Fußball-WM

Am besten jubelt es sich im Trikot

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Die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland hat begonnen. Das passende Outfit zum WM-Feeling beim ersten Spiel der deutschen Mannschaft am Sonntag darf da natürlich nicht fehlen. Für das offizielle WM-Trikot muss man allerdings ziemlich tief in die Tasche greifen.

Morgens in der Küche, mittags in der Kantine und abends am Stammtisch: Bis Mitte Juli wird Fußball das beherrschende Gesprächsthema sein. Die Weltmeisterschaft fasziniert Milliarden Menschen auf der ganzen Welt. Nach dem Eröffnungsspiel dürfte auch die Fieberkurve deutscher Fans deutlich steigen. Sonntag gegen Mexiko wird das Land in die Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold eintauchen und mit dem Team der Titelverteidigung entgegenfiebern. Ob die WM-Stimmung auch dazu führt, dass hierzulande der Rubel kräftig rollt, hängt ganz entscheidend davon ab, wie weit Neuer, Boateng & Müller in dem vierwöchigen Turnier kommen. Das Maß der Dinge ist das WM-Trikot. Drei Millionen Exemplare hat DFB-Ausrüster Adidas vor vier Jahren in Brasilien von diesem Klassiker verkauft.

In vielen Familien führen Väter hartnäckige Diskussionen mit ihren Kindern, ob es denn unbedingt das Original-Trikot mit den drei Streifen sein muss, oder ob nicht ein viel günstigeres „No-name-Exemplar“ aus dem Supermarkt völlig ausreichend ist, um sich beim Public Viewing, der Nachbarschafts-Party oder in der Schule als Deutschland-Anhänger zu outen.

Für das offizielle Trikot des DFB-Ausrüsters aus Herzogenaurach müssen die Fans tief in die Tasche greifen. Laut unverbindlicher Preisempfehlung kosten die Trikots für Herren ab 89,90 Euro, für Damen 79,90 Euro und für Kinder 69,90 Euro. Wer jedoch exakt das gleiche „Climachill-Material“ wie Hummels, Özil oder Kimmich auf der Haut spüren möchte, der muss ordentlich was draufpacken: Die Premium-Modelle „Trikot Authentic“ für Herren sind 40 Euro teurer.

Glücklicherweise sind die Preise schon vor Turnierbeginn bei etlichen Online-Händlern gesunken. Wer genau hinschaut, kann über 40 Euro sparen. Das Vergleichsportal „Idealo.de“ hat gestern Angebote des „Home Trikot Authentic“ für Preise ab 85,06 Euro ausgewiesen.

In punkto Qualität ist der hohe Preis bei Adidas-Trikots kaum gerechtfertigt. Zu diesem Ergebnis ist die Hochschule Niederrhein bei ihren Trikot-Tests gekommen. Im Auftrag des WDR haben die Tester die beiden Adidas-Trikots „Replica“(89,90 Euro) und „Authentic“ (129,90 Euro) sowie ein Billig-Trikot vom Discounter Aldi (9,99 Euro) unter die Lupe genommen.

Das Ergebnis ist verblüffend: Trotz der riesigen Preisunterschiede schneiden alle Jerseys gut ab. „Die Werte aller drei Trikots unterscheiden sich kaum voneinander“, urteilte Lutz Vossebein von der Prüfstelle Textiltechnologie.

Selbst nach mehrmaligem Waschen haben sich keine Veränderungen ergeben. Auch haben sich keine Flusen nach dem Schleudern gebildet. Der Hersteller des Aldi-Trikots gibt jedoch als Empfehlung an, das Shirt per Hand zu waschen, um schnellerem Verschleiß vorzubeugen. Beim „Reiß-Test“ ist das teuerste Trikot bei sehr hohem Druck gerissen.

Im Praxistest von Fans sind die Ergebnisse unterschiedlich. Die Tester konnten beim Aldi-Trikot

Currywurstflecken

nicht mal eben mit der Hand auswaschen, Rückstände bleiben. Dagegen hat das teuerste Shirt beim „Schubbel-Test“ an der Wand schlecht abgeschnitten, das Trikot hat sich aufgeribbelt. Und beim Preis sind sich alle einig: Gerade für Familien sind die Originale doch sehr teuer.

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