Heimische Tierarten

Wo Biber, Natter und Waschbär wohnen

Kaum ein Ort in Frankfurt bietet mehr Artenvielfalt wie die Natur rund um Bonames. Beim Aktionstag „Kultur fördert Natur?“ der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung, von BioFrankfurt und dem Umweltamt der Stadt Frankfurt soll Oberstufenschüler erfahren, was im Frankfurter Norden kreucht und fleucht.

Es summt und raschelt auf den üppigen Wiesen, zwischen Sträuchern und Eichen im Bonameser Nordpark. Auch wenn sich die Tiere hier fast nur akustisch bemerkbar machen, lässt sich teils nur erahnen und auch sehen, wie vielfältig und artenreich die Flora und Fauna zwischen dem Alten Flugplatz im Westen des Stadtteils und den Auen in seinem Osten ist.

Zum ersten Mal veranstalten die Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung, der Verein BioFrankfurt und das Umweltamt der Stadt Frankfurt ihren Aktionstag „Kultur fördert Natur?“ im Nordpark. Rund 250 Oberstufenschüler aus Frankfurt und Umgebung sind gekommen, um sich zeigen zu lassen, was im Frankfurter Norden so alles kreucht und fleucht – oder nachschiebt. So nennt man die Bewegung gewisser Raupenarten.

Auf Evelyns (15) und Sebrahs (18) Händen machen zwei Wolfsmilchschwärmerraupen vor, wie ihre Art der Fortbewegung funktioniert. Hin und wieder lassen sie sich herunterpurzeln, weil sie auf den Fingern der beiden Schülerinnen nichts Fressbares finden. Angst haben Evelyn und Sebrah nicht vor den beiden Raupen mit ihrer auffälligen Zeichnung nicht.

Vor dem Pavillon von Hans-Peter Meigel halten einige Schüler hingegen größeren Abstand. Drei heimische Sumpfschildkröten kriechen durch eine Plastikbox, die der Reptilienfreund und Lehrer an der Ricarda-Huch-Schule in Dreieich mitgebracht hat. In der Box daneben bewegt sich eine sogenannte Äskulapnatter aus einem hohlen Baumstamm.

Einen Anlass für den großen Abstand gibt es nicht, wie Meigel erklärt: „Schlangen sind prinzipiell keine aggressiven Tiere, die beißen. Das machen sie nur, wenn sie sich bedrängt fühlen.“ Im Fall der heimischen Schlangenart, die der Lehrer präsentiert, besteht jedoch keine Gefahr für den Menschen. Denn die Äskulapnatter ist wie die meisten europäischen Schlangenarten nicht giftig.

Weitaus aggressiver können ein Waschbär oder ein amerikanischer Nerz werden. Doch weil beide Gattungen zu den nachtaktiven Tieren zählen und vor lauter Schülern im Bonameser Nordpark zu viel Stress ausgesetzt wären, haben der Naturschutzbund Wetterau und der Jäger-Verein Frankfurt Nord-Ost zum Aktionstag nur ausgestopfte Exemplare mitgebracht.

Noch scheuer ist der Biber. Auch Frank Uwe Pfuhl vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) kann daher nur eine ausgestopfte Variante in seinem Bibermobil zeigen, mit dem er Schulen, Kitas uns Vereine in der Region besucht, um zu berichten, wie es um den Biber in Frankfurt und Umgebung bestellt ist. „Gut. Er hat sich wieder fast im ganzen Stadtgebiet ausgebreitet, nachdem er fast für 300 Jahre verschwunden war“, sagt Pfuhl.

Die Oberstufenschüler erfahren an acht Stationen mit 19 Themen aber nicht nur Wissenwertes über die Bonameser Fauna. Die Experten der Senckenberg-Gesellschaft, des Umweltamtes und von Natur- und Tierschutzvereinen sprechen unter anderem auch über Geologie, nachhaltige Forstwirtschaft und die Pflanzenvielfalt vor Ort. Dass sich rund um Bonames so viel Anschauungsmaterial bietet, verdanken die Veranstalter und die Schüler auch dem Projekt „Städte wagen Wildnis“. Dabei lässt man dabei auch in Frankfurt urbane Flächen verwildern, um der heimischen Flora und Fauna zu helfen. Künftig können sich Schüler ihre Berührungsängste also nicht mehr nur durch Aktionstage nehmen.

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