Betriebsbedingte Kündigungen in Merck-Buchhaltung vom Tisch

Merck verzichtet nach langem Ringen mit Arbeitnehmervertretern zunächst auf betriebsbedingte Kündigungen in der Buchhaltung. Mit dem Betriebsrat habe man sich am Freitagabend auf einen Sozialplan für

Merck verzichtet nach langem Ringen mit Arbeitnehmervertretern zunächst auf betriebsbedingte Kündigungen in der Buchhaltung. Mit dem Betriebsrat habe man sich am Freitagabend auf einen Sozialplan für die Mitarbeiter der Tochterfirma „Merck Accounting Solutions & Services Europe” geeinigt, erklärte der Pharma- und Chemie-Konzern am Montag in Darmstadt. Damit seien betriebsbedingte Kündigungen bis zum 31. Januar 2020 ausgeschlossen. Oberstes Ziel sei es, die Mitarbeiter der Tochter innerhalb des Konzerns weiter zu beschäftigen.

Die Vereinbarung gehe weit über branchenübliche Regelungen hinaus und umfasse umfangreiche Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote, teilte Merck mit, ohne Details zu nennen. Mitarbeiter, die die Buchhaltungstochter verlassen wollen, bekommen demnach auf Basis der Betriebszugehörigkeit entsprechende Abfindungsangebote.

Philip Heßen, Personalleiter Deutschland bei Merck, sprach von „sozialverträglichen” Lösungen” für die betroffenen Mitarbeiter. Der Betriebsratsvorsitzende Michael Fletterich erklärte ferner, man setze sich dafür ein, die Menschen im Konzern weiterzubeschäftigen. Die Gewerkschaft IG BCE nannte die Übereinkunft einen „großen Erfolg”, nachdem die Verhandlungen in der eingesetzten Einigungsstelle schon kurz vor dem Scheitern gestanden hätten.

Merck hatte 2017 angekündigt, 135 Stellen in der Tochterfirma für Buchhaltung nach Breslau (Polen) und Manila (Philippinen) zu verlagern. In der Zentrale soll eine Kerneinheit vor allem für strategische Aufgaben bleiben. Dort entstünden neue Jobs. Gegen die Pläne hatten sich Betriebsrat und die Gewerkschaft IG BCE gewehrt. Sie fürchteten die ersten betriebsbedingten Kündigungen bei Merck.

(dpa)

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