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Land- und Amtsgericht Frankfurt am Main

Prozess

Frankfurter Rapper wegen versuchten Totschlags auf Anklagebank

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Ein kurzer Streit vor einer Bar in der Stephanstraße in der Innenstadt kostete einen Mann im August 2015 fast das Leben. Der heute 38-Jährige wurde von drei Männern verfolgt, mit einer Glasflasche.

Frankfurt - Ein kurzer Streit vor einer Bar in der Stephanstraße in der Innenstadt kostete einen Mann im August 2015 fast das Leben. Der heute 38-Jährige wurde von drei Männern verfolgt, mit einer Glasflasche beworfen und zu Boden gebracht. Anschließend traten und schlugen die Täter ihrem Opfer mit Wucht ins Gesicht. Eine Sprengung der Stirnknochen, massive Augenverletzungen, ein gebrochenes Nasenbein, verschobene Zahnreihen und einen gebrochenen Kiefer stellten die Notärzte fest. Längere Zeit musste der Schwerverletzte künstlich ernährt werden, erst nach eineinhalb Jahren konnte er wieder arbeiten.

Landgericht: Frankfurter Rapper wegen versuchten Totschlags auf Anklagebank

Am Dienstag beginnt vor dem Landgericht der Prozess. Auf der Anklagebank wird ein 44-jähriger Musikproduzent und Barbetreiber, ein besonders in der Rap-Szene bekannter Mann, sitzen. Verhandelt wird vor der Schwurgerichtskammer, angeklagt ist versuchter Totschlag.

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft umfasst nur wenige Seiten: Man beruft sich hauptsächlich darauf, dass der verletzte Mann den Angeklagten bei der Polizei als Täter bezeichnet hat. Die beiden Mittäter blieben unerkannt und sind bis heute flüchtig.

Der Barbetreiber wies im Vorfeld alle Schuld von sich. Er sei an jenem Tag überhaupt nicht am Tatort gewesen und habe von dem Vorfall erst im Nachhinein erfahren.

Vier Verhandlungstage hat sich das unter Leitung des Vorsitzenden Richters Volker Kaiser-Klan tagende Gericht vorerst Zeit gegeben, um die mit ungewöhnlicher Brutalität begangene Tat aufzuklären. Im Mittelpunkt wird die Zeugenaussage des Verletzten stehen. Kann er den Angeklagten nicht zweifelsfrei als Täter identifizieren, dürfte die Zielgerade des Prozesses schnell erreicht sein. Auch die Gutachten der Mediziner und Psychologen sind in einem solchen Fall dann obsolet. Am 22. März soll der Prozess abgeschlossen werden.

Ärger mit dem Gesetz hat auch eine Künstlerin aus der Frankfurter Rap-Szene: Der Bundesgerichtshof Karlsruhe hatte Anfang März die Haftstrafe für Schwesta Ewa bestätigt. Sie hatte dagegen Revision eingelegt.

In Frankfurt hat es zudem wegen illegaler Dreharbeiten zu einem Rap-Video vor kurzem einen SEK-Großeinsatz gegeben: Mas chinengewehre und Masken sorgten für Aufregung in der Tiefgarage eines Rewe-Supermarktes im Frankfurter Stadtteil Frankfurter Berg.

(ge)

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