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"Bist du zu locker, geht's in die Hose"

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Von: Enrico Sauda

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Die deutsche Rockband Revolverheld: Jakob Sinn, Kristoffer Hünecke, Niels Grötsch und Johannes Strate (l-r).
Die deutsche Rockband Revolverheld: Jakob Sinn, Kristoffer Hünecke, Niels Grötsch und Johannes Strate (l-r). © picture alliance / dpa

Revolverheld ("Lass uns Gehen") machen seit gut zwei Jahrzehnten Musik und treten am 16. Juli bei "Pop im Park" auf. Bei dem Festival im Waldstadion sind auch Johannes Oerding, Michael Schulte sowie Glasperlenspiel und Joris am Start. Wir sprachen mit Revolverheld-Schlagzeuger Jacob Sinn über den bevorstehenden Gig, über Vorbilder und über Frankfurt.

Endlich wieder live und dann gleich vor Tausenden von Zuschauern.

Die vergangenen zwei Jahre waren für alle - aber auch für uns als Künstler schwierig. Deshalb freuen wir uns tierisch auf "Pop im Park" - endlich wieder in Gesichter schauen, und nicht in Scheinwerfer wie bei den Autokonzerten. Das war zwar witzig, aber jetzt wieder "normale" Konzerte zu spielen ist super.

Auch die Chance, euer neues Album live zu promoten.

Ja, genau. Das war bisher nicht möglich.

Das heißt, das Publikum kann sich auf eine Mischung neuer Songs und bekannter Hits freuen?

Ja, das wird ein Mix aus Altem und Neuem - da wird auch die ein oder andere Livepremiere dabei sein. Und wer weiß, vielleicht spielen wir sogar etwas, das bisher noch gar nicht veröffentlicht wurde.

Sie teilen sich die Bühne mit anderen Künstlern, die Sie kennen, aber wohl lange nicht mehr gesehen haben?

Ja. Das gehört jetzt auch wieder dazu. Das Treffen und der Austausch mit Kollegen und Kolleginnen. Das war auch alles weggefallen. Es wird eine Art Familientreffen.

Nach so langer Bühnenabstinenz - sind Sie aufgeregt? Oder ist es schon wieder Business as usual.

So eine lange Live-Pause hatten wir noch nie. Aber eins kann ich definitiv sagen: Business as usual war und ist es nie, denn jedes Konzert ist einzigartig. Das ist das, was live ausmacht. Und wir sind eine Band, die bei jedem Konzert auf das Publikum eingeht. Und ja, das muss ich zugeben, ich bin schon ein bisschen aufgeregt.

Üben Sie denn schon?

Ja. Wir proben fleißig. Und es funktioniert auch alles, aber auf der Bühne ist's immer noch etwas anderes. Aber wenn keine Aufregung mehr da ist, dann kannst du auch aufhören. So abgebrüht will ich gar nicht sein.

Sie haben vor der Pandemie Hunderte von Konzerten gegeben - und sind trotzdem noch aufgeregt?

Ja, eine gewisse Anspannung muss schon da sein. Das ist doch beim Fußball auch so. Wenn du zu locker ins Spiel gehst, dann geht's in die Hose.

Weil Sie den Vergleich gezogen haben: Spielen Sie selbst noch Fußball?

Bis vor ein paar Jahren habe ich noch relativ regelmäßig an Promi-Benefizspielen teilgenommen. Wir sind alle große Fans und dann mit Legenden wie Thomas Helmer oder Sergej Barbarez auf dem Platz zu stehen - das ist natürlich großartig. Doch leider habe ich mich bei einem dieser Spiele mal verletzt - und konnte dann nur noch getaped Schlagzeug spielen.

Da haben Sie dann Ihre Benefiz-Fußballspieler-Laufbahn an den Nagel gehängt?

Ja. Aber ich vermisse es schon.

Und was war's?

Ich war ganz unglücklich auf den Arm gefallen und habe mir einen Kapselriss am Daumen zugezogen.

Wer ist denn Ihr Drummer-Vorbild?

Ich muss sagen, dass der jüngst verstorbene Taylor Hawkins von den "Foo Fighters" mich schon sehr beeinflusst hat.

Der litt angeblich auch unter Lampenfieber - ist das unter Musikern verbreitet?

Ach, es gibt alles. Das hat auch nicht zwingend damit zu tun, wie viel Routine der- oder diejenige hat.

Und gibt es noch ein "Idol"?

Dave Grohl . Er war in einer der größten Bands Schlagzeuger bei Nirvana und ist jetzt in einer der größten Bands Sänger und Gitarrist - bei den "Foo Fighters". Außerdem Stewart Copeland , der bei "The Police" war. Oder Vinnie Colaiuta , der für Sting gespielt hat.

Kommt Revolverheld gern nach Frankfurt?

Das schon, aber im Stadion war ich noch nie. Doch es verbindet uns sehr viel mit Ihrer Stadt. Wir haben in Frankfurt sehr viele, sehr schöne Konzerte gegeben. Von der alten Batschkapp über die neue Batschkapp bis hin zur Festhalle. Wir verbinden so viele tolle Erinnerungen mit Frankfurt, dass wir uns total auf den Auftritt im vollen Stadion freuen.

Gab's noch Gelegenheiten, zu denen Sie nach Frankfurt gekommen sind?

Als es die Musikmesse noch gab, war ich regelmäßig dort, habe Autogrammstunden gegeben und einige Legenden getroffen.

Geben Sie Drum-Workshops?

Nein. Ich habe meinen Fokus auf die Band gelegt. Aber früher, bevor es mit "Revolverheld" losging, habe ich hier in Hamburg an einer Musikschule unterrichtet.

Wie kam's?

Ich bin da reingewachsen. Es war die Musikschule, in der ich selbst Unterricht genommen hatte. Bei Jost Nickel, der unter anderem mit Jan Delay spielt. Er war lange mein Lehrer, und als er dann viel zu tun hatte, habe ich Schüler von ihm übernommen.

Haben Sie in der Pandemie neue Hobbys entdeckt?

Ich fotografiere seit ein paar Jahren und habe mich in Pandemiezeiten in den Videoschnitt hineingefuchst. Wir haben anfangs jeder für sich zu Hause etwas aufgenommen und dann zusammen gemixt - die Videos habe ich dann geschnitten.

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