Seit Jahren ein Ärgernis: der Trampelpfad über die Grünfläche in der Günthersburgallee. foto: schramek
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Seit Jahren ein Ärgernis: der Trampelpfad über die Grünfläche in der Günthersburgallee.

Nordend: Viele neue Ideen

Blumenwiese statt Trampelpfad für die Frankfurter Prachtallee

  • VonSabine Schramek
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Fitnessgeräte und Gemeinschaftsgarten vorgeschlagen

Seit 2019 setzt sich die CDU im Ortsbeirat 3 (Nordend) dafür ein, die prächtige Günthersburgallee zwischen Park und Rothschildallee wieder richtig schön zu gestalten. Für die alte Pracht wird es nicht reichen. Aber eine Ortsbegehung von Stadtteilparlamentariern und dem Grünflächenamt machte dieser Tage Hoffnung.

Traum mit freier Sichtachse

Süßer Lindenblütenduft durchdringt im Nieselregen die Luft in der Günthersburgallee. Eckig geschnittene Berberitzenhecken blühen entlang der Wiesenflächen auf dem Mittelstreifen. Eigentlich ist die obere Günthersburgallee, die um 1901 im Zuge der Stadterweiterung von Franz Adickes unter dem Gartenbaudirektor A. Weber angelegt wurde, ein Traum mit freier Sichtachse. Es zwitschert in Bäumen und Nistkästen, die prächtigen Altbauten geben dem Frühling einen würdigen Rahmen. Wenn da nur nicht mittendurch statt Wiese ein dicker erdiger Trampelpfad wäre, durch den Kinder auf Rädern rasen, Jogger traben und Gassigeher ihre Hunde ausführen. "Links und rechts sind Wege, aber der Trampelpfad wird immer breiter", so die CDU-Fraktionsvorsitzende Claudia Ehrhardt.

Gemeinsam mit Ortsvorsteherin Karin Guder und Andrea Kroll (Grüne), Rüdiger Koch (SPD) und Martina van Holst (Linke) spaziert sie mit Thorsten Leißner und Elke Heidelbach vom Grünflächenamt durch die Allee, die hier als Kulturdenkmal ausgewiesen ist. Einst gab es dort, wo an der Hartmann-Ibach-Straße ein frisch bepflanztes Rosenbeet steht, einen Springbrunnen. Die freien Rasenflächen durften nicht betreten werden. "Jede Änderung muss mit dem Denkmalamt abgesprochen werden", betonen Leißner und Heidelbach. Auch Geld sei sehr knapp. Dennoch überlegen alle gemeinsam, wie man die Allee aufwerten kann. Drei Beete hat das Grünflächenamt gerade erst mit Rosen bestückt. Dennoch kommt Leißner aus dem Staunen nicht heraus, als er das mittlere Beet sieht, das hoch gemauert ist. Genau mittendurch ist ein Trampelpfad, der geradewegs auf der anderen Seite des Rundbeetes endet. "Da pflanzen wir wohl noch große Rosen rein", meint er, und alle nicken. Sie vermuten, dass der Dauerblick aufs Handy die meisten nicht mal bemerken lässt, dass sie quer durch ein Beet latschen.

Schachtische und Hochbeete

Ein befestigter Weg mitten in der Wiese wird diskutiert. Da müsste allerdings das Denkmalamt Mitsprache haben und würde Platten vermutlich ablehnen wegen des Bestandschutzes. "Eine Blumenwiese für Bienen wäre doch toll", schlägt Ehrhardt vor. "Und Bänke vor den Wiesen", fügt Koch hinzu. Fitnessgeräte für Erwachsene, neue Mülleimer und gerade geschnittene Kanten vor den kleinen Ummauerungen vor den Wiesen und auf den Schotterwegen werden ebenso vorgeschlagen wie Schachtische, Tischtennisplatten und Hochbeete für Urban Gardening am Gabelsberger Kreisel.

Bei zwei Fitnessgeräten für Erwachsene könne sich der Ortsbeirat auch mit bis zu 5000 Euro beteiligen, schlägt Koch vor. Für das Urban-Gardening-Projekt brauche man Paten, die sich darum kümmern, erklären Heidelbach und Leißner. "Wir können Kästen zur Verfügung stellen, pflanzen, gießen und pflegen müssen die Bürger." Sofort sprudeln Ideen. Die Grünen wollen Flyer verteilen, um Paten zu finden und einen Aushang machen. "Vielleicht können wir ja einige Hausbesitzer überzeugen, Tonnen für Regenwasser aufzustellen, mit denen dann gegossen werden kann", schlägt Guder vor. Das wäre auch dem Amt am liebsten. "Das Wasser geht direkt in die Kanalisation und das ist wirklich schade drum. Sammeltonnen können enorm helfen. Das ist nachhaltig." In 90 Minuten kommen jede Menge Ideen zusammen. Die Mitarbeiter des Grünflächenamtes sind froh über die konstruktiven Vorschläge. Bei der nächsten Ortsbeiratssitzung wollen die Fraktionen einen gemeinsamen Antrag für zwei Fitnessgeräte, Blühwiesen und Hochbeete für Urban Gardening stellen. "Wenn alles umgesetzt wird, ist die Günthersburgallee wieder ein wunderschöner Ort für alle", ist Ehrhardt sicher. SABINE SCHRAMEK

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