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Startschuss für die neue, regionale Crowdfunding-Plattform ?Place 2 help?: Die Gründer Dennis Darko und Alexandra Partale.

Unternehmer-Duo

Sie bieten einen Ort für Ideen

Online vernetzen, offline etwas bewegen: Die Internet-Plattform „Place 2 help“ möchte Ideen, die für die Bewohner der Rhein-Main-Region wünschenswert sind, auf die Beine helfen – und sie in die Realität schubsen.

Über die US-amerikanische Crowdfunding-Plattform „Kickstarter“ konnten Künstler, Entwickler und Erfinder im Jahr 2015 610 Millionen US-Dollar für die Umsetzung ihrer Ideen einsammeln. Im gleichen Zeitraum sammelten in Deutschland Crowdfunding-Projekte 21,2 Millionen ein. „Da geht doch mehr“, sagte sich Alexandra Partale – und gründete zusammen mit Dennis Darko die Plattform . Das „Mehr“ möchte die promovierte Geografin in der Rhein-Main-Region verankern und setzt mit ihrem Sozial-Unternehmen auf Projekte, die das Leben in der Region lebenswerter machen.

Crowdfunding stellt eine Alternative zum klassischen Bankkredit dar, etwa, wenn die Bank keinen Kredit geben möchte. Geldgeber sind in diesem Fall alle, die das Projekt oder Unternehmen mitfinanzieren möchten. Über Crowdfunding-Plattformen wie „Kickstarter“ oder „Startnext“ finden die Entwickler, Erfinder oder Ideengeber die Finanzmittel, die sie zur Umsetzung ihrer Ideen und Projekte brauchen. Sie können sich auf diesen Internetseiten präsentieren und für ihre Idee werben.

„Place 2 help“ setzt jedoch eine Stufe höher an. Die Macher sammeln und suchen Projekte in der Crowdfunding-Szene, die sich auf die Rhein-Main-Region konzentrieren, die Weiterentwicklung der Region im Fokus haben und das Leben vor Ort für alle lebenswerter machen.

„Place 2 help“ sieht sich selbst nicht als Crowdfunding-Plattform, sondern agiert in einer übergeordneten Ebene. Dazu bündeln die Macher Projekte aus Crowdfunding-Plattformen und verschaffen ihnen über ihre Internetseite und ihr Marketing zusätzliche Sichtbarkeit. Auch mit Wissen und Schulungen kann „Place 2 help“ unterstützen.

Außerdem arbeitet die Plattform eng mit einem Partnernetzwerk aus den Kommunen und der Industrie zusammen. Partner und Unterstützer sind neben den Städten Mainz und Wiesbaden unter anderem die IHK-Initiative „Perform Zukunftsregion Frankfurt-Rhein-Main“ und engagierte Unternehmen, die ihre soziale Verantwortung in der Region leben wollen, wie Taunus-Sparkasse oder die Triodos-Bank. „Wir wollen die Akteure vor Ort vernetzen und die Projekte durch die Beteiligung von vielen Menschen finanzieren“, sagen Alexandra Partale und Dennis Darko.

Wenn ein bestimmter Anteil der Finanzierung durch die Unterstützer erreicht ist, kann „Place 2 help“ auch finanziell unterstützen. Allerdings legen die Macher dafür eindeutige Richtlinien fest, die die Projekte erfüllen müssen. An erster Stelle werden nur Projekte unterstützt, die die Rhein-Main-Region zukunftsfähiger und lebenswerter machen wollen. Und natürlich muss das Projekt umsetzbar sein.

Mit dem Start der Webseite dürfen sich nun erstmals fünf Projekte vorstellen, die um die Gunst der Geldgeber werben.

Toni von „Auf dem Acker “ präsentiert die Rüsselsheimer Gruppe Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi), die Bio-Obst und -Gemüse produziert. Dafür benötigt die Gemeinschaft unter anderem Haken und Folientunnel. Sie sagen: „Wir wollen nicht nur Zwiebeln und Kohl produzieren.“

„One Team“ ist ein soziales Start-up aus Frankfurt mit der Vision, Kindern und Jugendlichen weltweit den Zugang zu Sport zu ermöglichen – und damit auch zu Bildung, Gesundheit und Gleichberechtigung.

Ebenfalls Integration im Fokus haben die Macher von „Bridges Musik-Sessions “. Sie schaffen einen Ort für Musiker mit und ohne Flucht- und Migrationshintergrund, an dem sie gemeinsam Musik machen.

Was die Online-Verkaufsriesen können, will „Lokaso “ für lokale Einzelhändler anbieten – und will die Kunden sogar noch am gleichen Tag beliefern.

Bezahlbarer Wohnraum mit Garten, Dachterrasse und Gemeinschaftsräumen sowie gemeinsame Infrastruktur, und das noch generationsübergreifend: Das ist die Zukunftsvision der Genossenschaft „ZWO“ . Um das Pilotprojekt zu realisieren, müssen die Organisatoren mit einer kleinen Gruppe in die Konzeption und die Grundstücksbewerbung gehen.

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