, die Künstler sind darüber, trotz der geschlossenen Räume, auch weiterhin präsent. Die Kommunikation mit dem Publikum funktioniert kontaktlos und sorgt dafür, dass ihre Kunst gesehen wird. Wer ein Werk entdeckt, das ihm gefällt, kann sich über die Internetseite der Produzentengalerie informieren.

Ansprechpartner für die Kunden

Das Besondere an der Galerie Brücke 54 ist, dass diese gemeinschaftlich von einem derzeit zehnköpfigen Künstlerkollektiv geführt wird, inklusive Arbeits- und Kostenteilung. "In Vor-Corona-Zeiten hat jeder von uns regelmäßig zu den Öffnungszeiten den Dienst in der Galerie übernommen und war Ansprechpartner", erzählt Trixi Mohn. Sie hatte die Idee zum Konzept der Galerie, die 2017 erstmals ihre Türen für Publikum öffnete und sich seitdem fest im Brückenviertel etablieren konnte.

Der Zusammenschluss der zehn Künstler der Galerie sorgt für eine große Vielfalt an Werken, die an den Wänden und in den Räumen selbst präsentiert werden. Jeder hat seine eigene Fläche, die er gestalten kann. Das Motto aller Akteure lautet: "Kunst von uns, für alle".

Jeder hat seine eigene Ecke

Mohn bespielt das zweite Schaufenster der Galerieräume, das den Blick freigibt auf einen großen Tisch. Malutensilien stehen verteilt darauf, einige Aquarelle von ihr, die in vergangenen Wochen entstanden sind, liegen ebenfalls dort. Sie hatte die Räume einst auch entdeckt, in denen zuvor ein Geschäft für Vintage-Designer-Möbel untergebracht war. Mohn hat den kleinen Raum hinter dem Schaufenster wie ein Atelier eingerichtet. Regelmäßig konnten ihr vor der Pandemie Passanten und Besucher der Galerie beim Malen über die Schulter schauen. Auch Workshop-Angebote für Kinder wurden dort schon organisiert. Normalität, das wünscht sich auch hier jeder. Mohn weiß, dass es ihnen besser geht, als vielen anderen Künstlern, die keine eigenen Ausstellungsräume haben und denen durch die Pandemie alles weggebrochen ist.

Mohn malt mit gezielt gesetzten Strichen Tiere und Natur, die ihr in ganz unterschiedlichen Situationen begegnet sind. Die Darstellung eines Hundes, den sie in Öl auf Leinwand gebannt hat und dessen Konterfei an einer Wand in der Galerie hängt, ist eine Impression aus Italien. "Der Hund", erzählt sie, "ist ein echter Römer." Ihre Motive spiegeln auch ihre Liebe zur Natur wider - Eindrücke, die sie stets von ihrer schönen Seite und mit einem Augenzwinkern einfängt.

Die Frankfurterin, die unter anderem an der Städelabendschule Kunst studiert hat, verbringt auch viel Zeit im Burgund in Frankreich, wo sie zahlreiche ihrer Motive findet, die sie hauptsächlich in Aquarelle und Öl auf Leinwand abbildet. Seit vielen Jahren organisiert Mohn zudem regelmäßig Ausstellungen in der Galerie Textor 74, ebenfalls in Sachsenhausen. Während dort Künstler unterschiedlicher Genres ihre Werke in Eigenregie präsentieren können, sind die Räume der Galerie Brücke 54 als dauerhafter Ausstellungsort der Mitglieder des Künstlerkollektivs gedacht.

Alexandra Flieth

Kunst im Netz

Weitere Informationen über Künstler und Werke gibt's unter www.bruecke54.de im Internet.

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