Ein Biotop zum Lernen

Die Goethe-Universität hat einen neuen Biotopgarten auf dem Campus Riedberg, in dem Schulklassen aus dem Großraum Frankfurt ökologisches Wissen lebensnah erfahren können.

Die Goethe-Universität hat einen neuen Biotopgarten auf dem Campus Riedberg, in dem Schulklassen aus dem Großraum Frankfurt ökologisches Wissen lebensnah erfahren können. Dadurch soll auch ihre Motivation zum nachhaltigen Handeln gefördert werden. Gleichzeitig dient der Biotopgarten der praxisorientierten Lehrerausbildung. Studenten können hier Umweltbildungskonzepte mit Schulklassen in der Praxis erproben sowie Lehrerfahrungen an außerschulischen Lernorten sammeln.

Ökologisches Wissen in lebensnahen Kontexten erleben und die Motivation zum nachhaltigen Handeln fördern sind wichtige Zielsetzungen im schulischen Kontext. Durch die Nähe zum biologischen Objekt lassen sich diese Ziele an außerschulischen Lernorten oftmals leichter als im Klassenraum erreichen. Lernsituationen außerhalb der Schule haben jedoch besondere Herausforderungen, die in die Ausbildung von Lehramtsstudierenden integriert werden sollten.

Die Abteilung für Didaktik der Biowissenschaften bietet daher verstärkt praxisorientierte Lehrveranstaltungen an, in denen Studierende Umweltbildungskonzepte mit Schulklassen in der Praxis erproben und Lehrerfahrungen an außerschulischen Lernorten sammeln und reflektieren können.

„Dieser Brückenschlag zwischen fachdidaktischen Theorien und Praxiserfahrungen im Unterrichtshandeln ist ein wesentlicher Faktor beim Aufbau ökologischen Handlungswissens, das in den späteren Schulalltag Eingang finden sollte“, erklärt Prof. Paul Dierkes, Leiter des Schülerlabors Goethe Bio-Lab und Professor für Didaktik der Biowissenschaften an der Goethe-Universität.

„Die Konzeption und Durchführung dieser innovativen Lehr- und Lernformate sind jedoch mit einem größeren Personalaufwand, geeigneten außerschulischen Lernumgebungen und zeitlichem Engagement verbunden. Viele unserer Umweltbildungsprojekte können somit erst durch die Förderung außeruniversitärer Partner realisiert werden“, so Dierkes weiter.

Mit der Gründung des Umweltfonds im Jahr 1997 hat die Fraport AG den freiwilligen Natur- und Umweltschutz außerhalb des Flughafen-Geländes in ihrem vielschichtigen Förderprogramm verankert. Im Rahmen einer langjährigen Kooperation hat die Fraport AG Umweltbildungsvorhaben der Abteilung für Didaktik der Biowissenschaften mit insgesamt 165 000 Euro unterstützt.

Anfang 2016 wurde das Projekts „Ökologisches Handeln lernen“ abgeschlossen. In den vergangenen drei Jahren ist ein innovatives, praxisorientiertes Lehrformat, bei dem Studierende Umweltbildungskonzepte erarbeiteten und mit Schulklassen erprobten, entstanden. Die Konzepte wurden in Form einer Bildungsmappe zusammengestellt und sind kostenfrei für Lehrkräfte erhältlich. „Ich habe in keinem anderen Seminar so viele prägende und bereichernde Lehr- und Lernerfahrungen gemacht“, sagt Projektverantwortliche Tina Braun. Seit Anfang des Monats ist die ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin im Schuldienst. Dank ihrer Erfahrung fühlt sie sich sicher vor der Klasse. Für ihre Arbeit erhielt sie am 18. Mai die Anerkennung „Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“.

(red)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare