Förderung

Bessere Berufschancen für junge Mütter

Für viele junge Mütter ist eine Teilzeitausbildung eine riesige Chance auf den Berufseinstieg. Das Modell soll künftig auch Frauen mit Fluchthintergrund helfen.

Junge Mütter können eine Teilzeitausbildung zur Kauffrau für Büromanagement oder für andere Berufe absolvieren – auch dank der Unterstützung des Vereins zur beruflichen Förderung von Frauen (VbFF), der seit 40 Jahren Frauen in Frankfurt berät und weiterbildet. Zurzeit absolvieren 36 junge Frauen eine Teilzeitausbildung zur Bürokauffrau direkt beim Verein, der 46 Mitarbeiter hat. Weitere 80 junge Mütter werden in anderen Betrieben unterstützt.

Das Angebot soll perspektivisch auch Frauen zugutekommen, die aus ihrem Heimatland geflüchtet sind. Für sie könnte das Modell der Teilzeitausbildung einen besseren Zugang zum Ausbildungsmarkt bedeuten. „Das Modell ermöglicht Frauen, sich beruflich weiterzuentwickeln und den persönlichen Zeitplan und die Lebensbedingungen zu berücksichtigen“, erklärt Claudia Czernohorsky-Grüneberg, Geschäftsführerin des Jobcenters Frankfurt. Wichtig sei, dass sich auch Arbeitgeber zu diesem Thema engagieren und Teilzeitarbeitsmöglichkeiten schaffen.

Bei der Umsetzung kann das Jobcenter auf die Expertise des VbFF zurückgreifen, der das Konzept der Teilzeitausbildung vor 20 Jahren entwickelt hat. Die Geschäftsführerin des VbFF, Kerstin Einecke, sieht großes Potenzial: „Viele Frauen, die hier ankommen, haben in ihrem Heimatland gute Qualifikationen erworben, darauf kann man aufbauen.“

Eine der größten Hürden bei der Ausbildungsplatzsuche stellen aber die Sprachkenntnisse dar. Vor Ausbildungsbeginn muss das Sprachniveau B 2 (selbständige Sprachverwendung) nachgewiesen werden. Überdies vermittelt das Jobcenter nur Flüchtlinge in Arbeit oder Ausbildung, deren Asylstatus anerkannt ist – es sei denn, wie in Ausnahmefällen, nicht das Jobcenter finanziert die Ausbildung. Weil es so lange dauert, um sowohl anerkannt zu werden als auch die Sprache gut zu können, kümmert sich der Verein auch schon um Frauen, deren Status noch nicht geklärt ist.

Nermin aus Syrien zum Beispiel kam über das Beratungsangebot „Neue Wege – Neue Pläne für geflüchtete Frauen“ zum VbFF, als sie noch mit ihrem Mann und ihrem inzwischen zweijährigen Sohn im Flüchtlingsheim Bonames wohnte. Sie hat ein Ziel, und das ist: schnell Deutsch lernen. Sie spricht schon flüssig, „aber es reicht noch nicht zum Studieren. Ich möchte gern Sozialarbeit studieren,“ sagt die junge Mutter. Die Idee kam ihr in den Beratungsgesprächen. Im Sprachförderprogramm „NeW“ des Vereins verbessert sie nun stetig ihr Deutsch.

Tihtina Ayele kam vor drei Jahren aus Äthiopien nach Deutschland. Die 31-Jährige nimmt am Programm „Ankommen, Weiterkommen“ des VbFF teil, in dem derzeit 18 Frauen betreut werden. Ayele lernt Deutsch, Mathe und EDV, um sich auf einen Berufseinstieg vorzubereiten.

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