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Cafe Exzess

Brandanschläge

Brandanschläge auf linke Zentren: Café Exzess neustes Opfer 

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Ein Serie von kleineren Bränden an Szene-Treffpunkten und alternativen Wohnprojekten beunruhigt die linke Szene in Frankfurt. Am Sonntag- und Montagabend traf es offenbar das Café Exzess in Bockenheim.

Die Betreiber des Kulturzentrums und Autonomen-Treffs in der Leipziger Straße informierten mehrere Medien per anonymer E-Mail. Am Sonntag sei um 21.30 Uhr „ein Brandanschlag gegen das Café Exzess gestartet“ worden, „der von uns frühzeitig gelöscht werden konnte“, heißt es darin. „Wir sehen diesen Anschlag in der Reihe mit den Brandanschlägen der letzten Wochen gegen linke politische Projekte.“ Die E-Mail endet mit alarmierenden Worten: „Während diese Zeilen geschrieben wurden, gab es im laufenden Betrieb des Montagscafés einen weiteren Brandanschlag auf das Exzess. Wir beenden daher diese Pressemitteilung und tragen unseren Protest nun auf die Straße.“ Bei der Polizei ist man noch ratlos. „Bei uns ist bisher keine Strafanzeige eingegangen“, sagte eine Sprecherin am Dienstagnachmittag. „Wir haben aus den Medien von den angeblichen Brandanschlägen erfahren, doch als unsere Ermittler sich den Schaden ansehen wollten, kamen sie nicht hinein. Wir werden nun versuchen, mit den Betreibern in Kontakt zu treten.“

In städtischer Hand

Das ehemalige Kino gehört der Stadt, die es zu vergünstigten Konditionen an einen Verein vermietet hat. Die Dramatische Bühne nutzt die Halle des Café Exzess als Theatersaal. Aber auch linksextreme Gruppierungen wie die Rote Hilfe treffen sich dort regelmäßig.

Von CDU, FDP, AfD und BFF wurde deshalb Kritik an der Magistratsunterstützung des Zentrums geäußert. Dagegen wandte sich nun die Spontandemonstration am Montagabend. „Das Feuer legen andere. Der Zündstoff kommt aus dem Römer. Nazis bekämpfen!“, hieß es auf einem Transparent. In der linken Szene geht man offenbar von einem oder mehreren rechtsradikalen Täter aus, der es gezielt auf linke Häuser abgesehen habe.

Tatsächlich kam es in den vergangenen Wochen zu mehreren Bränden an Szeneobjekten. In Rödelheim brannten am 13. November ein Zaun und eine Hecke des dauerbesetzten Geländes „In der Au“. Streifenbeamten bemerkten das Feuer. Eine Stunde später sollen ebenfalls in Rödelheim, an der Assenheimer Straße, Elemente eines Sichtschutzzaunes gebrannt haben. Dort befindet sich das linke Wohnprojekt „Assenland“. In beiden Fällen sei die Ursache bisher nicht bekannt, so die Polizeisprecherin. „Wir ermitteln in alle Richtungen. Ein politischer Hintergrund kann nicht ausgeschlossen werden.“

(dg)

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