Schadensbilanz nach oben korrigiert: Frankfurter Awo verzeichnet einen Verlust von mindestens 6,3 Millionen Euro.
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Schadensbilanz nach oben korrigiert: Frankfurter Awo verzeichnet einen Verlust von mindestens 6,3 Millionen Euro.

Awo-Affäre in Frankfurt

Bilanz des Awo-Skandals: Kreisverband geht von deutlich höherem Schaden aus

  • Isabel Wetzel
    vonIsabel Wetzel
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Bilanz zum „Awo-Skandal“ 6,3 statt 4,5 Millionen Euro: Der Schaden ist noch verheerender als zunächst geschätzt.

Frankfurt - Die Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (Awo) schätzt den Schaden, der durch die sogenannte „Awo-Affäre“ entstanden ist, auf mittlerweile 6,3 Millionen Euro. Seit Herbst 2019 ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs gegen mindestens sechs ehemalige Awo-Funktionäre. Die ehemalige Awo-Führung steht im Mittelpunkt eines Skandals um überhöhte Einkommen und Luxus-Dienstwagen.

Erste Schadensbilanz - Verluste der Awo höher als zunächst geschätzt

Im Juni 2020 zog die Awo eine erste Bilanz der Affäre und schätzte den Schaden, der zwischen 2015 und 2019 entstanden ist, auf rund 4,5 Millionen Euro. Auch die Schätzung von mehr als 6 Millionen Euro sei noch eine vorläufige Schadensbilanz, sagten Vertreter des hauptamtlichen Vorstands und des ehrenamtlichen Präsidiums am Montag (12.10.2020) in Frankfurt. „Wir prüfen alle uns zur Verfügung stehenden Optionen, um unseren Schaden reguliert oder ersetzt zu bekommen“, sagte Steffen Krollmann, der Vorstandsvorsitzende des Frankfurter Kreisverbands.

Der Awo-Vorstandsvorsitzende Steffen Krollmann rechnete mit 3,5 Millionen Euro für überhöhte Personal- und Honorarkosten auf, 650.000 Euro für Luxus-Dienstwagen, deutlich sinkende Spendeneinnahmen, die sich auf rund 100.000 Euro beliefen, und Spenden an den Awo Kreisverband Wiesbaden über 881.000 Euro.

Aufarbeitung des Awo-Skandals - Finanzielle Situation erholt sich etwas

Seit einem halben Jahr hat die Frankfurter Awo ein neues ehrenamtliches Präsidium, das die Aufarbeitung des Skandals einleitete und einen neuen hauptamtlichen Vorstand bestellte.
Die finanzielle Situation des Verbands hat sich wieder etwas erholt, seit das Frankfurter Bildungsdezernat einbehaltene Zahlungen für den Kita-Bereich wieder aufgenommen hat. Finanzvorstand Axel Dornis stellte für 2020 eine schwarze Null in Aussicht. Der Schaden durch den Skandal rund um die frühere Awo-Führung sei trotzdem immens - „wirtschaftlich und moralisch“, betonte Petra Rossbrey, die Vorsitzende des ehrenamtlichen Präsidiums. (iwe)

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