Funmilola Fagbamila, die die "Black Lives Matter"-Bewegung mitbegründet hat, spricht am 16. Oktober 2021 bei der B 3-Biennale. FOTO: Enrico Sauda
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Funmilola Fagbamila, die die "Black Lives Matter"-Bewegung mitbegründet hat, spricht am 16. Oktober 2021 bei der B 3-Biennale.

Stadtgeflüster

"Black Lives Matter"-Gründerin bei der Frankfurter B3-Biennale

  • VonEnrico Sauda
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Funmilola Fagbamila, die zum ersten Mal in Frankfurt ist, spricht in der Astor Film Lounge über Identitäten.

Frankfurt -Heute beginnt die sechste Ausgabe der B3-Biennale des bewegten Bildes. Bis Sonntag, 24. Oktober, bietet sich Film-, Kunst- und Medienschaffenden aus aller Welt eine internationale Plattform für Innovation, Austausch und Sichtbarkeit. Und das im Einkaufszentrum MyZeil, wo nun - wie von den Machern gewollt - Kunst, Konsum und Kommerz aufeinandertreffen. Nachdem die vorhergehende B3 hauptsächlich online stattfand, "sind wir in den hybriden Status übergegangen", formulierte es gestern Professor Bernd Kracke , Direktor der Hochschule für Gestaltung in Offenbach und Begründer sowie Macher des B3-Festivals. "Ich glaube, wir bringen hier etwas Großes voran", sagte auch Wissenschaftsministerin Angela Dorn .

Mord an afroamerikanischem Jugenedlichen gab den Ausschlag

Zu den Highlights zählt am Samstag, 16. Oktober 2021, das Kamingespräch mit Funmilola Fagbamila . Die 31-Jährige ist amerikanische Aktivistin mit nigerianischen Wurzeln und Mitbegründerin der "Black Lives Matter"-Bewegung. Den Ausschlag habe vor etwa acht Jahren gegeben, dass George Zimmerman , der den afroamerikanischen Schüler Trayvon Martin erschossen hatte, freigesprochen wurde. Seitdem habe man viel erreicht: "Es wurde mehr über Rassendiskriminierung gesprochen, was viele Jahrzehnte zuvor so nicht geschehen war."

Weil die B3 in diesem Jahr unter dem Oberthema Identität steht, wird Fagbamila morgen ab 16 Uhr in der Astor Film Lounge über ihre eigenen Identitäten sprechen und darüber, was es bedeutet, als nigerianisch-amerikanische Frau subversive Kunst zu schaffen. Das B3-Festival kannte sie vorher nicht. "Als ich aber mitbekommen habe, dass hier Kunst und Kultur zusammentreffen, war mir klar, dass ich teilnehmen will", so die junge Theaterautorin, Schauspielerin und Dozentin, die durch ihr Bühnenstück über die Komplexität der politischen Identität schwarzer Menschen, "The Intersection", von sich reden machte.

Fagbamila: "Die Wahrheit ist vielschichtig"

"Es geht mir auch um die Vielschichtigkeit der Wahrheit", sagt Fagbamila. "Darum, dass man die Grauzone, die es gibt, annehmen muss." Intellektuell werde da schon einiges geleistet. Doch sei der Intellekt auch nicht das Problem. Was Menschen fehle, sei die Fähigkeit, "in die Schuhe des anderen zu schlüpfen, also Mitgefühl zu empfinden". Ohne religiösen Hintergedanken ist sie sich einer Sache sicher: dass Mitgefühl für ein "noch fruchtbareres Miteinander" zwingend nötig ist.

Für Funmilola Fagbamila ist es der erste Aufenthalt in Frankfurt. "Ich werde die Neue Altstadt und viele Museen besuchen." Ein straffes Programm will sie da durchziehen. Denn: "Ich bin nur kurz hier und fliege bald wieder zurück nach Kalifornien", kündigt sie an.

Die Biennale

Weitere Informationen zur B3-Biennale des bewegten Bildes unter b3biennale.de/

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