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Bürgerentscheid in Frankfurt: Ab jetzt entscheiden die Frankfurter über Feldmann-Abwahl

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Hier hatte Peter Feldmann Anfang Juli seinen Rücktritt verkündet. Das hat der Oberbürgermeister inzwischen wieder zurückgenommen. Nun entscheiden die Bürger über ihn. Per Briefwahl ist das bereits möglich.
Hier hatte Peter Feldmann Anfang Juli seinen Rücktritt verkündet. Das hat der Oberbürgermeister inzwischen wieder zurückgenommen. Nun entscheiden die Bürger über ihn. Per Briefwahl ist das bereits möglich. © Rolf Oeser

Soll Oberbürgermeister Feldmann abgewählt werden? Die ersten Bürger haben ihre Kreuzchen schon gemacht - lange vor dem Wahltag für den Bürgerentscheid.

Frankfurt - Eigentlich wollte Katja Baumann-Flickschuh vergangene Woche nur ihren neuen Ausweis abholen - doch dann nutzte sie die Gelegenheit und machte ihr Kreuzchen: Erstmals fungiert das Bürgeramt Sachsenhausen in der Großen Rittergasse 103 in Frankfurt als zentrales Briefwahllokal der Stadt. Wer bereits vor dem Bürgerentscheid zur Feldmann-Abwahl am 6. November seine Stimme persönlich abgeben will, kann dies im Bürgeramt Sachsenhausen tun. Die übrigen Angebote sind bis dahin eingeschränkt.

Katja Baumann-Flickschuh war erst durch die Plakate direkt vor der Tür auf das Briefwahl-Angebot im Amt aufmerksam geworden, als sie gerade gehen wollte. Prompt machte sie auf dem Absatz kehrt, um ihre Stimme abzugeben. „Ich habe meine Chance direkt genutzt“, erzählt sie. Bürgerpflicht erledigt. Gerade einmal Fünf Minuten hat das gedauert.

Bürgerentscheid zur Feldmann-Abwahl in Frankfurt: Wählen im Briefwahl-Lokal geht ganz schnell

Und so funktioniert’s: Einfach mit dem Personalausweis oder Reisepass im Bürgeramt Sachsenhausen vorbeischauen, den Ausweis vorzeigen, unterschreiben, dass man die Wahlunterlagen erhalten hat, dann ab in die Wahlkabine: Stimmen Sie für die Abwahl des Oberbürgermeisters der Stadt Frankfurt am Main, Herrn Peter Feldmann? Ja oder Nein? Diese Frage gilt es zu beantworten.

An der Urne wartet Uta Gebhardt und wacht darüber, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Sie beantwortet auch Fragen zur richtigen Reihenfolge bei der Wahl. Zwar gibt es dazu auch eine Anleitung. Aber die ist manchem zu kompliziert. Zuerst jedenfalls muss der Wahlzettel mit dem Kreuzchen in den blauen Umschlag. Dieser kommt dann zusammen mit dem Stimmschein in den rosa Umschlag. Alles zusammen darf zum Schluss jeder selbst in die Urne werfen.

Bürgerentscheid zur Feldmann-Abwahl in Frankfurt: Erst war nicht viel los, nun kommen immer mehr

Am Anfang sei noch nicht so viel losgewesen, schildert Uta Gebhardt. Doch allmählich scheine sich das Angebot herumzusprechen. „Seit Mittwoch kommen viele. Alleine heute in den ersten drei Stunden waren schon mehr als 20 da“, berichtet sie. Für die neue Woche erwartet sie noch mehr Betrieb, weil am Wochenende die offizielle Wahlbenachrichtigung verschickt wurde.

Manche haben aber auch schon aus der Zeitung davon erfahren, so wie Petra Schreiner: „Ich bin Frankfurterin. Frankfurt ist meine Heimat. Diese Wahl ist längst überfällig. Deswegen bin ich gleich heute Morgen gekommen. Falls ich am Abend einen Schlaganfall bekomme, habe ich wenigstens jetzt schon gewählt.“

Bürgerentscheid zur Feldmann-Abwahl in Frankfurt: „Diese Wahl ist längst überfällig“

Ähnlich sieht es das Ehepaar Groß. Die beiden sind seit 56 Jahren verheiratet und fliegen bald in den Urlaub: „Dieses Thema muss endlich ein Ende haben. Uns ist egal wie die Wahl ausgeht. Hauptsache, es ist endlich entschieden.“

Aus Jasmin Weidmann, die mit dem Fahrrad zum Bürgeramt gekommen ist, hat die Nase voll von der ganzen Diskussion. „Dieses Thema nervt einfach. Es müsste viel schneller vom Tisch sein“, schimpft sie. Das Geld für den Bürgerentscheid - immerhin rund 1,6 Millionen Euro - könnte sinnvoller in Krankenhäuser oder Schulen investiert werden, findet sie. (Nikolai Kuhnert)

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