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Frankfurt: Erstmal kein neuer S-Bahn-Halt in Ginnheim

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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Noch hält die S-Bahn nicht in Ginnheim. Das soll sich zwar bald ändern - noch nicht jedoch im nächsten Jahr. FOTO: oscar unger
Noch hält die S-Bahn nicht in Ginnheim. Das soll sich zwar bald ändern – noch nicht jedoch im nächsten Jahr. © Oscar Unger

Die Bahnstrecke der S 6 zwischen Westbahnhof und Bad Vilbel wird ohne S-Bahn-Halt in Ginnheim in Betrieb gehen – vor 2024 stoppt dort kein Zug.

Frankfurt – Die ausgebaute Bahnstrecke der S 6 zwischen Westbahnhof und Bad Vilbel wird definitiv ohne die neue Station Ginnheim in Frankfurt in Betrieb gehen. Das ist laut Bahn nun klar. Aktuell wird die Planung dafür formell offengelegt.

Die Bahn hatte im vorigen Dezember beim Eisenbahnbundesamt (EBA) die Genehmigungsunterlagen eingereicht. Seit 8. November und noch bis 7. Dezember sind diese im Stadtplanungsamt einsehbar. Gibt es Einwendungen, werden diese noch entweder in die Planung eingearbeitet oder zurückgewiesen. Anschließend kann das EBA den Planfeststellungsbeschluss erlassen und damit den Bau genehmigen.

Neuer S-Bahn-Halt in Frankfurt: Der Bau der neuen Station ist noch nicht genehmigt

Schon 2021 hatte das EBA entschieden, dass für den Bau der neuen Station keine Umweltverträglichkeitsprüfung erfolgen muss, da „von dem Vorhaben keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen zu erwarten“ seien. Das liegt vor allem daran, dass die neue Station vollständig im bisherigen Gleisfeld entsteht.

Die neue S-Bahn-Haltestelle Ginnheim soll parallel zur Straße Am Ginnheimer Wäldchen bis knapp unter die Brücke der Rosa-Luxemburg-Straße gebaut werden. Über eine Brücke von dieser Straße aus sollen die Fahrgäste zum Bahnsteig gelangen. Sowohl Treppen wie auch Fahrstühle sind vorgesehen. Direkt vis-à-vis des Zugangs zur S-Bahn gibt es auf der anderen Straßenseite den Treppenaufgang zur U-Bahn-Station Niddapark. Hier ist auch ein Aufzugsschacht vorhanden. Nach Vandalismus-Schäden wurde er vor Jahren außer Betrieb gesetzt, er soll aber wieder eingebaut werden, da hier eine wichtigen Umsteigestation zwischen S- und U-Bahn entstehen soll. So können Fahrgäste etwa auf der Strecke zwischen Bad Vilbel zur U 1 und U 9 zur Nordweststadt oder auf den Riedberg hier umsteigen; für viele Verbindungen reduzieren sich so die Reisezeiten. Die Bahn rechnet daher mit 6000 Fahrgästen am Tag. Die Lage des neuen Bahnsteigs hatte in Ginnheim allerdings für Diskussionen gesorgt, da dieser von der Ortslage östlich der Gleise nur mit einem kleineren Umweg über die Straße Am Ginnheimer Wäldchen erreichbar sein wird.

Die Entscheidung für den Standort trägt allerdings auch die Stadt mit: Bereits 2012 hatte sich die Stadtverordnetenversammlung der Abwägung der Bahn für diese Variante angeschlossen. So hatte diese einen direkten Zugang von der Unterführung Woogstraße her untersucht, ebenso einen Übergang zur Waldgasse. Diese Ideen wurden verworfen, weil zu steile Rampen entstanden wären, weil der Platz fehlte und weil zu lange Unterführungen entstanden wären, was schlecht für das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste geworden wäre.

Neuer S-Bahn-Halt in Frankfurt: Kleingärten sind neuer Station in Ginnheim im Weg

Ebenso war vielfach aus Ginnheim die Forderung genannt worden, einen direkten Abgang von der Bahnsteigbrücke nach Osten zu erhalten. Dort allerdings befinden sich Kleingärten und es gibt keinen Durchgang zur Waldgasse.

Da die Grundstücke auch nicht der Stadt gehören, hatte die Bahn diese Frage zunächst ausgeklammert, um die Planung für die Umsteigestation nicht zu bremsen.

Allerdings: Die Bahnsteigbrücke will die Bahn so konstruieren, dass diese später ganz einfach nach Osten hin geöffnet werden könnte. Sollte es eine Lösung für einen Zugang bis zur Bahnstrecke aus östlicher Richtung geben, könnte dieser Zugang somit nachgerüstet werden.

Auf die neue Umsteigemöglichkeit werden die Fahrgäste von S 6 und U-Bahnen anfangs noch verzichten müssen, wenn die S-Bahn bereits auf ihren eigenen Gleisen unterwegs sein wird. Bis Dezember kommenden Jahres will die Bahn zwar den Ausbau der Strecke fertig haben, die Kosten sind auf 570 Millionen Euro kalkuliert. „Bis Ende 2023 wird die Station in Ginnheim aber leider nicht fertiggestellt sein“, räumt eine Bahn-Sprecherin aktuell ein.

Der Bau von Bahnsteig und Zugang soll später nahezu ohne Einschränkungen des S-Bahn-Verkehrs erfolgen. Laut der Genehmigungsunterlagen könnten die Arbeiten bei laufendem Verkehr erfolgen, da außerhalb des Gleisfeldes gebaut werde, nur ein kleiner Bagger nötig sei und viele vorgefertige Teile für Brücke, Treppen und Fahrstühle bloß eingehoben würden. Zuletzt hatte die Bahn die Strecke im Sommer zwei Monate lang für die Bauarbeiten gesperrt. Weitere solcher Sperrungen sind für Ostern und Herbst nächsten Jahres vorgesehen. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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