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Betreuungsplätze werden aufgestockt, doch das reicht nicht

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Von: Judith Dietermann

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Genügend Schaufeln für mehr Kinder hätten wir. FOTO: dpa
Genügend Schaufeln für mehr Kinder hätten wir. © picture alliance/dpa

Keine neuen Kitas an Weißem Stein und Drosselbart - Schwierige Suche nach geeignetem Gelände

Eschersheim ist ein familienfreundlicher Stadtteil. Doch es gibt ein Problem: Die Zahl der Betreuungsplätze ist, verglichen mit anderen Stadtteilen, gering. Das geht aus dem jüngste Kindertagesstätten-Entwicklungsplan hervor. Was wiederum nicht nur den Eltern, sondern auch dem Ortsbeirat 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) Sorgen bereitet. Deshalb hakten die Stadtteilpolitiker beim Magistrat nach. Und erhielten eine Antwort, die weniger positiv ist. Denn die ursprünglich auf dem ehemaligen Drosselbart-Gelände geplante Kita, wird nun doch nicht umgesetzt. Ebenso wie die Einrichtung auf dem Gelände am Weißen Stein, wo der Schnäppchen-Markt Wohnungen weichen wird. Das dort keine Einrichtung realisiert wird hatte der Investor bereits im vergangenen Jahr dem Stadtteilgremium mitgeteilt.

Antworten, die die Sorgen der Ortsbeiratspolitiker noch größer werden lassen, statt sie zu zerstreuen. Verständlich. Schließlich sollen insbesondere die am Weißen Stein geplanten Wohnungen noch mehr Familien in den Stadtteil ziehen. 20 Zwei- bis Fünf-Zimmer-Eigentumswohnungen sind dort geplant. Da es sich um ein „vergleichsweise kleines Bauvorhaben“, handle, so der Magistrat, werde es nicht gesondert in der Kita-Entwicklungsplanung einberechnet.

Geringer Versorgungsgrad

Weil der recht geringe Versorgungsgrad in Eschersheim allerdings bekannt ist, gebe es einige Erweiterungsplanungen, heißt es weiter. So sei bereits vor zwei Jahren das Angebot in der multilingualen Kita „Jardin“ am Weißen Stein um zehn Krippenplätze vergrößert worden. Die Krabbelstube „Hügelhüpfer“ in der Eschersheimer Landstraße 420 - Träger ist dort das Beratungs- und Verwaltungszentrum (BVZ) - werde zudem um elf U 3-Plätze erweitert. Die bauliche Erweiterung sei bereits abgeschlossen, in den Räumen seien aktuell allerdings noch Kinder anderer Einrichtungen untergebracht, die aufgrund eines Wasserschadens kurzfristig ausgelagert werden mussten.

Das städtische Kinderzentrum „Am Lindenbaum“ werde mit seinem Neubau künftig um zwölf zusätzliche U 3- sowie 15 Kindergartenplätze anbieten könnten. Die Inbetriebnahme des Neubaus ist für diesen Herbst geplant.

Auch im städtischen Kinderzentrum „Im Mellsig“ wird das Angebot erweitert. Und zwar um 24 Plätze, das entspricht zwei U 3-Gruppen. Zudem ist die Aufstockung der Kindergarten- und Hortplätze geplant.

Das ist möglich, wenn der Neubau bezugsfertig ist. Noch in diesem Jahr soll dann der Baubeginn erfolgen.

Bei der Neuplanung des städtischen Kinderzentrums Victor-Gollancz-Weg würden zudem Erweiterungsmöglichkeiten von U3-, Kindergarten- und Hortplätzen geprüft, versichert der Magistrat. Und auch bei der katholischen Kita St. Josef laufen Prüfungen. Und zwar, ob dort künftig zehn weitere Kinder unter drei Jahren betreut werden können.

Grundsätzlich sei es außerdem möglich, dass bestehende Kindertageseinrichtungen befristete Überbelastungen beantragen, erklärt der Magistrat. Das Stadtschulamt prüfe dann jeweils, ob die räumliche und personelle Situation in der entsprechenden Einrichtung dies zulässt.

Zu wenige Kindergärten

Nach allen geplanten Maßnahmen werde bei den U 3-Kindern in Eschersheim das Versorgungsziel von 40 Prozent nicht nur erreicht, sondern mit 47 Prozent gar leicht überschritten, heißt es in der Stellungnahme. Das Problem mit der Kindergartenversorgung - hier hat jedes Kind ab drei Jahren bis zum Schuleintritt Anspruch auf einen Platz - ist damit aber noch nicht behoben. Es bestehe nach wie vor Ausbaubedarf, schreibt auch der Magistrat. Weitere geeignete Liegenschaften für einen Kindergarten-Platzausbau hätten allerdings bislang nicht gefunden werden können. Dort lag der Versorgungsgrad im November 2020 bei 66 Prozent. Geringer war sie damals nur im Westend - mit 52 Prozent. jdi

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