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Inge Wüstefeld (rechts) präsentiert an der Lebensmittelausgabe in der Salzschlirfer Straße, was in den beiden Tüten alles drin ist.

Spender gesucht

„Brot & Salz“ hilft mit Lebensmitteln

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Seit neun Jahren versorgt „Brot & Salz“ Bedürftige im Frankfurter Osten mit Lebensmitteln. Und die Zahl jener, die Hilfe benötigen, steigt.

Zwei Tüten, vollgepackt mit Lebensmitteln – das muss für zwei Wochen reichen. In der einen sind frisches Obst und Gemüse. In der anderen sind länger haltbare Lebensmittel: Abgepackte Wurst und Käse, gelegentlich Fleisch, Eier, Milchprodukte und auch mal ein Fertiggericht. „Auf jeden Fall aber Brot und Salz, denn das sind Grundnahrungsmittel“, sagt Inge Wüstefeld, die Leiterin der Lebensmittelausgabe. „Brot & Salz“ sind auch der Namensgeber der Aktion, die das Christliche Zentrum Frankfurt seit neun Jahren mit der Gemeinnützigen Frankfurter Frauen-Beschäftigungsgesellschaft und der Sozialbezirksvorsteherin für Fechenheim-Nord, Christel Ebisch, betreibt:

Im wöchentlichen Wechsel sind die Helfer mittwochs von 14 bis 15 Uhr im Christlichen Zentrum, Salzschlirfer Straße 15, und im katholischen Gemeindezentrum Herz Jesu in der Jakobsbrunnenstraße. Sie geben Lebensmittel an Bedürftige aus Bergen-Enkheim, Fechenheim, Riederwald und Teilen des Ostends aus. Die Zahlen jener, die hierherkommen, steigen, so Wüstefeld. „Inzwischen geben wir gar keine neuen Berechtigungsausweise mehr aus.“ Allein an diesem Tag seien 20 Leute hinzugekommen.

Einer jungen Familie, die zum ersten Mal in der Salzschlirfer Straße ist, versucht Wüstefeld am Eingang zu erklären, dass sie warten müssen bis zum Schluss, dass der Einlass in der Folge der zuvor ausgegebenen Nummern erfolgt.

Auch wer keine der 180 Nummern bekommt, könne mit zwei Tüten nach Hause gehen – aber das werde immer schwieriger, sagt

Wüstefeld. „Brot & Salz“ ist auf Spenden angewiesen, Lebensmittel wie Geld. Täglich fährt der Lieferwagen zum Gemüse-Großmarkt und zu Geschäften. Er holt Ware ab, die zwar nicht mehr verkäuflich, aber noch gut ist. Neben Lebensmitteln ist Geld wichtig, denn der Lieferwagen muss unterhalten, Miete für das Lager, für Strom und Wasser gezahlt werden.

Im Vorraum des Lagers ist alles durchorganisiert. Vor der Tür zum Lager steht ein Tisch: Als Theke, über die die Helfer die Tüten hinüberreichen. Auf der anderen Seite des Raumes stapeln sich Kisten mit Wurst, Käse und anderen abgepackten Lebensmitteln. In Fünfergruppen kommen die Besucher herein, damit es kein Durcheinander gibt.

Die Lebensmittel von „Brot & Salz“ seien eine große Hilfe, sagt Sonja Wegner (76). „Ich bin gewohnt, sparsam zu leben. Aber meine Rente ist klein.“ Mit den Lebensmitteln komme sie zwei Wochen aus, nur frische Sachen wie Milch kaufe sie zusätzlich.

Ähnlich geht es Elvira (31). Sie ist geschieden, hat zwei Kinder – und der Ex-Ehemann zahlt keinen Unterhalt. Die Einzelhandelskauffrau ist auf Jobsuche, die Ämter unterstützen sie, aber es reiche nicht. „Ohne diese Hilfe müsste ich noch mehr bei Spielsachen und Kleidung für die Kinder sparen. Aber meine Kinder sind alles für mich.“

Nicht nur mit Lebensmitteln will „Brot & Salz“ helfen. „Diese Menschen können es sich nicht leisten, ins Café zu gehen oder ein Restaurant“, sagt Wüstefeld. Deshalb haben die Helfer im Untergeschoss in der Salzschlirfer Straße ein kleines Café eingerichtet, das immer eine Stunde lang vor der Lebensmittelausgabe geöffnet hat. Symbolische 20 Cent kostet die Tasse Kaffee, „das kann jeder erübrigen“. Im Hinterhof stehen weitere Tische und Bänke. Sogar einen kleinen Sandkasten gibt es. „Hier können sich die Menschen treffen, sich unterhalten, auch Freundschaften entstehen hier.“ Denn auch das sei wichtig und gehöre zu einem menschenwürdigen Leben.

Infos wie Öffnungszeiten oder wie man helfen kann, gibt es unter im Internet oder telefonisch unter (069) 94148038.

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