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Biontech-Investor macht Kasse

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Münchner MIG Fonds erzielt Rendite von 4500 Prozent

Von Panagiotis Koutoumanos

Frankfurt. Einer der Gründungsinvestoren des deutschen Corona-Impfstoff-Herstellers Biontech hat nun dessen Erfolg genutzt, um Kasse zu machen: Wie der Münchner MIG Fonds mitgeteilt hat, hat er in den vergangenen Monaten annähernd elf Millionen Aktien des Mainzer Unternehmens verkauft und damit eine Nettorendite von sage und schreibe 4500 Prozent eingestrichen. Ein Gewinn, über den sich auch die Anleger des Fonds freuen können: Für sie schüttet der MIG Fonds insgesamt 600 Millionen Euro aus dem Investment aus. Bei den Anlegern handelt es sich um deutsche und österreichische Privatinvestoren, die im Schnitt 20 000 Euro in den Fonds steckten. Eine höhere Dividende hat der Wagniskapital-Geber noch nie ausgezahlt.

Im Jahr 2008 hatte MIG den Biontech-Gründern Ugur Sahin und Ozlem Tureci 13,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Damals war Biontech noch darauf fokussiert, personalisierte Immuntherapien gegen Krebs zu entwickeln. Mit dieser Strategie häufte das Mainzer Unternehmen in den Folgejahren allerdings Verluste in Höhe von 425 Millionen Euro an.

Erst mit dem Beginn des Coronavirus-Projekts im Februar 2020 stellte sich der große wirtschaftliche Erfolg ein. Mitte März 2020 taten sich die Mainzer mit dem US-Pharma-Konzern Pfizer in einer gleichberechtigten Partnerschaft zusammen, um den Corona-Impfstoff zu produzieren und zu vermarkten. Und Anfang Dezember vergangenen Jahres erhielt der Impfstoff als weltweit erster eine Zulassung.

So hat der Biontech-Aktienkurs seit der Erstnotiz an der US-Technologiebörse Nasdaq im Oktober 2019 inzwischen um 787 Prozent zugelegt. Mit einem Börsenwert von rund 28,3 Milliarden Dollar (23,66 Milliarden Euro) hat Biontech eine höhere Marktkapitalisierung als beispielsweise die Deutsche Bank oder der Darmstädter Chemie-und Pharmakonzern Merck.

Darüber dürften sich auch die anderen Großaktionäre der Mainzer Biotech-Firma freuen. Allen voran die Strüngmann-Brüder Thomas und Andreas, die über ihr Investment-Vehikel Athos KG nach wie vor die Mehrheit an Biontech halten. Die Milliardäre hatten 1986 schon den Generika-Konzerns Hexal gegründet.

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