1. Startseite
  2. Frankfurt

Imbiss in Frankfurt ist echter Geheimtipp für Bratwurst und Co.

Erstellt:

Von: Sabine Schramek

Kommentare

"Oberräder lieben unsere Burger", sagen René Springer und Dirk Wolff (r.), der mit seinem Imbissstand zweimal in der Woche an der Ecke Strahlenberger Weg/Länderweg steht. FOTO: enrico sauda
„Oberräder lieben unsere Burger“, sagen René Springer und Dirk Wolff (r.), der mit seinem Imbissstand zweimal in der Woche an der Ecke Strahlenberger Weg/Länderweg in Frankfurt steht. © Sauda

Der Imbiss-Stand in Frankfurt-Oberrad ist ein echter Geheimtipp – nicht nur, weil er etwas abseits liegt.

Frankfurt – Normalerweise brutzelt Dirk Wolff (31) Würste, Spieße und Burger beim Wäldchestag, beim Mainuferfest oder auf dem Weihnachtsmarkt in Offenbach. "Ich bin Veranstaltungsgastronom", sagt der aufgeweckte junge Mann. "Ohne den Platz hier wäre ich wohl pleite". Ausgerechnet ein Firmen-Parkplatz an der fast unbekannten Ecke Strahlenberger Weg und Länderweg - ein ganzes Stück hinter der S-Bahn-Station Mühlberg in Frankfurt - hat den gelernten Schreiner gerettet. "Ich kenne den Chef vom Platz hier und der hat gesagt, Du kannst Dich hierhin stellen. Guck, dass Du auf die Füße kommst."

Im normalen Leben ohne Corona betreibt Wolff vier Imbiss- und zwei Schankwagen. Dann nennt er sie "Sachsenhäuser Schirn". Jetzt kommt er mit einem Wagen, auf dem in weißen Lettern auf Rot groß "Wurst-Treff" steht, mittwochs und donnerstags auf den Parkplatz und belegt frische Burger ohne Ende. Auf dem Grill duften Brat-, Rinds-, Thüringer-, Feuer- und Wildschweinbratwürste. In großen Kesseln dampfen Erbsen-, Linsen- und Gulaschsuppe. Pommes knuspern in der Fritteuse, Nieren- und Fleischspieße in großen Pfannen. "Die Oberräder mögen die Burger am Liebsten", weiß Wolff, der gemeinsam mit René Springer (41), seinem Schwager in spe, telefonische Bestellungen abarbeitet und die hungrigen Leute, die wie aus dem Nichts auftauchen, versorgt.

Imbisswagen in Frankfurt: Extrawünsche werden erfüllt

Es sind vor allem Schreiner, Maler, Installateure, Kältetechniker, Elektriker, Gärtner, Kanalarbeiter, Leute von der FES, die sich schmecken lassen, was im Imbisswagen dampft, brutzelt und duftet. Sekretärinnen aus umliegenden Firmen holen Tüten voller Burger, Würste und Pommes für die gesamte Belegschaft. Extrawünsche werden erfüllt. Der eine will mehr Salz auf die Pommes, der andere mag sie heller oder dunkler. "Kommt sofort", ruft Wolff.

Der gebürtige Bonameser hat ursprünglich Schreiner gelernt und während seiner Ausbildung nebenbei beim Bier zapfen und grillen geholfen. Dann war er fünf Jahre fest angestellt, hat dann die Firma gekauft. Jetzt ist er im fünften Jahr selbstständig und hat Spaß daran, zwischen dem Wochenmarkt in Offenbach und Oberrad zu pendeln. "Ich habe früh angefangen und will früh aufhören", sagt der Vater einer vier Jahre alten Tochter. Sofort gibt es ein Veto von den Stammgästen. "Rentenanträge müssen von uns allen erst unterschrieben werden und das wird nicht passieren", flachst ein Mann, der sechs Portionen Cheeseburger, zweimal Wurst, zweimal Pommes und zwei Mal Süßkartoffelpommes abholt. "Die Kollegen haben auch Hunger und ich komme auch her, wenn ich frei habe. Hier schmeckt es einfach", sagt er, zahlt und geht zurück in die Firma.

Seit zwei Jahren kommt der Imbisswagen und es hat sich in Oberrad rumgesprochen. "Alles Mundpropaganda", so Wolff. "Ab und zu kommen auch Leute vom Schulamt oder ein paar Lehrer aus der Mühlbergschule."

Auch ein Imbiss in Frankfurt-Niederrad ist ein Geheimtipp – nicht nur für Currywurst-Kenner. Ein anderer Imbiss in Frankfurt verkauft Döner mit Grüner Soße.

Capri-Sonne gehört im Imbisswagen in Frankfurt dazu

Zu trinken gibt es Softdrinks. Capri-Sonne, Cola, Limo, Wasser und Kaffee. Auch hartgesottene LKW-Fahrer können dem Tütensaft nicht widerstehen. "Es erinnert mich an früher", meint ein Mann, der sich zur Linsensuppe mit Wursteinlage, in die er extra viel Essig getan hat, Capri-Sonne gönnt. An den Stehtischen gibt es Porzellanschüsselchen für die Suppen. "Die kann man spülen wie zu Hause und sie sind umweltfreundlich", sagt Springer. Kaputt geht selten etwas.

Der Imbissstand macht den Betreibern und den Gästen sichtlich Spaß. Man babbelt, mampft und tauscht sich aus über die Arbeit, Familie und den Krieg gegen die Ukraine.

Trotzdem hofft Dirk Wolff, bald wieder bei großen Veranstaltungen seine Wagen aufbauen zu können. "Corona macht das Leben ganz schön ungemütlich. Es wird Zeit, dass wieder richtig gefeiert werden kann. Die Leute brauchen das und wir Schausteller wollen auch wieder richtig loslegen." (Sabine Schramek)

Auch interessant

Kommentare