Beliebte Abkürzung: Zunehmenden Schleichverkehr gibt es auf der Brücke zwischen Eckenheim und Eschersheim.
+
Beliebte Abkürzung: Zunehmenden Schleichverkehr gibt es auf der Brücke zwischen Eckenheim und Eschersheim.

Verkehr

Brücken-Schleichverkehr nervt Nachbarn

  • Judith Dietermann
    VonJudith Dietermann
    schließen

Eschersheim: Abkürzung über den Zubringer ist stark frequentiert, dadurch entstehen gefährliche Situationen.

Eschersheim -Im Berufsverkehr kann es auf der Hügelstraße zwischen Eschersheim und Eckenheim voll werden. So voll, dass sich immer mehr Autofahrer andere Wege suchen, um möglichst schnell ans Ziel zu kommen. Einer dieser Wege, der zunehmend beliebter wird, ist die Brücke zwischen der Ziegenhainer Straße und der Siegmund-Freud-Straße, die über den Zubringer zur A 661 führt.

Die Durchfahrt-verboten-Schilder mit dem Zusatz "Anlieger frei", die auf beiden Seiten der Brücke deutlich sichtbar montiert sind, werden dabei schlichtweg ignoriert. "Wieso, ich habe doch ein Anliegen. Ich muss auf die Arbeit auf der anderen Seite", sagt ein Autofahrer, der die Brücke fast jeden Morgen nutzt.

Kleingärten und Welpenschule

Und weil wie dieser Autofahrer auch andere mit solchen Verbotsschildern umgehen, ist das passiert, was in solchen Fällen eben passiert: In den Stoßzeiten ist auf der Brücke einiges los. Denn neben den Autofahrern wird diese auch von Fußgängern und Radfahrern genutzt, auf der Eckenheimer Seite liegt der Sportplatz von Viktoria Preußen, eine Kleingartenanlage und eine Welpenschule.

Es komme immer wieder zu brenzligen Situationen, merkten jetzt die Grünen in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) an und wollten sogleich zu drastischen Maßnahmen greifen. Durch sinnvolle Absperrungen der Auf- und Abfahrten soll die Querung künftig nur noch von Fahrradfahrern und Fußgängern genutzt werden können.

Ein Vorschlag, der bei den Anliegern jedoch die Alarmglocken schrillen ließ. Wie bei Thomas Vohrmann, Inhaber des gleichnamigen Garten- und Landschaftsbaubetriebs in der Ziegenhainer Straße 26 A. "Das wäre für uns eine echte Katastrophe", sagt er. Sowohl die Anlieferung als auch Abholung von Materialien erfolge mit größeren Fahrzeugen. Wäre die Brücke künftig für den Autoverkehr dicht, müssten diese durch ein Nadelöhr, den Torbogen, der weiter auf die Ziegenhainer führt, fahren. Der ist mit einer Höhe von 3,70 Meter zwar hoch genug, aber sehr schmal. Wenn dann dort noch geparkt werde, was immer wieder passiere, sei dort kein Durchkommen. "Wir sind auf die Nutzung der Brücke angewiesen. Das ist schon kompliziert genug, funktioniert aber zumindest einigermaßen", sagt Vohrmann.

Nur Gewerbe soll fahren

Auch wenn Antragstellerin Sabine Ruh für die Sorgen der Gewerbetreibenden Verständnis zeigte, so pochte sie trotzdem auf eine Lösung. "So wie die Situation jetzt ist, ist sie nicht optimal. Vielleicht kann man den privaten Autoverkehr unterbinden und nur den gewerblichen zulassen", schlug sie vor. Gegenwind bekam der Antrag der Grünen auch von Thomas Budenz (BFF). Irgendwo müsse der Verkehr ja hin, sagte er. Geeignete Maßnahmen an dieser Stelle seien schwierig, eine Schranke würde sicher demontiert oder beschädigt.

Inge Cromm, Fraktionsvorsitzende der CDU, die selber in der Ziegenhainer Straße wohnt und die Situation nur zu gut kennt, hält auch nichts von einer Sperrung der Brücke für den Autoverkehr. "Auf der Brücke gilt Tempo 30, daran hält sich nur kaum jemand. Wäre dies anders, käme es sicher seltener zu gefährlichen Situationen", sagte sie und wies noch einmal auf den vom Ortsbeirat verabschiedeten SPD-Antrag hin, der einen Verkehrsspiegel an der Kreuzung Ziegenhainer Straße/ Sigmund-Freud-Straße forderte. Den hatte der Magistrat jedoch erst jüngst abgelehnt. Und: Nicht nur die Autofahrer seien rasant unterwegs, manchmal auch die Radfahrer. Vielleicht könne man das Tempo in den unübersichtlichen Kurven auf 20 Kilometer pro Stunde reduzieren, schlug Cromm deshalb vor. Man sei "prinzipiell für alles offen", sagte derweil Sabine Ruh.

Deswegen zog sie ihren Antrag auch erst einmal zurück und schlug stattdessen einen Ortstermin vor, den Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU) nun anstoßen wird und an dem alle beteiligten städtischen Ämter teilnehmen sollen. "Dann werden wir sehen, was möglich ist, und sicher eine gemeinsame Lösung finden", so Ruh. judith dietermann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare