fff_rose_121020
+
Ursula und Ernst Kleinwächter hegen und pflegen den Rosengarten der Frauenfriedenskirche. Sie freuen sich auf die Frauenfriedensrose, das aber erst 2021 der Öffentlichkeit präsentiert wird.

Frankfurt: Frauenfriedensrose

Bockenheim: Wo die schönsten Rosen blühen

  • vonGernot Gottwals
    schließen

Im Ehrenhof der Frauenfriedenskirche wächst bald ein besonderes Exemplar, das im nächsten Jahr feierlich getauft werden soll.

Bei schönem Herbstwetter genießen die Bockenheimer romantische Momente in "ihrem Rosengarten" im Ehrenhof der Frauenfriedenskirche. Ein historisches Kleinod der katholischen Wallfahrtskirche, das die Pfarrei Sankt Marien nun mit einer eigenen "Frauenfriedensrose" unterstreichen will.

"Es handelt sich dabei um eine Ramblerrose, eine Art der Kletterrose, die während des ganzen Sommerhalbjahres in hellen und dezenten Farben blüht", verraten Ursula und Ernst Kleinwächter. Das Ehepaar im Seniorenalter pflegt einen Garten im Wohnhaus nahe der Kirche und kümmert sich auch maßgeblich um die rund 600 Rosen, die seit 2015 in 25 verschiedenen Arten neu gepflanzt wurden. Doch Neugierige müssen sich noch etwas gedulden, bis sie die Frauenfriedensrose zu Gesicht bekommen.

"Es handelt sich um eine durch Kreuzung kreierte Rose des bayerischen Rosenzüchters Franz Wänninger", erklärt Ernst Kleinwächter. Um ein solches Exemplar der Öffentlichkeit zu zeigen, bedürfe es einer Rosentaufe und einer noch zu vereinbarenden Lizenzgebühr. Das wegen Corona ausgefallene Gemeindefest wäre eine schöne Gelegenheit gewesen, ebenso die Weihe der restaurierten Frauenfriedenskirche, die in wenigen Wochen stattfinden soll. "Doch dann pflanzt man keine Rosen mehr", sagt Kleinwächter. Deswegen suche man nach einem neuen Termin für Juni oder Juli 2021. Das genaue Aussehen der Frauenfriedensrose wird bis dahin noch etwas geheim bleiben. "Sie wird weiß bis leicht roséfarben blühen", verrät Kleinwächter nur. Und damit etwas an die bereits vertretene Friedenslichtrose erinnern.

Die Frauenfriedensrose soll ihren Platz in der Nähe zum Eingang zur Krypta zur Frauenfriedenskirche finden. "Die Rose ist eine sehr vielfältige und symbolträchtige Blume, mit unterschiedlichsten Färbungen in der Blüte", erklärt Ursula Kleinwächter ihre Faszination für die "Königin der Blumen". Nutz- und Ziergärten mit Blumen begleiten seit Jahrzehnten das Leben des Ehepaars. Ursula Kleinwächter erbte und pflegte einen Garten ihrer Großmutter auf dem Lohrberg bis 2005. Ernst Kleinwächter kultivierte das Gärtnern als Berufsausgleich.

Doch den Anstoß zur Neubepflanzung des Rosengartens gab Elisabeth Vollmer, die 2014 auf einem Rosenkongress in Baden-Baden Rudolf Blasnik von der "Deutschen Rosengesellschaft" kennenlernte. Bei der Frauenfriedensrose geht es aber nicht um wirtschaftliche Interessen wie bei jenen Steinfurther Züchtern, die sogar die goldorange "Rose Goldstein" weltbekannt machten.

"Der Boden unseres Rosengartens hatte durch den Schutt des Zweiten Weltkrieges sehr gelitten, da war ein Austausch und eine Neupflanzung angezeigt", sagt Ursula Kleinwächter. Rund zehn Freiwillige kümmern sich um die Rosensträucher: Mindestens zwei Rückschnitte pro Jahr sind nötig, hinzu kommen das Bewässern, das Jäten von Unkraut und die Schädlingsbekämpfung - inzwischen mit Marienkäfern, den Vertilgern von Blattläusen. Der Denkmalschutz legt derweil fest, wie hoch die Rosensträucher wachsen dürfen, damit die Schriftzüge der Kolonnaden im Ehrenhof frei bleiben.

Bereits in einem Briefwechsel zwischen Hans Herkommer, dem Architekten der Frauenfriedenskirche, und derstellvertretenden Vorsitzenden des Katholischen Deutschen Frauenbundes Maria Hessberger war der Wunsch geäußert worden, den Ehrenhof zum Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges mit "Pflanzen der Himmlischen Vollkommenheit" zu würdigen. Aus dem Einweihungsjahr der Frauenfriedenskirche 1929 ist eine Rechnung für 1200 Rosen erhalten geblieben. Ab 1952 wurde der Rosengarten neu bepflanzt, doch in späteren Jahrzehnten zeigte sich die Blütenpracht rückläufig.

"Zur Taufe der Frauenfriedensrose wünschen wir uns einen mit dem christlichen Glauben verbundenen Täufer", betonen die Kleinwächters. Immerhin gehe es um eine symbolträchtige, viele Monate lang blühende Blume, die viele neue Freunde finden und der restaurierten Wallfahrtskirche zu neuer Bekanntheit verhelfen soll.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare