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Holbeinkreisel in Frankfurt: Bierbänke am „Nox“ müssen weichen

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Von: Stefanie Wehr

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Der Sachsenhäuser Architekt Stefan Görg-de Rooy hat Verbesserungsvorschläge für den Holbeinkreisel. Die Besucher des Kiosk "Nox" sind ebenso wenig begeistert von den Umbauplänen der Stadt wie die "Nox"-Inhaberin Rebecca Fohl.
Der Sachsenhäuser Architekt Stefan Görg-de Rooy hat Verbesserungsvorschläge für den Holbeinkreisel in Frankfurt. Die Besucher des Kiosk „Nox“ sind ebenso wenig begeistert von den Umbauplänen der Stadt wie die „Nox“-Inhaberin Rebecca Fohl. © Sauda, Enrico

Wenn der Holbeinkreisel gebaut wird, wird es eng vor dem Wasserhäuschen. Ob dem Treffpunkt auf dem Grünstreifen eine neue Außenfläche genehmigt wird, ist unklar.

Frankfurt – Eines fällt dem Architekten und Stadtplaner Stefan Görg-de Rooy besonders ins Auge, wenn er sich den Bauplan für den Kreisel am Ende der Holbeinstraße ansieht: Das Wasserhäuschen "Nox" wird viel weniger Fläche für Bierbänke und Liegestühle zur Verfügung haben, da die "Nase" am Ende des Grünstreifens abgeschnitten werden soll. Die Asphaltfläche des Kreisels wird dann bis an die große Platane heranreichen.

Das Wasserhäuschen aber hat sich längst zum Treffpunkt entwickelt, der äußerst beliebt im Viertel ist. "Das ,Nox' prägt diesen Platz", sagt Görg-de Rooy. "Hier sollten eher die Aufwertungspotentiale, die in einer neuen Gestaltung liegen, ausgeschöpft werden", sagt der Stadtplaner, der an der Holbeinstraße wohnt. Sprich: Es gäbe einiges an der Kreiselplanung zu verbessern, vor allem in punkto Aufenthaltsqualität für die Anwohner.

Wie berichtet, soll der Holbeinkreisel gebaut werden, um Ordnung in die Kreuzung von Oppenheimer Landstraße, Holbein-, Burnitz- und Hedderichstraße sowie Nell-Breuning-Straße zu bringen. Die Stadtverordneten und der Ortsbeirat 5 haben die Planung für das 3,9 Millionen Euro teure Bauprojekt bereits abgesegnet. Zwei Jahre Bauzeit unter Vollsperrung sind veranschlagt. Nächstes Jahr soll gebaut werden.

Holbeinkreisel in Frankfurt: Sorgen um die große Platane beim Wasserhäuschen „Nox“

Aber an das schöne Wasserhäuschen, wo sich tagsüber Familien zu Kaffee, Kuchen und Eis treffen und am Abend die halbe Straße den Tag bei einem Getränk ausklingen lässt, hat offenbar keiner gedacht. Auch seitens der Planer vom Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) hat mit den Betreibern des Kiosks niemand gesprochen, sagt die Pächterin Rebecca Fohl: "Wir machen uns vor allem Sorgen darüber, dass die Platane zu Schaden kommen könnte. Und darüber, dass die Baustelle sehr lange bleibt und viel Lärm macht." Sie hofft außerdem, dass das "Nox" als Ersatz künftig mehr Platz in der Grünanlage nutzen darf.

Irritierend finden es Rebecca Fohl und Stefan Görg-de Rooy, dass laut Plan auf der Verkehrsinsel in der Mitte des Kreisels ein Weg angelegt und Bänke aufgestellt werden sollen. "Wer soll dort sitzen und wie soll man über die Fahrbahn dort hinkommen?", fragt sich Fohl. "Es ist doch gefährlich. Außerdem bleibt dann dort der Müll liegen und das fällt dann wieder auf uns zurück". Sitzbänke seien auf der Insel "nach aktuellem Stand nicht geplant", teilt auf Anfrage Michaela Kraft, Leiterin des ASE, mit. "Die Verkehrsinsel wird landschaftsgärtnerisch gestaltet." Überwege seien nicht vorgesehen.

Frankfurt: Weniger Platz für Wasserhäuschen „Nox“ in Sachsenhausen

Was den Flächenverlust betrifft, müsse das "Nox" einen Antrag auf Sondernutzung stellen, sagt Kraft. "Die Fläche hinter dem Kiosk, die im Rahmen der Baumaßnahme saniert wird, würde das Platzangebot beispielsweise erweitern", meint die Amtsleiterin. Die mächtige Platane, die vor dem Verkaufsfenster des Kiosk den Bürgersteig ziemlich in die Höhe geschoben hat, soll stehen bleiben, versichert sie: "Der Erhalt der Platane war eine der wichtigen Aufgaben der gemeinsamen Planung von Grünflächenamt und ASE."

Um die Platane herum, wo der Gehweg erneuert und der Rand des Kreisels gebaut wird, werde die Baugrube wurzelschonend mit Hilfe eines Saugbaggers ausgehoben, erläutert sie. Die Fläche um den Baum herum werde mit Edalith, einem wasserdurchlässigen Stoff angelegt. Das Baumbett werde mit Basaltsteinen umrahmt.

Architekt Görg-de Rooy bemängelt, dass die Freiflächen für Fußgänger rund um den Kreisel lieblos gestaltet sind. "Riesige ungenutzte Flächen entstehen da", befürchtet er. Gerade die östliche Seite "zwischen Oppenheimer Landstraße und Hedderichstraße hat eine hohe Attraktivität, die bisher kaum genutzt wurde." Die Kreiselfläche würde er mit wasserdurchlässigem Material bauen und nicht mit herkömmlichem Asphalt. Aber auch die Bahn-Unterführung müsse dringend verbessert und mit hellerem Licht ausgestattet werden: "Darunter ist es stockfinster, die Unterführung ist ein Angstraum", moniert der Sachsenhäuser. (Stefanie Wehr)

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