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Bombe in Frankfurt ist entschärft – Feuerwehr: „Pünktlich zur Eintracht alle wieder zurück“

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Von: Florian Dörr, Niklas Hecht, Erik Scharf, Sabine Schramek

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In Frankfurt-Bockenheim ist am Mittwoch (12. Oktober) eine Bombe entschärft worden. Alle wichtigen Entwicklungen zum Großeinsatz zum Nachlesen.

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+++ 21.11 Uhr: Nach der erfolgreichen Bombenentschärfung hat die Feuerwehr Frankfurt ein Foto des Sprengkörpers sowie einige Zahlen zum Großeinsatz in Bockenheim veröffentlicht. Demnach suchten rund 300 Menschen die Betreuungsstelle in der Ballsporthalle auf, das Bürgertelefon nahm mehr als 900 Anrufe entgegen und die Hilfsorganisationen sowie die Feuerwehr holten mehr als 280 Menschen, die auf Hilfe angewiesen waren, in ihren Wohnungen ab und brachten sie wieder dorthin zurück. Insgesamt waren 600 Kräfte von Polizei, Feuerwehr, THW, DRK, ASB, Johanniter Unfallhilfe, Malteser Hilfsdienst sowie dem Kampfmittelräumdienst teils bis in die Abendstunden mit den Einsatzmaßnahmen beschäftigt.

So sieht die am Mittwoch (12. Oktober) in Frankfurt entschärfte Bombe aus.
So sieht die am Mittwoch (12. Oktober) in Frankfurt entschärfte Bombe aus. © Feuerwehr Frankfurt

+++ 17.16 Uhr: Nach getaner Arbeit steht Alexander Majunke, Leiter des Kampfmittelräumdienstes Hessen, am Brentanobad vor der Presse und strahlt: „Wir haben nach dem Freilegen vom Heckzünder gesehen, dass wir die beiden Zünden entschärfen konnten. Beide haben wir vor Ort gesprengt. Es gab einen kleinen Knall, Komplikationen gab es keine. Wenn ich nach Hause komme, ziehe ich als Erstes die Schuhe aus.“

Auch die Polizei ist nach der erfolgreichen Entschärfung erleichtert. Der Verkehr laufe in großen Teilen wieder normal. Dort, wo Sperrungen noch nicht aufgehoben seien, werde es demnächst passieren. „Es gab Verzögerungen bei der Evakuierung, weil mehrere Personen gesundheitsbedingt nicht aus dem Gefahrenbereich kommen konnten. Und es gab einige, die nicht wollten. Erstere haben wir abgeholt, zwei Personen, die sich weigerten, wir haben sie hinausbegleitet“, erklärte ein Sprecher auf der Pressekonferenz. Eine von den beiden Personen sei nun in ärztlicher Obhut, die andere in polizeilichem Gewahrsam.

Bombe in Frankfurt: „Pünktlich zum Eintracht-Spiel sind alle Evakuierten zurück“

Währenddessen hat die Feuerwehr mit der Rückführung der Menschen aus der Fraport-Arena begonnen. In drei bis vier Stunden - pünktlich zum Spiel der Eintracht - seien alle Evakuierten wieder in ihren Wohnungen, sagte ein Feuerwehrsprecher.

+++ 16.23 Uhr: Nicht nur auf der Straße, sondern auch auf der Schiene herrscht nun wieder annähernd Normalität. Die Sperrungen von und um „Frankfurt Westbahnhof“ sind aufgehoben, teilte die VGF mit. Dennoch sei weiterhin mit Einschränkungen zu rechnen.

Auch die Fernverkehrszüge fahren nun wieder über Frankfurt West und halten dort planmäßig, teilte die Deutsche Bahn mit.

+++ 16.13 Uhr: Die Weltkriegsbombe ist entschärft. Das meldet die Feuerwehr Frankfurt um 16.10 Uhr. „Alle Absperrungen werden in Kürze aufgehoben.“ Die rund 20.000 Menschen haben es geschafft und können bald in ihre Wohnungen zurück.

„Danke Frankfurt – es ist geschafft“, twittert die Polizei. Dem schließen wir uns an.

+++ 16.07 Uhr: Kurz hinter der Sperrzone am Bretanopark hat noch ein Kiosk geöffnet, obwohl die Straße selbst gesperrt ist. Ein paar Anwohner, die evakuiert wurden, treffen sich hier auf ein Bier und halten sich bei Laune. „Ich habe heute den Kiosk extra früher aufgemacht. Seit 8 Uhr verbringen wir zusammen die Zeit“, sagt die Besitzerin.

Bei den Stammkunden kommt diese Möglichkeit sehr gut an. Sie sind dankbar und freuen sich. Bis die Bombe entschärft ist, bleiben sie.

An einem Kiosk am Brentanopark halten sich die Anwohner nach der Evakuierung mit Schwätzchen und Getränken bei Laune.
An einem Kiosk am Brentanopark halten sich die Anwohner nach der Evakuierung mit Schwätzchen und Getränken bei Laune. „Seit 8 Uhr verbringen wir zusammen die Zeit“, sagt die Besitzerin. © Paul Fürst

Bombe in Frankfurt: Live-Ticker – Erster Zünder aus der Bombe entfernt

+++ 15.46 Uhr: Jetzt folgt auch die Bestätigung der Feuerwehr Frankfurt: „Ein Zünder wurde aus der Bombe entfernt und wird in Kürze vor Ort zerstört. Dadurch wird es einen Knall geben“, heißt es auf Twitter.

+++ 15.38 Uhr: Es geht offenbar voran. Ersten Informationen von vor Ort zufolge soll der erste Zünder bereits entfernt worden sein. Am zweiten werde gearbeitet, ist zu hören.

Auf Twitter unterstreicht die Feuerwehr Frankfurt nochmal die ungewisse Lage: „Wie lange es dauern wird, können wir nicht sagen. Aber selbst wenn es länger dauert, sind weitere Betreuungsangebote vorgeplant. Wir müssen abwarten, was die Spezialisten an der Bombe sagen“, schreibt die Social-Media-Abteilung der Feuerwehr auf die Frage eines Nutzers nach dem Ablauf, sollte es mit der Entschärfung bis in die Nacht dauern.

Bombe in Frankfurt: Live-Ticker – Verkehr rund um Sperrzone staut sich

+++ 15.23 Uhr: Auf den Autobahnen rund um das Westkreuz staut sich der Verkehr momentan. Der Übergang auf der A648 zur Theodor-Heuss-Allee ist in beiden Richtungen voll gesperrt. Auf der A5 staut es sich derzeit in Fahrtrichtung Norden zwischen der Anschlussstelle Niederrad und dem Nordwestkreuz Frankfurt.

Rund um das Brentanobad herrscht gespenstische Stille. Nur einzelne Radfahrer suchen sich Wege. Auf der Ludwig-Landmann-Straße direkt neben dem Stadion am Brentanobad beginnt die Sperrzone. Von hier sind es knapp 2,5 Kilometer bis zum Ort des Geschehens am Katharinenkreisel. Neuigkeiten vom Kampfmittelräumdienst zu Art und Zeitpunkt der Bombenentschärfung gibt es noch nicht.

Am Stadion am Brentanobad beginnt die Sperrzone im Norden. Hier herrscht am Nachmittag gespenstische Stille.
Am Stadion am Brentanobad beginnt die Sperrzone im Norden. Hier herrscht am Nachmittag gespenstische Stille. © Sabine Schramek

Bombe in Frankfurt: Live-Ticker – Evakuierungsgebiet geräumt – Kampfmittelräumdienst am Zug

+++ 14.33 Uhr: Update vom Hund aus der Fraport-Arena (siehe Eintrag von 13.52 Uhr): Hund und Herrchen geht es gut. In der Halle sitzt die demente Mutter des Besitzers, der bislang jede Stunde zwischen Mutter und Hund pendelte. Nun will er mit Mutter und Hund im Auto bleiben.

Auf Nachfrage zeigte er sich verärgert über die Polizei, weil er sich nach eigener Aussage jederzeit um den Hund kümmerte, lüftete und der Hund kein bisschen gequält worden sei. „Gerade wollte er nicht mal was trinken“, sagt der Besitzer.

Dieser kleine Hund sorgt an der Fraport-Arena für Aufregung.
Dieser kleine Hund sorgt an der Fraport-Arena für Aufregung. © Nikolai Kuhnert

+++ 14.18 Uhr: „Das Evakuierungsgebiet ist geräumt. Ab jetzt ist der Kampfmittelräumdienst am Zug“, twittert die Polizei Frankfurt. Die Feuerwehr Frankfurt ergänzte wenig später: „Alle mobilitätseingeschränkten Personen wurden abtransportiert. Die Polizei hat den Gefahrenbereich kontrolliert. Das Ordnugnsamt hat die Freigabe erteilt, mit den Arbeiten zu beginnen.“

Bombe in Frankfurt: Live-Ticker – Aufregung um Hund an der Fraport-Arena

+++ 13.52 Uhr: Rund um die Fundstelle der Weltkriegsbombe am Katharinenkreisel in Frankfurt steigt die Anspannung. Die Zeichen verdichten sich, dass es hier bald losgeht und endlich die Frage beantwortet werden kann: Klappt es noch bis zum Abend mit der Entschärfung?

Um 14.18 Uhr meldet die Polizei Frankfurt: Gebiet geräumt. Jetzt geht es für den Kampfmittelräumdienst in die heiße Phase bei der Bombenentschärfung.
Um 14.18 Uhr meldet die Polizei Frankfurt: Gebiet geräumt. Jetzt geht es für den Kampfmittelräumdienst in die heiße Phase bei der Bombenentschärfung. © 5Vision

Aufregung der anderen Art gibt es derweil etwa zehn Kilometer weiter westliche in der Fraport-Arena. Der Fahrer eines roten Wagens wird gesucht, in dem ein Hund sitzt. Wenn sich der Fahrer nicht meldet, wird der Wagen von Einsatzkräften geöffnet, da es mittlerweile sehr warm geworden ist.

Bombe in Frankfurt: Live-Ticker – Einzelne Personen weigern sich, Sperrzone zu verlassen

+++ 12.58 Uhr: Vor Ort dürfte die Lage nicht ganz so gelöst sein: „Die Bahn würde wohl sagen: ‚Verzögerungen im Betriebsablauf‘“, umschreibt die Polizei Frankfurt auf Twitter mit Humor den Fakt, dass sich einzelne Personen weigern, die Gefahrenzone zu verlassen. Die Polizei fordert die Personen derzeit zum Gehen auf, heißt es. Zudem stehen noch Transporte von hilfsbedürftigen Personen aus (siehe Update von 12.17 Uhr), wie die Feuerwehr Frankfurt mitteilt.

Derzeit kreist zudem ein Polizeihubschrauber über dem Evakuierungsgebiet.

Bombe in Frankfurt: Live-Ticker – Pflegedienste wussten nichts von Evakuierung

+++ 12.17 Uhr: Es sieht aus, als würde sich das Warten noch hinziehen. In einem Wohnheim innerhalb der Evakuierungszone sind noch 180 Liegendpatienten dem DRK gemeldet worden. „Am Vormittag haben sich noch 20 Pflegedienste gemeldet, die nicht wussten, dass ihre Patienten evakuiert werden müssen“, sagt DRK-Einsatzleiter Armin Bender. Das Problem sei, dass es wegen des Datenschutzes keine Datenbank der Pflegedienste gibt.

Eine Bewohnerin im Evakuierungsgebiet in Frankfurt wird mit einem Krankenwagen abtransportiert. Knapp drei Stunden nach Beginn der Sperrzone warten noch rund 180 Menschen in einem Pflegeheim darauf, in Sicherheit gebracht zu werden.
Eine Bewohnerin im Evakuierungsgebiet in Frankfurt wird mit einem Krankenwagen abtransportiert. Knapp drei Stunden nach Beginn der Sperrzone warten zahlreiche Menschen in einem Pflegeheim darauf, in Sicherheit gebracht zu werden. © Sabine Schramek

In der Fraport-Arena beginnt derweil die Mittagszeit. Im Foyer nehmen die ersten der mittlerweile rund 280 Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen eine Mahlzeit ein. Die Stimmung ist entspannt. Eine Mutter mit körperbehinderten Sohn lobt die Organisation und den Transport aus dem Evaluierungsgebiet in die Halle. Sie hofft auf eine kontrollierte Sprengung. Ob es dazu kommt, ist noch immer unklar.

Ein älteres Ehepaar erlebt an diesem Mittwoch ihre vierte Evakuierung wegen einer Bombenentschärfung. Sie ärgern sich über einen fehlenden Shuttle aus Bockenheim zur Fraport-Arena. Eine Nachfrage beim Bürgeramt hätte ins Leere geführt, die Shuttle seien nur für hilfsbedürftige Menschen zur Verfügung gestellt worden.

Bombe in Frankfurt: Live-Ticker – Sorge in der Fraport-Arena: „Hoffentlich geht alles gut“

+++ 11.32 Uhr: Die Fraport-Arena ist ein ungewöhnlicher Ort als Evakuierungsort. Neugierig gucken die Besucher auf die bunten Stühle in der Ballsporthalle. Mit Brötchen und Kaffee machen es sich die Besucher so gemütlich, wie es geht. „Wenn’s knallt, dann knallt’s eben“, sagt eine Frau, die schon zum dritten Mal evakuiert ist.

An Biertischen sitzen viele Kinder, die Memory spielen. Sie sind normalerweise zur Betreuung in einer Flüchtlingsunterkunft in der Ludwig-Landmann-Straße. „Normalerweise kommen etwa 90 Kinder zu uns. Morgens die Kleinen zwischen 1 und 5, nachmittags die größeren von 6 bis 12 Jahren“, so Betreuerin Petra Dischlieva. „Viele sind heute bei Freunden untergekommen. 30 Kinder sind jetzt bis zum Ende der Bombenentschärfung hier. Damit sie sich nicht langweilen, haben wir ganz viel zum Spielen mitgebracht.“ Die Kids finden es aufregend. Die Betreuerinnen machen sich ein bisschen Sorge, „wie es später wohl dort aussieht, wo jetzt die Bombe liegt. Hoffentlich geht alles gut“.

Bis zu 2000 Leute haben in der Fraport-Arena Platz, wie DRK-Einsatzleiter Armin Bender sagt. Bislang sind rund 250 Frankfurterinnen und Frankfurter da. Sollten die Menschen in der Halle übernachten müssen, würde zwei Lkw-Ladungen voll mit Feldbetten angefordert werden, sagt Bender. Davon geht derzeit aber niemand aus. Man rechne damit, dass die Bombe gegen 18 Uhr entschärft sei.

Memory als Zeitvertreib: In der Fraport-Arena wird sich während der Bombenentschärfung in Frankfurt bestens um die Kinder gekümmert. „Damit sie sich nicht langweilen, haben wir ganz viel zum Spielen mitgebracht“, sagt eine Betreuerin.
Memory als Zeitvertreib: In der Fraport-Arena wird sich während der Bombenentschärfung in Frankfurt bestens um die Kinder gekümmert. „Damit sie sich nicht langweilen, haben wir ganz viel zum Spielen mitgebracht“, sagt eine Betreuerin. © Sabine Schramek

Bombe in Frankfurt: Live-Ticker – Rund 200 Menschen in der Fraport-Arena angekommen

+++ 10.55 Uhr: In der Fraport-Arena, die ehemalige Ballsporthalle in Unterliederbach, sind momentan 200 Leute, die nirgendwo anders untergekommen sind. Armin Bender von der Einsatzleitung des DRK ist konzentriert. „Wir hatten mit zwei Tagen Vorlauf genug Vorbereitungszeit. Es gibt Tee, Kaffee, Wasser und belegte Brötchen im Moment für die Besucher. Und natürlich Sitzplätze für die Besucher.“

Alles liefe gut. „Problematisch ist es für die, die von der Gesellschaft nicht gesehen werden. Einsame, Gehbehinderte und Menschen, die digital nicht im 21. Jahrhundert angekommen sind. Sie wissen gar nicht, dass sie herkommen können.“ Ein Mann, der in der Fraport-Arena ist, hat von hier aus seine Familie angerufen und ihr gesagt, dass sie raus muss aus der Wohnung. „So etwas verzögert einiges. Wir organisieren, dass die Leute herkommen“, so Bender.

Momentan sind in der Halle 25 DRK-Mitarbeiter, 15 von den Feuerwehr und etwa zehn Sicherheitsmitarbeiter. Bender: „Wir sind vorbereitet auf 2000 Besucher. Ob so viele kommen, können wir noch nicht sagen.“

Wo sonst Sport und Unterhaltung geboten wird, warten die Menschen rund um die Bombenentschärfung nun auf Entwarnung aus ihrem Viertel in Frankfurt. So lange harren sie in der Fraport-Arena aus.
Wo sonst Sport und Unterhaltung geboten wird, warten die Menschen rund um die Bombenentschärfung nun auf Entwarnung aus ihrem Viertel in Frankfurt. So lange harren sie in der Fraport-Arena aus. © Sabine Schramek

Bombe in Frankfurt: Live-Ticker: S-Bahn-Verkehr ab 11.30 Uhr eingeschränkt

+++ 10.30 Uhr: Auch der Nahverkehr in Frankfurt ist von der Bombenentschärfung am Katharinenkreisel im Stadtteil Bockenheim betroffen. Mehrere Bus-, Tram- und Bahnlinien werden für die Zeit der Entschärfung eingestellt. Ab 11.30 Uhr ist auch der S-Bahn-Verkehr betroffen. Eine Übersicht:

Die S-Bahnlinien S3 und S4 zwischen Frankfurt Hauptbahnhof (tief) und Frankfurt-Rödelheim ab 11.30 Uhr in beiden Richtungen ohne Halt umgeleitet. Die Züge der S5 aus Richtung Friedrichsdorf (Taunus) enden vorzeitig in Frankfurt-Rödelheim und wenden dort.

Bombe in Frankfurt: Live-Ticker: Rödelheimer Parkweg liegt genau auf der Grenze

+++ 10 Uhr: Eigentlich ist diese Straße eine ganz normale Straße in Frankfurt. Der Rödelheimer Parkweg ist am Tag der Bombenentschärfung aber ein recht spezielles Stück Asphalt. Denn: Die Straße liegt genau auf der Grenze zum Sperrgebiet.

Die linke Häuserseite gehört zum Evakuierungsbereich, die rechte Seite, hin zum Brentanobad, liegt außerhalb, wie ein Polizist erklärt, der gerade mit seinen Kollegen auf Kontrollgang durch die Straße ist.

Die Häuser links sind im Evakuierungsgebiet, die Autos rechts außerhalb der Zone: Der Rödelheimer Parkweg liegt genau auf der Grenze.
Die Häuser links sind im Evakuierungsgebiet, die Autos rechts außerhalb der Zone: Der Rödelheimer Parkweg liegt genau auf der Grenze. © Nikolai Kuhnert

Die Polizei fährt durch die Straßen und macht weiterhin Durchsagen, dass jeder die Evakuierungszone verlassen muss. Straßensperren sind rund um den evakuierten Bereich aufgebaut, Polizisten überprüfen jedes Haus. Die Liegendtransporte aus dem Pflegeheim sind in vollem Gange

Bombe in Frankfurt: Live-Ticker: Polizei kontrolliert Sperrbereich – Rollstuhlfahrerin wartet auf Abholung

+++ 9.32 Uhr: Die Polizei kontrolliert, ob die Gebäude leer sind. „Bisher sieht es gut aus“, sagt einer der Beamten. „Ob alle weg sind, werden wir sehen“. Der Verkehr wird aus dem Evaluierungsbereich herausgeleitet. Bis gegen 11 Uhr kann sich der Kontrollgang der Polizei noch ziehen, bevor es weiter geht.

Eine Rollstuhlfahrerin wartet noch auf Abholung. Die 77-Jährige sollte zwischen 8 und 9 Uhr abgeholt werden. Mit einem Buch und einer Flasche Wasser in der Hand wartet sie nun auf den Transport in die Ballsporthalle. Wie die Feuerwehr Frankfurt auf Twitter mitteilte, steht „für alle im Evakuierung​sbereich, die keinen anderen Aufenthaltsort haben, die Betreuungsstelle in Frankfurt Unterliederbach zu Verfügung. Es gibt dort ausreichend Parkplätze, die Halle kann auch per ÖPNV erreicht werden“.

Die Polizei ist im Evakuierungsbereich unterwegs und kontrolliert, ob sich noch Menschen in der seit 9 Uhr gesperrten Zone befinden.
Die Polizei ist im Evakuierungsbereich unterwegs und kontrolliert, ob sich noch Menschen in der seit 9 Uhr gesperrten Zone befinden. © Sabine Schramek

Bombe in Frankfurt: Live-Ticker – „Die Größe der Bombe finde ich beängstigend“

+++ 9.20 Uhr: Für Sunay Sohoo ist es wie für viele andere Schüler im Evakuierungsgebiet ein spezieller Tag. Der 13-Jährige erzählt auf dem Weg in die Schule, dass er bis 17 Uhr in der Kantine bleibt – und dort wartet er einfach ab, sagt er. Er will die Zeit für Hausaufgaben nutzen oder YouTube-Videos schauen. Viele andere Menschen lassen die Situation ähnlich entspannt auf sich zukommen.

Lucia Di Tella ist mit ihrer Mutter unterwegs. „Wir gehen spazieren und machen uns einen schönen Tag“, sagt sie. Dennoch umschleicht sie ein mulmiges Gefühl, beim Gedanken an den Ukraine-Krieg, wo die Bomben ihre zerstörerische Kraft entfalten. „Die Größe der Bombe finde ich beängstigend“, sagt Di Tella, die schon mehrere Bombenentschärfungen erlebt hat.

„Die Größe der Bombe finde ich beängstigend. Erst recht wenn man bedankt, dass diese Bomben in der Ukraine gerade vom Himmel fallen“, sagt Lucia Di Tella, die mit ihrer Mutter außerhalb des Evakuierungsbereichs unterwegs ist.
„Die Größe der Bombe finde ich beängstigend. Erst recht wenn man bedankt, dass diese Bomben in der Ukraine gerade vom Himmel fallen“, sagt Lucia Di Tella (r.), die mit ihrer Mutter außerhalb des Evakuierungsbereichs unterwegs ist. © Nikolai Kuhnert

Bombe in Frankfurt: Live-Ticker – „Hoffentlich bin ich bis zum Eintracht-Spiel wieder zurück“

+++ 9.00 Uhr: Es ist 9 Uhr am 12. Oktober in Frankfurt. Ab jetzt gibt es kein Zurück mehr, die Sperrzone rund um die gefundene Weltkriegsbombe gilt. Auf dem Weg heraus erzählt Ute Hartig von ihren Sorgen. „Ich bin auf dem Weg zu meiner Tochter in Offenbach und bleibe dort so lange bis es Entwarnung gibt. Ich wohne sehr nah an der Fundstelle und mache mir schon Sorgen um meine Wohnung“, sagt sie. Zudem sei es schon der zweite Bombenfund auf der Baustelle, wegen der sie ihre Wohnung verlassen müsse. Wie viele Bomben da wohl noch liegen, fragt sie sich. „Hoffentlich bin ich bis zum Eintracht-Spiel wieder zurück“, sagt sie scherzend zum Abschied.

Auch die Sonderbusse für mobilitätseingeschränkte Bewohner des Pflegeheims sind angekommen. 15 Liegendtransporte werden anschließend in Rettungswagen transportiert. „Ausflüge kennen unsere Mitbewohner“, so Einrichtungsleiter Hans-Herrmann Rieck. „Dass alle zusammen einen Ausflug machen, erleben sie das erste Mal.“ Die Stimmung ist gut, die Bewohner lachen.

Bombe in Frankfurt: Live-Ticker – Alarm im Radisson Hotel – Im Seniorenheim wird getanzt

+++ 8.32 Uhr: An der Straßenbahn ist der Bahnsteig komplett voll. Eltern mit Kindern, Leute mit Rucksäcken und Koffern. „Hoffentlich geht das gut“, sagt ein Mann genervt, der schön zum zweiten Mal evakuiert wird. Er fährt in den Taunus. „Da ist es ruhig und schön.“

Der Tegut hat bis 8.30 Uhr offen. Viele holen sich noch Kaffee und Brötchen. Die Mitarbeiter haben die Wahl, in anderen Filialen zu arbeiten, oder nach Hause zu gehen. Die Verkäuferin im Café strahlt. „Ich gehe nach Hause.“ Sie würde auch schon bei der ersten Bombe evakuiert. „Das war sehr aufregend.“

Im Radisson Hotel nahe der Fundstelle der Bombe ertönt in den Morgenstunden ein Alarm. Die Menschen werden aufgeforert, das Hotel zu verlassen. „Es ist ein technischer Defekt aufgetreten. Bitte verlassen Sie das Gebäude“, dröhnt es auf Deutsch und Englisch. Im Dorea-Pflegeheim wird dagegen noch getanzt. Die Senioren warten auf ihre Evakuierung. Betreuer sorgen für gute Stimmung. Rettungswagen der Malteser und Johanniter stehen bereit. Feuerwehrkräfte stehen vor der Tür.

Die Auswirkungen der Bombenentschärfung in Frankfurt: Ein tegut innerhalb der Sperrzone schließt um 8.30 Uhr schon wieder.
Die Auswirkungen der Bombenentschärfung in Frankfurt: Ein tegut innerhalb der Sperrzone schließt um 8.30 Uhr schon wieder. © Sabine Schramek

Bombe in Frankfurt: Live-Ticker – „Diese 500-Kilo Weltkriegsbombe ist besonders brenzlig.“

+++ 8.01 Uhr: Alexander Majenke vom Kampfmittelräumdienst des Regierungspräsidiums Darmstadt ist bereits vor Ort in Frankfurt. „Ich habe gut geschlafen und bin ganz normal beim Weckerklingeln aufgestanden“, sagt er.

„Diese 500-Kilo Weltkriegsbombe ist besonders brenzlig.“ Die Entschärfer können erst, wenn die Evakuierung komplett abgeschlossen ist, entscheiden, was sie tun werden. „Wir müssen erst den Dreck entfernen und den Zünder ansehen und das geht noch nicht.“ Jede Menge Sand ist bereits gestern angeliefert worden. Eine Sanstrahlentschärfung ist ebenso vorbereitet worden, wie jede andere denkbare Möglichkeit.

Wann die Leute in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren können, ist völlig offen. Angst hat Majenke nicht. „Nur großen Respekt und Konzentration.“

Alexander Majenke vom Kampfmittelräumdienst meint: „Diese 500-Kilo Weltkriegsbombe ist besonders brenzlig.“
Alexander Majenke vom Kampfmittelräumdienst meint: „Diese 500-Kilo Weltkriegsbombe ist besonders brenzlig.“ © Schramek

Bombe in Frankfurt: Live-Ticker - Evakuierung für Entschärfung heute (12. Oktober) läuft

+++ 7.49 Uhr: Beim Dorea Altenpflege- und Pflegewohnheim Darea werden für die Bombenentschärfung in Frankfurt heute 161 Senioren evakuiert. Auch Betreuer müssen die Liegenschaft verlassen. Leiter Hans-Herrmann Rick erzählt, dass normalerweise 200 Personen hier wohnen. „Einige sind bereits bei Verwandten untergekommen. Die Johanniter haben seit Montag Tag und Nacht gearbeitet und ein leeres Hotel wiederbelebt. Ganz toll. Wenn die Senioren ankommen, gibt es sofort Frühstück. Wir haben an alles gedacht. Auch Plan B ist da. Notfalls mit Übernachtung.“

Die Feuerwehr ist bereits vor Ort, um die Senioren zu evakuieren. Bei der letzten ist das Seniorenheim verschont geblieben von der Evakuierung. Die Grenze lag direkt vor dem Gebäude.

Für die Bombenentschärfung in Frankfurt werden die Senioren evakuiert.
Für die Bombenentschärfung in Frankfurt werden die Senioren evakuiert. © Schramek

Bombe in Frankfurt: Live-Ticker - Notunterkunft während Entschärfung heute (12. Oktober) in Ballsporthalle

Update vom Mittwoch, 12. Oktober, 6.53 Uhr: Mit Blick auf die geplante Bombenentschärfung am heutigen Mittwoch (12. Oktober) hat das Ordnungsamt der Stadt Frankfurt eine Allgemeinverfügung veröffentlicht.

Darin heißt es unter anderem: „In der Zeit von 09:00 Uhr bis zum Ende der Entschärfungsmaßnahme (voraussichtlich 18:00 Uhr), ist es verboten, sich in der rot markierten Evakuierungszone innerhalb und außerhalb von Gebäuden, auf Straßen, Wegen und Plätzen [...] aufzuhalten oder sie zu betreten. Daher haben alle sich dort aufhaltenden Personen diesen Bereich bis 8:59 Uhr zu verlassen.“ Bei Nichtbeachtung durch Anwohner oder andere unbefugte Personen „wird die Durchsetzung mittels unmittelbaren Zwanges“ angedroht.

Kartenausschnitt Evakuierungsbereich Weltkriegsbombe Angelika-Machinek-Straße.
Kartenausschnitt Evakuierungsbereich Weltkriegsbombe Angelika-Machinek-Straße. © Feuerwehr Frankfurt am Main

Für Menschen, die von der Bomben-Evakuierung betroffen sind, hat die Stadt Frankfurt die Ballsporthalle geöffnet. Ab 8 Uhr können Betroffene hier ein provisorisches Dach über dem Kopf finden. Allerdings: „Ein zusätzliches Transportangebot aus dem Evakuierungsgebiet ist nicht vorgesehen. Die Ballsporthalle ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar“, wie es in der Allgemeinverfügung heißt.

Für mobilitätseingeschränkte Personen, die für die Dauer der Evakuierungsmaßnahme am heutigen Mittwoch (12. Oktober) einen Transport- oder Unterbringungsbedarf haben, gibt es jedoch die Möglichkeit, sich hier online oder beim Bürgertelefon der Feuerwehr unter 069-212-111 zu melden.

Bombe in Frankfurt: Live-Ticker - Entschärfung oder Sprengung heute (12. Oktober) in Bockenheim?

Erstmeldung vom Dienstag, 11. Oktober, 20.24 Uhr: Am Mittwoch (12. Oktober) ist es so weit. Die 500 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg, die am Montag im Stadtteil Frankfurt-Bockenheim gefunden wurde, soll entschärft werden. Bis 9 Uhr am Morgen müssen rund 20.000 Menschen das Areal zwischen Rebstockpark und Katharinenkreisel verlassen haben. Die zuständigen Sprengexperten rechnen mit einem aufwendigen Einsatz. Ob die Entschärfung tatsächlich gelingt, ist noch unklar.

Auf dem Twitter Kanal der Feuerwehr Frankfurt erklärte Alexander Majunke vom Kampfmittelräumdienst unlängst, man wisse noch nicht, welche Zündung sich an dem Sprengkörper befinde. Die Bombe sei derzeit noch mit Dreck verkrustet, den man erst entfernen könne, wenn die Sperrzone um den Fundort frei sei. Im Anschluss werden die Experten des Kampfmittelräumdienstes entscheiden, ob die Bombe per Hand- oder Fernentschärfung unschädlich gemacht wird, oder ob es zu einer Sprengung kommt.

Hier liegt ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg.
Hier liegt ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. © 5vision

Bombe in Frankfurt: Live-Ticker berichtet über Evakuierung

Während sich Majunke und seine Kollegen um die Entschärfung der Weltkriegsbombe kümmern, wird der Verkehr im Evakuierungsbereich, der die Stadtteile Bockenheim und Gallus betrifft, ab 9 Uhr ruhen. Zahlreiche Bus- und Bahnlinien sowie auch die A648 sind von der vorübergehenden Sperrung betroffen. Die Stadt Frankfurt hat eine Liste der betroffenen Bus- und Bahnlinien veröffentlicht. Außerdem hält der Rhein-Main-Verkehrsbund (RMV) seine Kunden per App und auf rmv-frankfurt.de über die Fahrplanänderungen auf dem Laufenden.

Die Stadt Frankfurt appelliert an die betroffenen Bürger, dem Aufruf nach Evakuierung Folge zu leisten. Niemand darf auf eigene Gefahr in seiner Wohnung bleiben. Im Zweifelsfall ist die Polizei befugt, Wohnungen zu räumen. Die Behörden erklären: „Bedenken Sie bitte, der Entschärfungsbeginn und damit auch das Ende aller Maßnahmen und Sperrungen, sind von einem schnellen und geordneten Ablauf der Evakuierung abhängig. Helfen Sie selbst mit, dass alles reibungslos verläuft und alle Maßnahmen schnell beendet werden können.“

Wie die Evakuierung vonstattengeht, und ob die Bombe entschärft werden kann oder doch gesprengt werden muss, erfahren Sie in unserem Live-Ticker. (Sabine Schramek/Paul Fürst/Nikolai Kuhnert/Florian Dörr/Niklas Hecht/Erik Scharf)

Bereits Anfang des Jahres wurde eine Bombe in Frankfurt gefunden und entschärft.

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