Feuer

Brandstifter stecken acht Autos in Frankfurt an

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Nach Autobrandstiftungen in Frankfurt-Nied laufen die polizeilichen Ermittlungen auf Hochtouren. In der Nacht zum Mittwoch brannten an drei Stellen der Straße „Am Selzerbrunnen“ insgesamt acht Fahrzeuge. Den Eigentümern steckte der Schrecken am Morgen nach den Feuern noch in den Gliedern. Sie fragen sich: „Wer macht so etwas?“

Von dem Ford Focus ist nach dem nächtlichen Inferno nur noch ein schwarz-graues Stahlwrack übrig. Die vier Autoreifen sind geplatzt, die Scheiben zersprungen. Auf der Fläche, die früher die Rückbank war, liegen die verkohlten Überreste eines Kindersitzes. Der Kunststoff der Straßenlaterne über dem Fahrzeug ist zu einem unförmigen, birnenartigen Gebilde zusammengeschmolzen. Auch die Abfalltonnen am Gehwegrand haben in der Höllenhitze ihre Form verloren – bei einem Exemplar ist die Plastikfront komplett weggesengt.

Der Ford war nur einer von insgesamt acht Autos in der Straße „Am Selzerbrunnen“, die in der Nacht zum Mittwoch brannten. Anwohner wurden gegen 3.15 Uhr von explosionsartigen Geräuschen geweckt. Die Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr stellten bei ihrem Eintreffen fest, dass an drei verschiedenen Stellen in der Straße Fahrzeuge in Flammen standen. Nach den ersten Ermittlungen geht die Polizei davon aus, dass Brandstifter drei der Pkw – darunter ein neuer Mercedes – ansteckten und das Feuer dann auf die anderen übergriff.

Zwei der drei Tatorte sind vor einem Mehrfamilienhaus direkt gegenüber der Friedrich-List-Schule. Weil die Gefahr bestand, dass das Wohngebäude in Brand gerät, mussten 20 Bewohner raus. Feuerwehrleute versorgten sie in der nahe gelegenen Apostelkirche mit Getränken. Nach den Löscharbeiten durften die Betroffenen wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Die Brandermittler der Frankfurter Kriminalpolizei haben die Ermittlungen aufgenommen und fünf der zerstörten oder beschädigten Fahrzeuge zur weiteren kriminaltechnische Untersuchungen abtransportiert. Die Kriminalisten gehen auch der Frage nach, ob Brandbeschleuniger im Einsatz war.

Zu dem oder den Tätern gab zunächst gar keine Erkenntnisse. Die Frage „Wer macht so etwas?“, die die Nachbarn sich stellten, blieb also unbeantwortet. „Wir wissen nicht, ob es erlebnisorientierte Jugendliche, Feuerteufel oder politisch motivierte Straftäter waren“, sagte ein Polizeisprecher. Im Hinblick auf die Fahrzeuge sei „kein Muster erkennbar“. Tatsächlich fielen den Flammen sowohl neue Nobelkarossen als auch alte Klapperkisten zum Opfer. Die Autos stammten von ganz unterschiedlichen Marken. Die Polizei steht vor einem Rätsel.

Polizei sucht Zeugen

Wer Angaben zu dem Brandstifter und seinen Taten machen kann, soll sich unter Telefon (0 69) 75 55 31 11 melden.

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