Im Wasser lassen sich die Besucher des Familiensportfestes bei der Hitze am besten animieren. Gut also, dass auch die Bäderbetriebe bei der Veranstaltung im Brentanobad mit dabei sind.
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Im Wasser lassen sich die Besucher des Familiensportfestes bei der Hitze am besten animieren. Gut also, dass auch die Bäderbetriebe bei der Veranstaltung im Brentanobad mit dabei sind.

Familiensportfest im Brentanobad

Bewegung zu Wasser und an Land

Tausende kommen zum dritten Familiensportfest im Brentanobad – viele jedoch unfreiwillig. Denn die meisten suchten bei der Hitze Erfrischung im Schwimmbad und wurden vom Fest überrascht. Vom Sport ließen sich einige trotz des Wetters dennoch nicht abhalten.

Von Ben Kilb

„Was, der Eintritt ist frei“, wundert sich ein Herr am Eingang des Brentanobads und läuft schnurstracks Richtung Liegewiese und Wasser. Ausgerechnet am heißesten Tag des Jahres freuen sich die Besucher des Brentanobads in Rödelheim, dass das Freibad wohl das einzige weit und breit ist, vor dem man nicht anstehen muss.

Der freie Eintritt ist allerdings nicht den Temperaturen geschuldet, die in Frankfurt herrschen, sondern dem dritten Familiensportfest, das im Brentanobad steigt. Dutzende Frankfurter Vereine haben im Schwimmbad Stände aufgebaut, präsentieren ihre Sportangebote und laden auf den Liegewiesen zum Mitmachen ein – solange sich dafür Platz bietet.

Denn eigentlich ist im Brentanobad kein Quadratmeter Rasen mehr frei. Stehen lässt es sich im Becken, schwimmen fällt aufgrund des Andrangs eher flach. Die meisten der Schwimmbadbesucher – rund 8000 schätzen die Veranstalter des Familiensportfestes – suchen aufgrund der Hitze Abkühlung. Vom Familiensportfest erfahren viele erst am unbesetzten Kassenhäuschen.

In den Boxring gestiegen

Vom Sport abhalten lassen sich einige dennoch nicht, auch wenn die mitunter 50 Meter langen Schlangen vorm Schwimmbadkiosk den Andrang bei den Vereinen deutlich übertreffen. Angelina (12) ist am Stand der Sportjugend Frankfurt in deren Boxring gestiegen. Trainer Mustafa Kurnaz erklärt Beinarbeit und Deckung. „Macht ’ne Menge Spaß“, findet Angelina, auf deren Stirn sich seltsamerweise keine Schweißtropfen zeigen.

Vor allem die Kinder scheinen mit der Hitze am wenigsten zu kämpfen und üben sich in Sportarten, die sie noch nicht kennen. Cihan (12) nimmt Anlauf und stürzt sich mit voller Wucht in eine Art Sandsack. „Ich bin eigentlich zum Schwimmen gekommen und wusste nichts vom Fest. Aber cool, dass es stattfindet“, erzählt er und widmet sich weiter dem Rugby-Training am Stand der Rugby-Abteilung der Frankfurter Eintracht.

Thomas (32) und Markus (29) haben sich indes den idyllischsten Fleck im Schwimmbad ausgesucht – und die am wenigsten schweißtreibende Sportart. Beide treten im Schatten eines Baumes im Simultan-Schach an, bei dem ein Spieler sich rundenweise mit Dutzenden anderen misst. „An die Torwand gehen wir vielleicht noch mal. Für mehr Sport ist es heute zu heiß“, findet Thomas.

„Nur Positives gehört“

Ute Müller-Kindleben, die das Familiensportfest als stellvertretende Vorsitzende des Sportkreises Frankfurt mit auf die Beine gestellt hat, freut sich dennoch darüber, wie viele Menschen trotz der Hitze Sport treiben. „Von Besuchern habe ich bislang auch nur Positives gehört“, sagt sie. Für viele sei das Familiensportfest dennoch eine Überraschung gewesen. „Wir hätten das Fest wohl noch ein bisschen mehr bewerben sollen“, schätzt Müller-Kindleben. Über die Besucherzahlen, auch wenn längst nicht alle dem Fest zuzuschreiben sind, möchte sie sich dennoch nicht beschweren.

Müller-Kindleben glaubt auch, dass sich der Ortswechsel des Familiensportfestes erst noch herumsprechen muss: „Nach zwei Jahren auf der Galopprennbahn in Niederrad findet man uns schließlich jetzt zum ersten Mal im Brentanobad.“ Der Faktor Wasser werde hier auf Dauer für noch mehr Zuspruch sorgen, ist sie sich sicher.

Im kühlen Nass sorgt das Familiensportfest sodann auch für die größte Begeisterung: Die Bäderbetriebe Frankfurt (BBF) haben als Mitveranstalter speziell fürs Wasser konstruierte Räder ins Becken gelassen. Aquacycling heißt die Sportart, die sich vor allem für ältere Menschen mit Hüft- und Knieproblemen eignet. Heute möchten Menschen allen Alters einer der exklusiven Plätze im vollen Becken. Wer sich dort noch etwas mehr Freiheiten verschaffen kann, dem bleibt auch Platz, um sich mit den Wasserbällen zu vergnügen, die am Stand der Frankfurter Neuen Presse kostenlos verteilt werden. „Die gehen weg wie nix“, sagt ein Mitarbeiter. Auch können sich die Besucher am Stand der FNP einer Runde Zeitungs-Memory stellen und dabei fast unbewusst die Bereiche eines Zeitungsverlages kennenlernen.

30 verschiedene Sportarten

Am wenigsten ist letztlich am Zelt des Deutschen Roten Kreuzes los – zum Glück. „Für uns ist es ,business as usual‘. Ein paar kommen mit Kreislaufproblemen oder Mückenstichen. Ansonsten ist es trotz der Hitze bislang ein ruhiger Nachmittag“, freut sich Mitarbeiter Sascha Suijkerland. 30 verschiedene Sportarten werden den ganzen Nachmittag über von den Frankfurter Vereinen im Brentanobad präsentiert. Veranstaltet wird das Familiensportfest von den Bäderbetrieben Frankfurt, der Sportjugend Frankfurt, der Sportklinik Bad Nauheim, der Stadt, dem Sportkreis sowie der Turngemeinde Bornheim.

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