Um Straftaten wie am vergangenen Silvester zu verhindern

Böllerverbot am Main – Feuerwerk nur am Südufer

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Absperrungen, Taschenkontrollen, Böllerverbot am nördlichen Mainufer – all das gehört zum Sicherheitskonzept für die diesjährige Silvesternacht.

Noch ist nicht einmal der Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus eröffnet, trotzdem beschäftigten sich im Römer die Politiker gestern mit dem Jahreswechsel. „Ich glaube, dass wir den Silvesterabend ruhig genießen und gut ins neue Jahr starten können“, sagte Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) in der Sitzung des Stadtparlaments.

Nachdem es in der Silvesternacht des vergangenen Jahres vor allem in Köln, aber auch in Frankfurt zahlreiche Straftaten, vor allem sexuelle Übergriffe auf Frauen und Diebstähle, gegeben hatte, wollen Stadt- und Landespolizei, Feuerwehr und Rettungsdienste nun gemeinsam dafür sorgen, dass sich die Bürger auch in der letzten Nacht des Jahres sicher und angstfrei in der gesamten Innenstadt bewegen können.

Trotzdem müssen sich die Feiernden darauf einstellen, dass diese Silvesternacht anders wird als viele vergangene. Denn geplant ist, am nördlichen Mainufer und eine Sicherheitszone einzurichten. Diese erstreckt sich von der Alten Brücke im Osten bis zum Holbeinsteg im Westen und umfasst neben den genannten Mainquerungen auch den Eisernen Steg und die Untermainbrücke. Wer dorthin will, muss an Eingangsschleusen Taschenkontrollen über sich ergehen lassen.

Anders als sonst werden dabei aber nicht die Alkoholflaschen konfisziert – tabu sind diesmal Böller und Raketen. „Wer mit Feuerwerk kommt, dem werden wir sagen: Bitte nicht hier“, kündigte Frank an. In der gesamten Sicherheitszone darf kein Knaller gezündet werden. „Alles andere ist einfach zu gefährlich, es herrscht ein riesiges Gedränge dort“, erklärte Frank die geplanten Maßnahmen. In den vergangenen Jahren hatte es am Main etliche Unfälle gegeben, weil Böller und Raketen mitten in Menschenmengen geschossen wurden. Rettungs- und Ordnungsdienste hatten stets große Mühe, zu Hilfsbedürftigen zu gelangen. „Zudem ist durch die Knallerei alles voller Nebel, da sieht niemand mehr etwas“, so Frank. Nun soll also alles geordneter ablaufen. „Sie können sich das Feuerwerk von der Südseite ansehen“, sagte Frank. Südlich des Mains ist das Böllern wohl weiterhin erlaubt, wobei es Überlegungen gibt, es auch am Tiefkai zu untersagen.

Damit geht allerdings auch ein Stück liebgewordener Tradition verloren – ein Großteil der Menschen kommt nicht nur an den Main, um auf das neue Jahr anzustoßen, sondern auch, um es gerade dort mit Böllern und Raketen zu begrüßen.

Um hierfür Ersatz zu bieten, gebe es bei der Stadt Überlegungen, ob es künftig ein zentrales Feuerwerk am Main geben könnte. Sogar eine öffentliche Silvesterparty am Fluss sei schon angeregt worden. „Aber in diesem Jahr geht das nicht, so schnell kriegt man das nicht auf die Beine“, dämpft Frank die Erwartungen.

Im Stadtparlament stieß das Sicherheitskonzept überwiegend auf Zustimmung. „Ja, es schränkt die persönliche Freiheit etwas ein, das ist bedauerlich. Aber vor allem Mädchen und junge Frauen müssen sich in der Stadt sicher fühlen“, sagte Stephan Deusinger (CDU). Er erinnerte ebenso wie Ursula auf der Heide (Grüne) daran, dass in diesem Zusammenhang nicht nur die offiziellen Sicherheitskräfte in der Pflicht stehen: „Auch die Feiernden sind aufgefordert, möglichen Opfern zur Hilfe zu kommen.“

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