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Höchster Schlossfest: Kerb am Mainufer hat begonnen

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Von: Alexandra Flieth

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Bitte einsteigen: Bernd Scheu (l.) und Marktmeister Bernd Bruch sind beim Vereinsring für den Kerbeplatz zuständig. FOTOs: Maik Reuß
Bitte einsteigen: Bernd Scheu (l.) und Marktmeister Bernd Bruch sind beim Vereinsring für den Kerbeplatz zuständig. © Maik Reuß

In Frankfurt-Höchst wird gefeiert. Höhepunkt des Schlossfests wird das große Feuerwerk am Montag (11. Juli).

Frankfurt - Planen, bangen, Daumen drücken. Den Schaustellern und auch ein wenig sich selbst. Bis gestern gegen 13 Uhr der traditionelle Vergnügungspark zum Höchster Schlossfest in Frankfurt entlang des Mainufers mit Fahrgeschäften, Spiel- und Essensbuden langsam Fahrt aufnahm, lagen hinter Bernd Bruch und Bernd Scheu vom Festausschuss des Vereinsrings Höchst anstrengende Tage.

Obwohl die ehrenamtlichen Helfer den Jahrmarkt lange und akribisch geplant hatten, wartete auf sie in den vergangenen Tagen noch die ein oder andere Überraschung. "Zwei der traditionellen Fahrgeschäfte, der ,Wellenflug' und der ,Breakdancer', sind dieses Mal nicht mit dabei", bedauert Bernd Bruch. Die Absagen vonseiten der Schausteller seien am Dienstag sehr kurzfristig erfolgt. Der Grund, berichtet der Marktmeister, ist einer, der aktuell auch in vielen anderen Branchen zu hören ist: Es mangelt an Personal. Im besonderen Fall fehlen den Schaustellern Leute, die den Auf- und Abbau stemmen können: Junger Mann zum Mitreisen gesucht!

Höchster Schlossfest in Frankfurt-Höchst: Organisatoren müssen improvisieren

Für die Organisatoren der Festmeile bedeutete das: Improvisieren. Damit keine Lücken in der Kerbe-Meile klaffen, wurden andere Fahrgeschäfte kurzfristig auf die Plätze der fehlenden Attraktionen verschoben. Auf dem Platz, auf dem normalerweise das Kettenkarussell "Wellenflug" gestanden, ist jetzt eines der beiden Kinderkarussells. Gleich daneben lockt aber "Intoxx" ein Fahrgeschäft, das zum ersten Mal bei der Kerb zum Höchster Schlossfest dabei ist: Es stellt eine Herausforderung für Wagemutige dar, die ein wenig Nervenkitzel lieben und keine Angst vor der Höhe haben.

"Insgesamt war die Aufregung in den vergangenen Tagen groß", berichtet Bernd Bruch. "Schließlich haben wir das alles schon ein Jahr im Voraus geplant und die Verträge mit den Schaustellern gemacht. Das ist dann schon auch deprimierend."

Bruch ist seit Jahren direkter Ansprechpartner der Schausteller, hält mit ihnen übers ganze Jahr Kontakt. Der Mann mit dem Minnie-Maus-Tattoo auf der Wade, bis zu seiner Pensionierung Bankkaufmann, kommt mit den Fahrgeschäfts- und Losbudenbesitzern prima zurecht, weil er ihre direkte Art zu nehmen weiß.

Höchster Schlossfest in Frankfurt-Höchst: Der Banker mit dem Maus-Tattoo

Und das war in diesem Jahr nicht die einzige Herausforderung für die Vereinsrings-Mannschaft. Auch der Elektrik-Fachbetrieb, der seit vielen Jahren dafür gesorgt hat, dass die Verteilerkästen stehen und der Strom für Bühne, Buden und Festplatz fließt, hat nur wenige Wochen zuvor abgesagt - ebenfalls wegen Personalmangels. "Glücklicherweise haben wir so kurzfristig noch einen Ersatz gefunden und sind sehr zufrieden", berichtet Bruch.

Mit dem Wechsel seien aber weitere Aufgaben auf sie, die ehrenamtlichen Helfer, übergegangen: Das Ablesen der Zähler - jedes Fahrgeschäft, jeder Grillstand und jeder Zuckerwattewagen hat einen eigenen - sowie das in Rechnung stellen des verbrauchten Stroms wird nun von den doppelten Bernds übernommen. In diese Abläufe hätten sie sich als Vertreter des Vereinsrings in den Jahren vor Corona nie eingemischt: "Das hat immer unser alter Platzelektriker übernommen."

Heute geht's los

Der große Vergnügungspark am Höchster Mainufer hat bis einschließlich Montag von 13-24 Uhr geöffnet.

Hinter der Alten Schiffsmeldestelle, wo sonst der "Breakdancer" neben dem Autoscooter seinen festen Platz hatte, steht nun das Rummel-Rempel-Fahrgeschäft mit seinen Elektro-Flitzern zusammen mit einer großen Losbude. "Wir haben die Lücken so gut wie möglich geschlossen", berichtet Bruch. "Glücklicherweise hatten wir bei unseren Planungen zwei zusätzliche Großfahrgeschäfte gebucht, um die Attraktivität der Vergnügungsmeile noch zu steigern."

Höchster Schlossfest in Frankfurt-Höchst: Vom Dino gejagt

Zu diesen Attraktionen gehört Schausteller Alessandro Barth aus Mainz, dessen Fahrgeschäft "The Great Movie Ride" sofort ins Auge sticht: Es ist eine Art Simulator in Form eines großen, gelb-schwarzen Haies. "Bis zu 16 Besucher können darin Platz nehmen", erzählt Barth, als er gerade seine letzten Vorbereitungen trifft. Eine Auswahl von zehn Filmen stehe zur Verfügung. Anhand der Technik - Barth spricht von "7 D" - können Besucher eintauchen in die verschiedenen Handlungen - zum Beispiel, wenn sie in einem Auto sitzend von einem Dinosaurier gejagt werden. "Das erinnert an den Film ,Jurassic Park'. und man ist mittendrin", sagt der Schausteller, bevor er sich wieder seiner Arbeit zuwendet. Zeit ist Geld.

Trotz der zwei Absagen sind mehr aus 50 Schausteller dabei. Höhepunkt des 64. Höchster Schlossfests in Frankfurt wird dann am Montag das Feuerwerk mit Musik um 22.30 Uhr. (Alexandra Flieth)

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