Projektleiterin Arin Jalda verantwortet die im Oktober 2020 begonnene Modernisierung des mehr als 100 Jahre alten Betriebshofs.
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Projektleiterin Arin Jalda verantwortet die im Oktober 2020 begonnene Modernisierung des mehr als 100 Jahre alten Betriebshofs.

Gutleutviertel: Eröffnung verzögert sich

Betriebshof fit für die Zukunft

  • Matthias Bittner
    vonMatthias Bittner
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GUTLEUTVIERTEL Die VGF investiert 10 Millionen Euro in Modernisierung

Die Eröffnung des Betriebshofes Gutleut in der Mannheimer Straße verzögert sich. Statt wie ursprünglich geplant Ende März rollen die Straßenbahnen erst wieder am 15. April in den frühen Morgenstunden aus dem Depot. "Wegen der Frostphase im Februar ruhten die Arbeiten anderthalb Wochen komplett", sagt Arin Jalda über die nicht eingeplante Verzögerung. Sie verantwortet als Projektleiterin die im Oktober 2020 begonnene Modernisierung des mehr als 100 Jahre alten Betriebshofs der Verkehrsbetriebe Frankfurt am Main (VGF). Rund zehn Millionen werden investiert. Auf dem 2300 Quadratmeter großen Areal bleibt fast kein Stein auf dem anderen.

2738 Meter Schienen ausgetauscht

Allein die nackten Zahlen lesen sich imposant: 2738 Meter Schienen, 29 Weichen und rund 4200 Meter Fahrdraht samt 22 Oberleitungsmasten wurden ausgetauscht. 13 300 Tonnen Erde wurden bewegt, 1770 Kubikmeter Beton für den Schienenunterbau gegossen. 3650 Ankerbolzen und 334 Schweißstöße - mit ihnen werden Gleisstücke verbunden - setzten die Arbeiter. Außerdem wurden unterirdisch 5350 Meter Leerrohre und 98 Schächte, unter anderem für Weichenheizung, Betriebshofbeleuchtung oder Stromversorgung, gesetzt. Auf der Nordseite des Areals wurde ein neuer Kanal verlegt, auch ein 132 Meter langer Zaun wurde errichtet.

Für die Bauingenieurin Jalda, die seit 2015 beim Fachbereich Fahrweg der VGF beschäftigt ist, ist die Modernisierung des Betriebshofes Gutleut das bislang größte Projekt. Doppelt so lange wie die reine Bauzeit hätten aber die Vorbereitungen mit Planung und Koordinierung der insgesamt 25 beteiligten Fremdfirmen gedauert. Auch Lieferzeiten seien peinlichst zu beachten gewesen, sagt Jalda. So habe berücksichtigt werden müssen, dass Schienen ein Jahr Lieferzeit hätten, Weichen sogar zwei Jahre im Voraus bestellt werden müssen.

Mit der Modernisierung wird der Betriebshof fit für die neue Fahrzeuggeneration gemacht. Die als Typ "T" bezeichneten Züge vom Hersteller Allstrom werden nach und nach ab der zweiten Jahreshälfte ausgeliefert. 45 Exemplare im Gesamtwert von 100 Millionen Euro hat die VGF bestellt. Nach Angaben von Jalda sind die engen Kurvenradien auf dem Betriebshof-Gelände für die "T"-Wagen nicht geeignet und mussten deshalb erneuert werden. "Die Gleise und Schienen haben mit einem Alter zwischen 35 und 43 Jahren aber auch das Ende ihrer Lebensdauer erreicht", sagt die Bauingenieurin.

Normalerweise rollen um die 100 Bahnen morgens aus und abends zurück ins Depot im Gutleut. Während der Bauphase wurden die Züge im Betriebshof Ost, am Stadion und in den teilweise reaktivierten Betriebshof Eckenheim ausgelagert. Auch Fristen - regelmäßige Untersuchungen an den Bahnen - waren nicht im vollen Umfang in der Werkstatt im Gutleut möglich. Die VGF richtete deshalb eine provisorische Werkstatt in Eckenheim ein. Auch eine Unterflurdrehbank, mit der die Räder der Straßenbahnen geschliffen werden, wurde gemietet. Für große Arbeiten, etwa die Reparatur von Unfall- oder Vandalismusschäden, war die Werkstatt im Gutleut aber geöffnet. Züge konnten von 1 bis 4 Uhr in und aus der Werkstatt rollen.

Buslinie 37 wird umgeleitet

Die Bauarbeiten gehen nun in die Endphase. Bis 28. März ist die Mannheimer Straße wegen Gleisbauarbeiten auf dem Abschnitt zwischen Heilbronner und Heidelberger Straße gesperrt. Die Buslinie 37 zum Hauptbahnhof wird über Zanderstraße und Rottweiler Platz, in der Gegenrichtung über die Gutleutstraße umgeleitet. Die Haltestellen Heidelberger Straße und Behördenzentrum entfallen, der Halt Hafenstraße wird an die Umleitungsstrecke verlegt. Matthias Bittner

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