Claudia Krüger, Inhaberin des "Oberräder Blütenzaubers", in ihrem neuen Blumenparadies an der Mathildenstraße.
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Claudia Krüger, Inhaberin des "Oberräder Blütenzaubers", in ihrem neuen Blumenparadies an der Mathildenstraße.

Blumen in Oberrad

"Blütenzauber" blüht nun zentral auf

  • Stefanie Wehr
    VonStefanie Wehr
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Das Blumengeschäft ist vom Burgenlandweg in die Ortsmitte umgezogen

Buntes Heidekraut, rote Zierpeperoni, Chrysanthemen und Stiefmütterchen leuchten auf den Regalen draußen im Hof. Drinnen ist in dem neuen, in heimeligen Grautönen gehaltenen Verkaufsraum außer Schnittblumen und Pflanzen auch alles Mögliche zu finden, was das Deko-Herz begehrt: Zierkürbisse, hübsche Vasen, Kränze, Kerzen. Der Oberräder "Blütenzauber" hat ein neues Zuhause, ist vom Feld am Waldfriedhof ins Dorf in die Mathildenstraße 12a/Ecke Gruneliusstraße gezogen. Denn vom Friedhofsgeschäft allein konnte Claudia Krügers Blumengeschäft nicht leben. "Dabei waren wir nie ein reiner Friedhofsblumenanbieter", sagt sie. "Viele Leute haben es aber so wahrgenommen, weil das Gewächshaus gegenüber vom Waldfriedhof lag."

Ein neues Kapitel ist nun aufgeschlagen

Das früher von der Gärtnerei Scondo betriebene Geschäft, das Claudia Krüger 2017 übernommen hatte, ist somit Geschichte. In der Mathildenstraße in den Räumen des früheren Motorgeräte-Fachhandels Motorland Berker, das Ende Mai schließen musste, will die 45-Jährige ein neues Kapitel aufschlagen und noch mehr ihre eigene Note einbringen. So plant sie etwa Adventskranz-Workshops und Kräuterabende. Aber das ist noch Zukunftsmusik, erst einmal möchte sie den neuen Laden zum Laufen bringen.

Und das ist wegen Corona nach wie vor nicht einfach, denn "es gibt Engpässe bei der Ware, es kommt zu wenig nach". Außerdem gab es auch im zweiten Corona-Jahr noch viele Absagen. "Hochzeiten werden verschoben, Feiern klein gehalten", schildert Claudia Krüger. Das Schlimmste sei aber überstanden. "Die Vorweihnachtszeit letztes Jahr, als die Restaurants noch nicht wussten, ob sie öffnen können oder nicht, war schlimm, weil letztlich alles abgesagt wurde", erinnert sich die Geschäftsfrau. 2020 lagen die Einbußen bei 45 Prozent.

Das Friedhofsgeschäft reduziere sich ohnehin seit Jahren. Kaum jemand kümmere sich noch intensiv um Gräber von Großeltern und Eltern, neu bepflanzt würden sie immer seltener. "Manche legen einfach ab und an eine Rose aufs Grab. Davon können wir nicht leben", erklärt die Oberräderin. Zudem seien kaum noch Gräber gefragt. Beliebt seien einfache, weitgehend schmucklose Urnengräber ohne Blumen und Grabstein oder die letzte Ruhestatt unterm Baum im Friedwald. "Und oft heißt es heute bei Beerdigungen: ,Bitte verzichten Sie auf Blumenkränze, spenden Sie lieber für einen guten Zweck'", berichtet die Floristin. Das bedeute natürlich das Aus für Anbieter von Grabschmuck.

Die Pandemie tat ihr Übriges, um es Floristen schwer zu machen. Dennoch hatte Corona zumindest fürs Geschäft am Burgenlandweg auch etwas Gutes: Viel mehr Spaziergänger als sonst waren am Waldrand unterwegs, "die uns neu entdeckt haben".

Alles rund um Blumen und feine Dekoration

Auf eben solche Laufkundschaft hofft sie unten im Stadtteil auch, obwohl die kleine Straße vom Ortskern etwas abgelegen ist. Am gestrigen Eröffnungstag kam viel Stammkundschaft vorbei, um die Räume zu bestaunen. Am bisherigen Konzept will Krüger zunächst auch nichts ändern: "Wir bieten alles rund ums Thema Blumen von A bis Z." Beim "Blütenzauber" gibt es weiterhin Grabblumen, -kränze und -schmuck. Zudem ist das Geschäft Fleurop-Partner, "bei uns können auch Fleurop-Gutscheine eingelöst werden". Es gibt den Balkonkastenservice und Lieferungen nach Hause. Und eine Adventsausstellung ist auch geplant: Am Wochenende vom 18. bis 21. November lockt der neue "Blütenzauber" mit Deko und Blumen rund um Weihnachten in die Mathildenstraße 12a. Stefanie Wehr

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